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Wolf-Panikmache: Falschmeldungen im Umlauf

Jagdverband Brandenburg/Havel Wolf-Panikmache: Falschmeldungen im Umlauf

Zu mehr Sachlichkeit beim Thema Wolf ruft der Vorsitzende des Jagdverbandes Brandenburg/Havel auf. Scharf verurteilte er jetzt eine Falschmeldung, dass in Polen ein Jäger von einem Wolf getötet worden sei. „Diese Falschmeldung kam nachweislich aus unserem Verband.“

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Der Kreisjagdverband Brandenburg/ Havel verurteilt kursierende Falschmeldungen über Wölfe unter seinen Mitgliedern.

Quelle: dpa-Zentralbild

Rietz. Karl-Heinz Hohmann, der wiedergewählte Vorsitzende des Jagdverbandes Brandenburg/Havel, ruft die 412 Vereinsmitglieder zu mehr Sachlichkeit beim Thema Wolf auf. Scharf verurteilte Hohmann auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes am Freitag in der Rietzer Gaststätte „Zum Seeblick“ eine Falschmeldung, dass in Polen angeblich ein erster Jäger von einem Wolf getötet worden sei. „Das bekam ich von zehn Leuten gemeldet. Diese Falschmeldung kam nachweislich aus unserem Verband.“ Tatsächlich sei der Jäger bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Auch brandmarkte Hohmann Videofilme, die Wölfe zeigten und per Whatsapp als neu und aktuell geteilt werden würden, in Wirklichkeit aber schon zwei Jahre alt seien. Das sei Panikmache, sagte Hohmann, der für eine Obergrenze von Wölfen im Land Brandenburg eintritt.

In seiner Jahresbilanz appellierte der Reckahner ebenso an die gut 100 versammelten Waidmänner, mit den Landwirten enger zusammen zu arbeiten. Enttäuscht zeigte sich Hohmann, dass kein Vorstandsmitglied aus dem Kreisbauernverband an der Versammlung teilnahm. Es gehe um die zivilrechtliche Verpflichtung, Wildschäden, die die Bauern auf ihren Feldern etwa durch Schwarzwild erlitten, zu ersetzen. „Jagdrechtliche Belange spielen dabei keine Rolle“, so der 65-Jährige. Dafür sei es ratsam, mit den Landwirten in Kontakt zu treten und diese Wildschäden zu besprechen und Schadensvereinbarungen zu treffen. „Denkt an meinen Appell!“ Das sei sonst für Landwirte eine „Gelddruckmaschine“. Viele Jäger seien da „blauäugig“.

Karl-Heinz Hohmann ist seit vier Jahren Vorsitzender des Jagdverbandes Brandenburg/ Havel und wurde am Freitagabend in dieser Position bei der Vo

Karl-Heinz Hohmann ist seit vier Jahren Vorsitzender des Jagdverbandes Brandenburg/ Havel und wurde am Freitagabend in dieser Position bei der Vorstandswahl bestätigt. Der 65-Jährige ist zugleich Präsidiumsmitglied im Landesjagdverband.

Quelle: Marion von Imhoff

Auch der Brandenburger Amtstierarzt Knut Große war ein Redner auf der mehrstündigen Veranstaltung. „Ich bringe Neuigkeiten aus dem Tierseuchenrecht und bitte Sie, uns zu unterstützen.“ Große wies auf die Afrikanische Schweinepest hin. „Das ist eine Riesengefahr.“ In Polen sind bereits an der Seuche verendete Wildschweine gefunden worden. Auch Hausschweine sind dort schon daran erkrankt.

Der Amtstierarzt forderte die Jäger auf, vorsichtig zu sein und der Veterinärbehörde Blutproben zu bringen von Wildschweinen. Sie sollten auf sogenanntes Fallwild achten, also auf Wildschweine, die tot gefunden werden. Die Schweinepest ist unheilbar und befällt Haus- und Wildschweine. Einen Impfstoff gibt es noch nicht. Selbst gefrorenes und gepökeltes Fleisch gilt als infektiös. „Wir appellieren an alle, keine Wurst- und Fleischreste an Autobahnen oder Straßen zu entsorgen“. Wildschweine könnten die Essensreste fressen und sich so infizieren. Auch Versammlungsleiter Hubertus Fischer warnte die Anwesenden: „Wir sind nicht auf der Insel der Glückseligen.“

Der Jagdverband Brandenburg/ Havel

Der Jagdverband Brandenburg/Havel hat binnen eines Jahres 20 neue Mitglieder hinzugewonnen. Vertreten sind dort damit 412 Jäger. Der Altersdurchschnitt liegt bei knapp 60 Jahren.

Der Verband wählte am Freitag jeweils einstimmig einen neuen Vorstand: Karl-Heinz Hohmann, der seit vier Jahren Verbandschef ist, wurde als Vorsitzender wiedergewählt. Im Vorstand sind zudem: Matthias Vollmer, Axel Püschel, Lutz Strauß, Uwe Zander und mit Ines Freifrau von Heder erstmals auch eine Frau.

Zur Geflügelgrippe sagte Große, ein Ende der Gefahr sei noch nicht absehbar. Die Stallpflicht gelte weiter, niemand könne derzeit sagen, wie lange noch. Hunde seien in den Sperrzonen an der Leine zu führen. Der Vogelzug von Süden sei gerade im Anflug.

Große bat die Jäger, erlegte Füchse, Marderhunde und Waschbären zur Beprobung zu bringen. Für jeden gebe es 18 Euro Prämie in diesem Jahr. Torsten Fritz von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark erinnerte daran, nicht Silage zur Fütterung von Wildtieren zu nehmen.

Hohmann kritisierte, dass die Trichinenuntersuchung in der Stadt Brandenburg 10 Euro pro Probe koste, in Potsdam-Mittelmark jedoch bei Wildschweinen unter zwei Jahren kostenfrei sei. Amtstierarzt Große begründet die Kostenpflicht mit der angespannten Finanzlage der Stadt.

Von Marion von Imhoff

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