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Selbstbestimmt bis ins hohe Alter

Seddin Selbstbestimmt bis ins hohe Alter

In einem Workshop in Seddin möchte die Fachstelle Altern und Pflege im Quartier (Fapiq) aufzeigen, dass alternde Menschen auch mit gesundheitlichen Einschränkungen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause führen können. Angesprochen werden sollen Verwaltungen, Interessengruppen älterer Menschen sowie Sozial- und Gesundheitsdienste.

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In Kähnsdorf haben Senioren eine Wohngemeinschaft gebildet, in der sie selbstbestimmt leben können und trotzdem betreut werden.

Quelle: Privat

Seddin. In einem zweitägigen überregionalen Workshop in Seddin möchten Anja Ludwig und Britta Hecht aufzeigen, dass alternde Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause führen können, auch wenn sie gesundheitlich beeinträchtigt sind. Die Leiterin der Fachstelle Altern und Pflege im Quartier (Fapiq) im Land Brandenburg beziehungsweise ihre Referentin für altersgerechtes Wohnen und Technik erwarten zu den Veranstaltungen am 30. August und am 6. September im Dorv-Zentrum in Seddin Mitarbeiter aus Kommunalverwaltungen, Interessenvertreter älterer Menschen sowie Vertreter von Wohnungsgesellschaften, Sozial- und Gesundheitsdiensten. Die Teilnehmer kommen nicht allein aus Potsdam-Mittelmark, sondern auch aus den Landkreisen Elbe-Elster und Teltow-Fläming. In einem vorangegangenen Demografie-Seminar Ende Juni in Seddin war der Wunsch geäußert worden, sich eingehender mit dem Thema „Wohnen im Alter“ zu beschäftigen.

Brandenburgs Landesregierung hatte das Fapiq-Projekt 2015 als Instrument einer Pflegeoffensive gestartet. Anlass waren die Ergebnisse einer Studie zum Thema Pflegefachkräfte. Darin wird vorausberechnet, dass 2030 rund 19 000 Pflegekräfte fehlen werden. Kooperationspartner des Projekts sind der Verein Gesundheit Berlin-Brandenburg, die Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg und das Institut für Gerontologische Forschung in Berlin. Vorerst bis zum Jahr 2019 fördern das brandenburgische Gesundheitsministerium sowie die Pflege- und Krankenkassen im Land die Fachstelle.

„Als Schlussfolgerung aus dieser Pflegestudie wollen wir Lösungen finden, wie wir pflegende Angehörige entlasten, Pflegeberufe attraktiver machen und noch bessere altersgerechte Strukturen entwickeln können“, sagt Projektleiterin Ludwig. In dem Anschluss-Seminar in Seddin soll am 30. August zunächst erfasst werden, welche altersgerechten Wohnformen bereits bestehen, wie die Gesellschaft vorhandene Angebote besser unterstützen kann und welchen Pflegebedarf es insgesamt gibt. Im zweiten Teil am 6. September wollen Ludwig und Hecht mit den Teilnehmern schon konkreter ausloten, wie beispielsweise ungenutzt leerstehende Gebäude für altersgerechte Wohnformen umgebaut werden können und welche Anforderungen Neubauten erfüllen müssen.

„Dabei werden wir auch untersuchen, wie erfolgreiche Beispiele auf neue Projekte übertragen und angepasst werden können“, kündigt Referentin Hecht an. Solche Beispiele gäbe es in Potsdam-Mittelmark im Evangelischen Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin mit seinen Altenhöfen in Teltow, Lehnin, Groß Kreutz, Golzow, Damsdorf und Deetz sowie mit dem Betreuten Wohnen in Beelitz und Caputh. Auch das Wohnstift Augustinum in Kleinmachnow oder die Seniorenresidenzen in Saarmund und Glindow zählt Hecht auf. In Kähnsdorf hat sich auf Privatinitiative mit Hilfe eines Teltower Pflegedienstes eine Senioren-Wohngemeinschaft als Alternative zur klassischen Heimunterbringung gebildet.

„Als Fachstelle beraten und unterstützen wir kostenlos und unabhängig alle Initiatoren und Initiativen neuer Pflegeangebote und Alltagshilfen. Selbst Angehörige von pflegebedürftigen Menschen können sich zu einer generationsübergreifenden Wohn-Pflege-Gemeinschaft zusammenschließen, um ihnen die vertraute Umgebung so lange wie möglich zu erhalten“, bietet Anja Ludwig an. Doch die Projektleiterin weiß auch, dass die meisten weder die Zeit noch die Kraft dafür aufbringen können.

Fachstelle hat insgesamt fünf Standorte in Brandenburg

Die Fachstelle hat insgesamt fünf Standorte im Land Brandenburg.

Neben altersgerechten Wohnformen zählen alltagsunterstützende Angebote, Quartierentwicklung und kommunale Altenhilfe und Pflegeplanung zu den Handlungsfeldern der Fapiq.

Im Landkreis gibt es derzeit 26 vollstationäre Einrichtungen, 27 ambulant betreute Wohngemeinschaften und drei ambulant betreute Einrichtungen

Von Heinz Helwig

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