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Wo sich Hochzeitspaare „vermehlen“

Beelitz feiert seine 223 Jahre alte Bockwindmühle Wo sich Hochzeitspaare „vermehlen“

Besucher können zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag an der Beelitzer Bockwindmühle erleben, wie früher Mehl gemahlen wurde. In der 223 Jahre alten Mühle in der Trebbiner Straße funktioniert das noch – oder wieder. Aus dem Mehl, das dort entsteht, wird sogar frisches Beelitzer Mühlenbrot gebacken.

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Weithin sichtbar: Die Beelitzer Bockwindmühle hinter einem Spargelfeld, auf dem fleißig die weißen Stangen gestochen werden.

Quelle: Günther Laurich

Beelitz. Es dürfte nicht mehr viele Mühlen im Lande geben, in denen wirklich noch Mehl gemahlen wird, das ein Bäcker abnimmt, um damit Brot zu backen. In der Beelitzer Bockwindmühle ist das noch so oder besser gesagt: Es ist wieder so, nachdem sich ein Förderverein gegründet hatte und das verfallene Denkmal 2006 mit Hilfe von EU-Fördermitteln restaurierte. Danach erlebte das alte Stück seine Wiederauferstehung. Wer sich ein Bild davon machen will, sollte die Einladung des Fördervereins annehmen, der zum Fest ruft und die Mühle Pfingstsonntag und -montag ab 10 Uhr öffnet. Anlass ist der Deutsche Mühlentag, der am Montag begangen wird. An dem Tag verwandelt sich der Mühlenhof in der Trebbiner Straße in einen Festplatz, auf dem ein musikalisches und kulinarisches Begleitprogramm geboten wird. Mit von der Partie sind die Beelitzer Blasmusikanten, der Frauenchor und die Spargelkönigin, die am Nachmittag vorbeischaut. Für Kinder wird ein Karussell aufgebaut.

Im Mittelpunkt aber steht die 223 Jahre alte Mühle. „Die Müller geben Führungen durch die Mühle und erklären, wie früher aus Getreide Mehl gewonnen wurde“, sagt Wolfgang Trebuth, Vorsitzender des Fördervereins Beelitzer Bockwindmühle. Sie ist vor allem zu Feiertagen zum Besuchermagnet geworden. Hochzeitspaare können sich sogar „vermehlen“ lassen, sagt Stadtsprecher Thomas Lähns. Das ist ein alter Brauch, der vermutlich aus einer Not heraus entstanden ist, so Trebuth. „Wer sich die kirchliche Trauung nicht leisten konnte oder wollte, ging zum Müller und holte sich von ihm den Segen.“ Pro Saison würden sich heute wieder fast ein Dutzend Paare auf dem Mahlboden die Hände reichen und danach die Mühle gemeinsam in den Wind drehen. Sollte Beelitz die Landesgartenschau 2019 austragen, wird der Mühlenhof ein Laga-Schauplatz. Der Förderverein will unabhängig davon an der Mühle ein Haus bauen – mit Platz für Ausstellungen, Werkstatt und Imbiss.

Von Jens Steglich

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