Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Wo sich Kunst und Handwerk treffen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wo sich Kunst und Handwerk treffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 08.10.2017
Chris Hinze hat sich bewusst für Glindow entschieden. Quelle: Jan Kiaulehn
Anzeige
Glindow

Während drumherum etliche Bäume abgeknickt sind, hielt das „Traumschiff“ dem heftigen Sturm „Xavier“ stand. Die Installation des Potsdamer Künstlers Chris Hinze auf dem Gelände der Glindower Ziegelei ist fest in einer Betonplatte verankert. Insgesamt 53 Stämme von Eichen, Eschen und Lärchen ragen bis zu sieben Meter in die Luft. Zwischen ihnen, in der Mitte des Schiffes, liegt ein kleiner Kreis, von dem aus die Besucher der Vernissage am Sonnabend ihre Träume in den Himmel schicken konnten. Erstmals war die Installation, die Chris Hinze zuerst im Kunstraum Potsdam auf- und ausgestellt hatte, begehbar. „Denn das Traumschiff ist auch als Portal zu sehen“, erklärte er. Im April hatte er mit dem Umzug seines Werkes nach Glindow begonnen. Gedauert hat es bis Anfang September. In dieser Zeit ist Chris Hinze außerdem in sein neues Atelier im ehemaligen Magazin der Ziegelmanufaktur gezogen.

Das „Traumschiff“ macht seine zweite Station nach Potsdam nun für ein Jahr in Glindow. Quelle: Jan Kiaulehn

Die Entscheidung, aufs Land zu gehen, sei ganz bewusst gefallen, wie der Künstler erzählt. „Es ist wunderbar. Ich habe hier wieder Luft zum Arbeiten und die brauche ich auch, um kreativ zu sein“, sagt Chris Hinze. Kennengelernt hat er den Geschäftsführer der Ziegelei, Harald Dieckmann, bei vorherigen Kooperationen. Im vergangenen Jahr etwa war Chris Hinze einer der drei Künstler, die in und an der Ziegelmanufaktur, inspiriert vom traditionsreichen Betrieb, individuelle Kunstwerke geschaffen haben. Die Ausstellung fand im September anlässlich des Kulturlandes Brandenburgs statt, das unter dem Motto „Handwerk zwischen gestern & übermorgen“ stand. Für sein Werk „Schnittmeister“ hat Chris Hinze Interviews mit den Angestellten der Ziegelei geführt. „In der Kunst und im Handwerk hat man nicht immer die gleichen Vorstellungen“, sagt der Künstler. Aber so langsam werde er immer wärmer mit den Arbeitern.

Mitbegründer vom Kunsthaus „Sans Titre“

Das „Traumschiff“ ist für ein Jahr immer während der Führungen des Ziegeleimuseums in Glindow zu sehen. Insgesamt hatte das Kunstprojekt 58 Helfer und Unterstützer.

Chris Hinze, Jahrgang 1969, hat sich als Autodidakt der bildenden Kunst angenähert und arbeitet seit 1992 als freischaffender Künstler. Er stammt ursprünglich aus Cottbus.

Bekannt ist er durch etliche nationale und internationale Ausstellungen aber auch als Mitbegründer des Kunsthauses „Sans Titre“ in Potsdam an der Seite von Mikos Meininger.

Kunst im Auftrag wird zum Standbein für die Ziegelei

Nachdem die Manufaktur am Glindower See im März 2016 wegen schwachen Umsätzen und Nachzahlungen an das Finanzamt vorläufige Insolvenz anmelden musste, habe sich der Betrieb wirtschaftlich wieder erholt, so Harald Dieckmann auf Nachfrage. Die Zusammenarbeit mit Chris Hinze beruhe auf einer guten Basis, denn durch die Interviews kannte er die Angestellten bereits. In seinem neuen Atelier befand sich einst ein Ausstellungsraum für Ziegel und andere Produkte aus dem Ringofen. Kunst laufe für die Manufaktur nicht mehr nur nebenbei, sondern sei zu einem Standbein geworden. „Wir machen für namhafte Künstler, wie zum Beispiel Olafur Eliasson, Kunst im Auftrag“, sagt Harald Dieckmann. Formteile werden komplett in Glindow beauftragt oder gebrannt.

Ein Ort des Schaffens für Chris Hinze. Quelle: Jan Kiaulehn

Von Luise Fröhlich

Am 19. Oktober soll die Gemeindevertretung über den neuen Standort für die Feuerwehr in Stahnsdorf entscheiden. Die Freifläche in der Annastraße ist nach Ansicht von Christian Kümpel (FDP) dafür prädestiniert – deshalb hat er eine Demo organisiert, zu der etwa hundert Unterstützer kamen. SDP und CDU haben indes andere Pläne für dieses Areal.

08.10.2017

Unterkühlt kam eine 49 Jahre alte Frau am Sonntagnachmittag ins Krankenhaus, nachdem sie mit ihrem Boot auf dem Großen Wusterwitzer See gekentert war. Ihre Enkeltochter (16) beobachtete das Unglück vom Ufer und holte sofort Hilfe.

09.10.2017

Hunderte Partygäste feierten am Wochenende das 27. Oktoberfest in Niemegk. Das Fest ist im Fläming inzwischen Tradition und über die Grenzen Potsdam-Mittelmarks hinaus bekannt. Neben echten Bayern auf der Bühne erlebten die Besucher eine neue Festhalle, alte Bräuche und einen Heimweg mit Woodstock-Atmosphäre.

08.10.2017
Anzeige