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Wolfgang Blasig klarer Wahlsieger

Landratswahl in Potsdam-Mittelmark Wolfgang Blasig klarer Wahlsieger

Der alte und neue Landrat Potsdam-Mittelmarks heißt Wolfgang Blasig (SPD). Er setzte sich bei der Stichwahl mit 70,4 Prozent klar gegen CDU-Herausforderer Franz Herbert Schäfer (29,6 Prozent) durch. Die Koalition mit der CDU im Kreistag will Blasig fortsetzen. Dass er bei der Stichwahl von den Linken unterstützt wurde, sei kein Vorbote für ein neues Bündnis.

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Wolfgang Blasig (SPD) feierte seinen klaren Wahlsieg am Sonntagabend mit Parteifreunden und Unterstützern im Jakobs-Hof in Beelitz.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam-Mittelmark. Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) hat sich in der Landrats-Stichwahl in Potsdam-Mittelmark klar gegen seinen CDU-Herausforderer Franz Herbert Schäfer durchgesetzt. Blasig bekam 70,4 Prozent der Stimmen (insgesamt 35 029), Schäfer erhielt 29,6 Prozent (14 750). Auch wenn die Beteiligung an der Stichwahl mit 28,6 Prozent deutlich niedriger war als im ersten Wahlgang am 25. September (46,6 Prozent) schaffte der Amtsinhaber mit gut 35 000 Stimmen auch das nötige Quorum klar, das bei 26 737 Stimmen lag.

Mit einem so deutlichen Ergebnis habe er nicht gerechnet, bekannte Blasig. „Dafür, dass schlechtes Wetter war und vielen Menschen gar nicht klar war, dass es eine Stichwahl gibt, ist es ein gutes Wahlergebnis“, sagte er am Sonntagabend und fügte hinzu: „Wir haben einen sehr fairen Wahlkampf geführt. Es wurde nie schmutzig. Dafür bedanke ich mich bei Franz Herbert Schäfer.“

Blasig will am jetzigen Bündnis im Kreistag von SPD, CDU und der Fraktion Freie Bürger und Bauern nicht rütteln. „Wir haben eine sehr gute und erfolgreiche Koalition, dabei sollte man es belassen“, sagte er der MAZ. Verabredet ist die Koalition bis 2019, erst danach seien Neuwahlen für den Kreistag.

Für Irritationen hatte bei den Christdemokraten gesorgt, dass sich Blasig und die SPD mit den Linken vor der Stichwahl getroffen hatten und dabei konkrete Punkte für die weitere Kreisentwicklung verabredeten (MAZ berichtete). Die Linke hatte nach dem Treffen ihre Anhänger aufgerufen, bei der Stichwahl Blasig zu wählen. Das Treffen sei kein Vorbote für ein neues Bündnis im Kreistag gewesen, so der Landrat. „Tenor des Gesprächs war die Stichwahl, nicht die Koalition“, sagte Blasig und fragte: „Wo ist das Problem? Die Koalition muss sich mit guten Argumenten auseinandersetzen, auch wenn sie von den Linken kommen, sonst wäre es tröge.“ Beim Kreisentwicklungsbudget etwa könne man etwas tun. Die Linke forderte als Gegenleistung für die Unterstützung Blasigs unter anderem eine Erhöhung dieses Budgets, um zwischen starken und schwachen Kommunen im Landkreis mehr als bisher ausgleichend zu wirken.

Der alte und neue Landrat sieht keine Notwendigkeit, in der nächsten Legislaturperiode Grundsätzliches zu ändern. „Einige Profile sind aber noch zu schärfen, zum Beispiel in der Kreisverwaltung der Dienstleistungsgedanke“, so Blasig. Auch die medizinische Versorgung im ländlichen Raum und die bessere Verknüpfung des Landkreises mit den Ballungsgebieten Berlin und Potsdam stehen auf der Agenda für die neue Amtszeit.

Franz Herbert Schäfer (CDU) aus Schenkenberg zeigte sich nicht betrübt über das Ergebnis. „Ich begrüße sehr, dass der Wähler gestern eine Entscheidung getroffen hat. Und ich habe mich sehr gefreut, dass ich mein gutes Ergebnis vom ersten Wahlgang fast bestätigen konnte. Dem Landrat gehört mein Glückwunsch für den eindeutigen Vertrauensbeweis der meisten Wähler“, sagte Schäfer. Er habe die Herausforderung gerne angenommen, wollte als Bewerber den Bürgern eine Wahl ermöglichen. „Für mich war es auch selbstverständlich, dass die stärkste Fraktion im Kreistag einen Spitzenkandidaten zur Landratswahl stellt. Dafür stand ich auch gerne zur Verfügung“, sagte der 56-Jährige. In seinem Wohnort hätte er mit 66,3 Prozent die Wahl gewonnen, auch im Beelitzer Ortsteil Salzbrunn mit 55,6 Prozent. Im Nachbarort Schäpe dagegen war mit 86,4 Prozent klar Blasig der Wunschlandrat. Schaut man sich die Ergebnisse in weiteren Orten an, fällt auf, dass Nachbarorte, Ortsteile und Wahllokale in einer Gemeinde sehr wohl mit unterschiedlichen Resultaten auf sich aufmerksam machen. So kam Blasig im Werderaner Ortsteil Töplitz auf fast 80 Prozent, im Ortsteil Bliesendorf nur auf 58,5 Prozent. Im Wahllokal Teltower Oberstufenzentrum wurde der Amtsinhaber mit 92 Prozent der Stimmen gewählt. SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke gratulierte zum Wahlerfolg: „Wolfgang Blasig hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er den Landkreis als Verwaltungschef voranbringt.“

„Ich bin froh, dass das Quorum erreicht und der Landrat direkt gewählt wurde und damit im Kreistag kein Gescharre um Posten stattfinden wird“, sagte Klaus-Jürgen Warnick, der im ersten Wahlgang für die Linken antrat. Er erwartet vom Landrat, „dass er sich dafür einsetzt, das Kreisentwicklungsbudget zu erhöhen und dass er künftig stärker präsent ist bei den Bürgern – so wie es vor der Stichwahl verabredet wurde“.

Landratswahl – Daten und Fakten

In Potsdam-Mittelmark gab es zum ersten Mal eine Direktwahl des Landrates.

Im ersten Wahlgang am 25. September hatten 46,6 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt.

Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) bekam vor 14 Tagen mit 45,6 Prozent die meisten Stimmen. Auf den zweiten Platz landete damals Franz Herbert Schäfer (CDU) mit 21,2 Prozent. Dahinter kamen Sven Schröder (AfD) mit 16,3 Prozent, Klaus-Jürgen Warnick (Linke) mit 14,1 Prozent und Andreas Schramm (Piraten) mit 2,8 Prozent ein.

Die Stichwahl war nötig geworden, weil kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hatte.

Von den zwölf Landrats-Direktwahlen seit 2010 im Land Brandenburg waren zuvor nur vier geglückt. Acht Mal musste wie früher der Kreistag den Landrat wählen, weil das Quorum nicht erreicht wurde. Die Wahl des mittelmärkischen Landrates Wolfgang Blasig (SPD) ist damit die fünfte geglückte. Das Quorum – 15 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten – lag für die Stichwahl bei 26 737 Stimmen, die der Sieger mindestens auf sich vereinen musste.

Wäre die Wahl am Quorum gescheitert, hätte der Kreistag entschieden, wer Landrat wird. Vorher hätte die Stelle bundesweit ausgeschrieben werden müssen.

Von Jens Steglich und Regine Greiner

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