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Wusterwitz Armbanduhr in der Kirchturmkugel
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Armbanduhr in der Kirchturmkugel
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22:33 14.09.2018
Der kupferne Moment: Matthias Weber bringt Kugel und Wetterfahne auf der Zitzer Kirchturmspitze an. Quelle: Rüdiger Böhme
Zitz

Es war ein denkwürdiger Augenblick, als die untergehende Abendsonne den eingerüsteten Kirchturm wie in flüssiges Gold tauchte. Wie zur Belohnung nach einer langen Zeit des Wartens küssten die letzten Strahlen das glänzende Kupfer, das seit Freitag die Spitze des höchsten Gebäudes im Dorf schmückt. Das Zitzer Gotteshaus hat seine Bekrönung zurück.

Turmbekrönung aus der Werkstatt

Die hochovale Kugel aus 1,5 Millimeter starkem Kupferblech wird noch überragt von der ebenfalls neu angefertigten Wetterfahne mit der Jahreszahl 1783, dem Geburtsdatum des barocken Steinbaus. Den krönenden Abschluss hin zum Himmelsdach bildet ein Stern mit dreieckigen Zacken – alles entstanden unter den Händen von Klempnermeister Matthias Weber, in dessen Saarmunder Blechwerkstatt schon so manche Turmbekrönung das Licht der Welt erblickte.

Die MAZ kommt mit rein: Architektin Heidrun Fleege (l.), Kirchenälteste Ulrike Schlieper und Klempnermeister Matthias Weber zeigen, was in die kupferne Schatulle für die Nachwelt kommt. Quelle: Rüdiger Böhme

Bevor der Meister das Sahnehäubchen der laufenden Turmsanierung hoch oben auf der letzten Gerüstplattform montieren konnte, wurde zu ebener Erde eine Schatulle befüllt, um die Nachwelt von dem feierlichen Akt zu berichten. Architektin Heidrun Fleege steuerte Bauunterlagen über die Restaurierung bei, Kirchenälteste Ulrike Schlieper zeigte Fotografien vom Turm.

Es folgten Münzen, Luftbilder, eine Chronik sowie eine aktuelle Ausgabe der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Walter Grosche trennte sich von einem 5 DM-Stück von 1989. Zu finden sein wird eines fernen Tages eine automatische Armbanduhr, von der sich Florin Flueras für immer trennte. Der ebenfalls aus Kupfer bestehende Zylinder wurde verlötet und dem Turmknopf beigegeben.

Abendbrot unter freiem Himmel

Während junge und alte Zitzer die einmalige Gelegenheit für einen Turmaufstieg und einen Blick auf das Fiener Bruch nutzten, eröffnete die Kirchengemeinde ein Abendbrot unter freiem Himmel. Rund 60 Gäste waren gekommen, um die neue Turmbekrönung zu feiern. Kirchenälteste Ulrike Schlieper wünschte den Bauleuten weiter ein gutes Gelingen. Bis zum Jahresende wird der Turm neu verputzt. Das Turmdach hat bereits ein neue Schiefer-Eindeckung bekommen. Möglich sind die fast 200 000 Euro teuren Arbeiten dank einer Förderung durch das Brandenburger Kulturministerium, des Kirchenkreises Elbe-Fläming, der Arbeitsgemeinschaft Alte Kirchen Berlin-Brandenburg und Eigenmittel des Kirchspiels Zitz.

Mit einer Andacht eröffnete Pfarrrer Thorsten Minuth den Festakt zur Turmbekrönung in Zitz. Quelle: Rüdiger Böhme

Mit dem Lied „Danket dem Herren!“ begann eine von Pfarrer Thorsten Minuth geleitete Andacht, zu der Kantor Thorsten Fabrizi auf der Posaune spielte. In seiner Predigt würdigte der Seelsorger das Engagement aller an der Rettung des Bauwerkes Beteiligter. „Halten Sie an Ihrer Heimat fest. Hier ist Zukunft zu finden. Es tut so gut schon von weitem den Kirchturm zu sehen, und zu wissen, hier bin ich zu Hause“, rief Minuth den Zitzern zu. Architektin Heidrun Fleege drückten in Zeiten voller Auftragsbücher andere Sorgen. „Ich bin froh, dass wir Firmen gefunden haben. Und zwar solche, die etwas von Denkmalschutz verstehen.“

 

Von Frank Bürstenbinder

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