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Koriander geht in Kleinmachnow gut

Die Kunden stehen auf Frische und Qualität Koriander geht in Kleinmachnow gut

Die beiden Kleinmachnower Wochenmärkte haben seit 1. September einen neuen Betreiber. Nach der Ausschreibung hatten sich die Gemeindevertreter für das Einzelunternehmen Simolke aus Königs Wusterhausen entschieden, das für zunächst fünf Jahre die Leitung für die Märkte am Adam-Kuckhoff-Platz sowie am Rathausmarkt übernimmt.

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Der neue Marktbetreiber Rico Simolke in Kleinmachnow auf dem Adam-Kuckhoff-Platz.

Quelle: Claudia Krause

Kleinmachnow. „Hier, gute Fleischtomaten für einen Euro! Und probiert mal die leckeren Pflaumen!“ Laut, flink und fröhlich preist Marlies Hartmann die Ware am Obst- , Gemüse- und Blumenstand. Ständig kommen Kunden. Es wird geschwatzt, gelacht und gehandelt. Die 70-Jährige aus Berlin-Wedding war jahrzehntelang Marktfrau, jetzt hilft sie noch ehrenamtlich auf dem Kleinmachnower Markt am Adam-Kuckhoff-Platz. Dort wünscht sie sich zwar noch mehr Kunden, ist mit den jetzigen aber sehr zufrieden. „Sie sind nett, gucken auf Qualität und den Preis“, sagt sie. „Na, meine Gute, was soll’s heute sein? Kabeljau wie immer?“ Jens Vogel im Fisch-Wagen duzt etliche Stammkunden auf dem Markt. Immerhin steht er mit dem Wagen aus Dahnsdorf bei Niemegk seit 19 Jahren dort auf historischem Kleinmachnower Boden. Wo früher der Grenzkontrollpunkt Düppel war, wird jetzt frischer Fisch und mehr verkauft. „Ich bin hier eigentlich wunschlos glücklich“, sagt der Mann mit den wild fallenden Haaren und dem gewinnenden Lächeln. Gegenüber dampft sein Räucherofen mit Lachsforellen.

Rico Simolke hört das gern an diesem sonnigen Freitagmorgen. Der 29-Jährige hat zum 1. September die beiden Wochenmärkte in Kleinmachnow am Rathausmarkt und auf dem Kuckhoff-Platz übernommen. „Jetzt beobachte ich erst einmal alles, will die Händler, die Kunden und ihr Kaufverhalten kennen lernen“, so der gelernte Bürokaufmann. Er ist mit Märkten „groß geworden“, weil Vater Klaus-Dieter (62) seit 25 Jahren voll im Brandenburger Marktgeschäft steckt. Simolke jr. hat die Freiluftgeschäftsflächen in Treuenbrietzen, Eichwalde, Königs Wusterhausen und jetzt Kleinmachnow unter seinen Fittichen. „Mir gefällt es, immer draußen zu sein, unterschiedliche Städte und Menschen kennen zu lernen“, sagt er der MAZ. Kleinmachnow habe eine „andere Kaufkraft. Hier ist Geld da und du musst Qualität bringen, die gern etwas teurer sei kann“, erzählt Simolke. Gerade geht ein grauhaariger Mann in weißem Hemd mit Fliege und hellem Sakko vorbei. Am Arm trägt er einen Weidenkorb. „Die Leute sehen hier früh auch schon ganz anders aus“, so der Marktleiter. Selbst der Händler mit den Vogtländischen Spezialitäten, der zum ersten Mal auf dem Düppel-Markt steht, bekommt gleich einen Vorgeschmack dessen, was sich hier entwickeln kann. Woanders verkauft er von der teuren Hirschringsalami am ganzen Tag vielleicht sechs Stück. In Kleinmachnow gehen allein in den ersten beiden Markstunden schon vier Salamiringe weg.

Simolke weiß, dass Markt nur funktioniert, wenn es Regeln gibt, man viel redet und mit Augenmerk das Sortiment zusammenstellt. Miederwaren und Blusen wie sie die alten Damen in Treuenbrietzen wollen, kommen in Kleinmachnow nicht auf den Markt. Hier sind zu 90 Prozent frische Lebensmittel gefragt. Auch „ein paar Exoten“ müsse es geben. „Edel-Kräuter wie Koriander und Salbei kauft man in Kleinmachnow gern, aber nicht in Ludwigsfelde“, weiß Michael Scholz. Er steht seit 15 Jahren in der Nobelgemeinde auf dem Markt. Dort dümpelte er erst mit Tierfutter so vor sich hin, aber seit drei Jahren ist der Leipziger aus Mahlow mit Obst, Gemüse und vor allem seinen Kartoffeln der King.

Der neue Marktleiter will jetzt die Stände – etwa 16 auf jedem Platz – anders ordnen, damit die Kunden ohne Slalom ihre Runden drehen. Er denkt an Themen-Veranstaltungen und kleine Überraschungen. Der Rathausmarkt, so bekennt der junge Kaufmann, „ist schon mein kleiner Liebling“. Dort, wo Leben in Geschäften und Lokalen herrscht, möchte er gern „ein bisschen stärker die Gourmetschiene fahren“. Auf den Adam-Kuckhoff-Platz sollen Bänke, Fahrradständer und Müllbehälter für die Markttage kommen.

Im Juli hatten sich die Gemeindevertreter nach einer Ausschreibung für Simolke aus Königs Wusterhausen als neuen Marktbetreiber für zunächst fünf Jahre entschieden. Sieben ernste Interessenten gab es. Er überzeugte mit Konzept, Erfahrung und dem höchsten Pachtzins. Für beide Kleinmachnower Standorte zahlt er monatlich 3750 Euro an die Gemeinde. Dem früheren Betreiber, Peter Kramer, war im Oktober 2014 fristgemäß gekündigt worden. Der Neue hat die Verträge vom Vorgänger übernommen, die Standgebühren ausgeglichen.

Auf dem Adam-Kuckhoff-Platz wird immer mittwochs, freitags und samstags Markt gehalten, am Rathausmarkt donnerstags. Dass erst gegen 9 Uhr der Verkauf beginnt, wundert Simolke. „Woanders wird ab 8 gehandelt“, sagt er. Aber man habe ihm schon erzählt, dass „hier alle länger schlafen“.

Von Claudia Krause

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