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Potsdam-Mittelmark Wohnen an der alten Gärtnerei
Lokales Potsdam-Mittelmark Wohnen an der alten Gärtnerei
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13:24 23.11.2017
„Wir wollen es gut machen.“ Architekt Justus Mayser (l.) und Philipp Krentz vor dem Plan fürs neue Wohnviertel in Wilhelmshorst. Quelle: Jens Steglich
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Wilhelmshorst

Sie wollen sich mit ihren Planungen an die gestalterischen Prinzipien der Gartenstadtbewegung anlehnen, die Wilhelmshorst vor gut 100 Jahren eine besondere Prägung gaben, und doch Neues schaffen. Die Verbindung von Geschichte und Zukunft haben sie auch in die Überschrift geschrieben, die über dem Projekt steht: „Wohnen an der alten Gärtnerei“. Dort, wo einst Familie Liebster eine Gärtnerei betrieben hat, soll eine Mischung aus individuellen Einfamilienhäusern, Pavillons und einem kleinen Mehrfamilienhaus entstehen – verbunden mit einem Stück Ortsgeschichte, dem um 1910 gebauten und leerstehenden Wohnhaus der Gärtner-Familie, das erhalten und saniert werden soll. So sieht es das Konzept vor, das der Wilhelmshorster Philipp Krentz, Geschäftsführer der Krentz Immobilien-Vermittlungs GmbH, und der Langerwischer Architekt Justus Mayser auf den Tisch gelegt haben, um das Terrain zwischen den Straßen An der Aue und Am Waldrand zu entwickeln.

Die Flächen am Ortsrand von Wilhelmshorst, auf denen sich unter anderem das Gärtnerei-Gelände und eine frühere Tannenbaumplantage, ein Kiefernwäldchen sowie verfallene und neun noch genutzte Bungalows befinden, soll nach den Investorenplänen in zwei Teilbereiche gegliedert werden. Im Teilgebiet 1 um die frühere Gärtnerei herum können an der verlängerten Straße An der Aue 19  neue Grundstücke für Einfamilienhäuser entstehen, sagt Architekt Justus Mayser. Zudem sollen auf der Fläche neben dem Platz, der am Ende der Straße geplant ist, fünf Pavillons und ein Mehrfamilienhaus mit acht Mietwohnungen gebaut werden. Die Pavillons – kleine, eingeschossige Häuschen – sollen ebenfalls vermietet werden.

Hier soll Einstein regelmäßig zu Besuch gewesen sein:Das Wohnhaus der Gärtnerfamilie wurde um 1910 gebaut. Das Foto stammt wohl aus den 1930er Jahren. : Quelle: Privat/

Das alte Wohnhaus der Gärtner-Familie muss besondere Aufmerksamkeit bekommen, sagt Krentz. Überliefert ist, dass Albert Einstein, der geniale Entdecker der Relativitätstheorie, ein Freund des Hauses war und mit den Liebsters ab und an auf der Bank im Garten gesessen und den Apfelsaft der Gärtnersfrau verköstigt haben soll. Für das Haus und sein Umfeld gebe es verschiedene Möglichkeiten, sagt Krentz und fügt hinzu: „Dort soll ein Architekt Raum für mutige Ideen bekommen.“

Im Teilgebiet 2 an der Straße Am Waldrand sind zehn neue Grundstücke für Einfamilienhäuser geplant, über deren Gestaltung genauso wie im Gebiet 1 die einzelnen Bauherren entscheiden sollen. Für das gesamte Areal gibt es noch keinen Bebauungsplan. Bei der Bebauung will sich der Investor an Vorgaben des B-Plans halten, der im Nachbarbereich gilt. Demnach dürfen nur 15 Prozent der Grundstücksflächen mit Haus und Terrasse bebaut werden.

Die Grundstücke sollen zwischen 800 und 1100 Quadratmeter groß sein. „Hinzu kommen Pflanzgebote und Baugrenzen“, so Mayser. Im Norden und Süden bleibe ein grüner Gürtel unbebaut. Auch in Richtung B 2, die dort beim Bau tiefer gelegt wurde, soll ein Waldgürtel als Puffer zur Straße erhalten bleiben, versichert er. Für die beiden Teilbereiche sind zwei unterschiedliche Pflanzkataloge geplant: Im Teilgebiet 1, wo sich die ehemalige Gärtnerei befindet, sollen dem historischen Vorbild folgend Obstbäume und Wiesen das Bild zwischen den Häusern prägen. „Das Teilgebiet 2 soll Waldcharakter haben“, so Mayser: „Die vorhandenen Bäume sollen kartiert und erhaltenswerte Bäume erhalten werden.“

Warum er gerade die Fläche an der alten Gärtnerei entwickeln will, beantwortet Krentz so: „An der Stelle macht man den Ort nicht kaputt, sondern entwickelt ihn weiter.“ Für das Vorhaben braucht er das Mittun der Kommune und Geduld. Notwendig ist neben der Aufstellung eines Bebauungsplanes auch eine Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) der Gemeinde Michendorf. In dem Plan sind die benötigten Flächen derzeit als Grünfläche und Sonderbaufläche für Wochenendhäuser ausgewiesen oder im nördlichen Teil als Wald. Michendorfs Bauamtsleiter Christopher Gerhardt geht von einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren aus, bis die nötigen Verfahren abgeschlossen sein könnten. Den Flächennutzungsplan will die Gemeinde aus anderen Gründen derzeit gar nicht „anfassen“. Der FNP ist ein gewichtiges Argument gegen die geplante Errichtung einer Deponie in der Fresdorfer Heide. Die Kommune will die Deponie verhindern und verweist auf ihren FNP, der in der Fresdorfer Heide keine Deponie vorsieht. Der Flächennutzungsplan ist rechtswirksam, gegen ihn wurde seinerzeit auch kein Widerspruch eingelegt, so Gerhardt. Der Plan ist damit schwerer angreifbar. Weil das so bleiben soll, werden Änderungen des Flächennutzungsplans vorerst zurückgestellt. „Mir wäre lieber, wenn es schneller geht,aber es hilft ja nichts. Da müssen wir uns ein bisschen gedulden“, sagt Krentz.

Frucht vor zunehmenden Verkehr

Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) sieht in der Planung eine Abrundung der Wilhemshorster Ortsgrenze. „Hier geht aber Sorgfalt vor Schnelligkeit“, sagte er und plädierte für eine „behutsame Planung, die die Leute mitnimmt“.

In der Nachbarschaft des Areals besteht zum Beispiel die Befürchtung, dass der Verkehr zunehmen wird.

„Es wird aber Zielverkehr sein, kein Durchgangsverkehr“, sagte Architekt Justus Mayser.

Von Jens Steglich

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