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Wusterwitz Erst der Spargel, jetzt kommen die Erdbeeren
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Erst der Spargel, jetzt kommen die Erdbeeren
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14:57 03.05.2018
Jetzt geht’s los: In Herrenhölzer hat die Erdbeerernte begonnen. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Herrenhölzer

Die Erdbeeren sind reif. Wie das geht? Auf dem Gut Herrenhölzer wachsen die Früchte unter Folie heran. Mit dem Start in die Ernte ist das auf Sonderkulturen spezialisierte Unternehmen dem Freilandanbau um drei bis vier Wochen voraus. Ein paar Stunden Sonnenschein am Tag reichen aus, um die Hochtunnel selbst in kalten Mainächten vor frostigen Überraschungen zu schützen. Derzeit pflücken die Erntehelfer etwa eine Tonne Erdbeeren am Tag. Eine Menge, die sich in den nächsten Wochen auf drei bis fünf Tonnen steigert.

Hummeln sorgen für Bestäubung

Seit dem vergangenen Jahr wurden auf dem Gut Herrenhölzer bei Bensdorf 26 Hochtunnel in Betrieb genommen. Diese sind acht Meter breit und 130 beziehungsweise 200 Meter lang. Auf Mittel gegen Pflanzenkrankheiten kann verzichtet werden.

Für die Bestäubung der Blüten unter Folie sorgen Zuchthummeln. Für jedes der Gewächshäuser ist ein Volk mit etwa 80 Hummeln zuständig. Die Anzahl reicht aus, um die auf 900 Quadratmeter pro Zelt blühenden 7000 Pflanzen ständig anzufliegen.

Das Gut Herrenhölzer hat sich vorrangig auf Sonderkulturen wie Spargel und Erdbeeren spezialisiert. Auf fünf Hektar werden Blaubeeren angebaut. Das ehemalige Rittergut wurde 1998 von Bodo Mönich und Jürgen Streit erworben.

Nach dem Erfolg des ersten Erntejahres 2017 haben Bodo Mönich und Jürgen Streit noch einmal kräftig zugelangt. Aus 16 Gewächshäusern sind inzwischen 26 geworden. Weil die neuen Anlagen mit 200 Meter deutlich länger sind, als ihre Vorgängermodelle, konnten die beiden Besitzer des Gutes die Fläche für den geschützten Anbau auf knapp vier Hektar glatt verdoppeln. Was die Herrenhölzer ab sofort an Erdbeeren unter Folie ernten, gibt es im Hofladen und an allen Spargelständen des Betriebes zu kaufen.

Guter Umsatz ist Ansporn

„Wer hat jetzt schon Erdbeeren? Mit den frühen Früchten haben wir uns ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet, das prima zum Spargelverkauf passt“, findet Betriebsleiter Eckhard Wolter. Die guten Umsatzergebnisse im letzten Jahr waren der Ansporn für weitere Investitionen. Zusammen mit der rund acht Hektar großen Freilandplantage wird das Gut noch bis Ende Juni Erdbeeren ernten, bevor danach die Heidelbeere auf den Plan tritt. Als Neulinge im Tunnel-Anbau haben die Herrenhölzer in der ersten Saison auch einige unliebsame Erfahrungen sammeln müssen.

Christian Damaschke managt die Technik für die Erdbeertunnel. Quelle: JACQUELINE STEINER

Da wäre zum Beispiel die Bodenqualität. Trockene und sandige Stellen wechselten sich mit feuchten und tiefer gelegenen Löchern ab. Letztere soffen teilweise in der künstlichen Beregnung ab. Deshalb wurde bei den Neuanlagen auf eine bessere Homogenität des Erdreichs geachtet. Außerdem bekamen die Herrenhölzer die Kraft des Windes zu spüren. Extra Sicherungen sollen nun vermeiden, dass sich Folien bei Sturm selbstständig machen.

Smarte Landwirtschaft

Zu modernen Anbaumethoden gehört die Digitalisierung der Landwirtschaft. Temperatur und Feuchtigkeit in den Hochtunneln werden mit Sensoren überwacht, die ihre Daten per App auf das Smartphone von Christian Damaschke übertragen. Wird es für die Pflanzen zu warm, muss der neue Techniker auf dem Gut handeln. „Dann heißt es Tore auf, und Seitenwände hochrollen“, weiß Damaschke, der in Herrenhölzer seine erste Erdbeersaison erlebt. Der Landwirt wechselte vom Milchgut Bahnitz nach Herrenhölzer. Bewässert werden die schnurgeraden und auf Dämmen stehenden Erdbeerreihen über Schläuche. Ohne elektronische Steuerung geht es auch dabei nicht.

Im Hofladen von Gut Herrenhölzer gibt es jetzt zwei erntefrische Produkte: Erdbeeren und Spargel. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Ausweitung der Erdbeerkulturen bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Zahl der Arbeitskräfte. Während sich hunderte Erntehelfer in der Spargelschlacht befinden, gehören mittlerweile 20 zusätzliche Frauen zur Erdbeerbrigade. Was diese behutsam in 500-Gramm-Schalen legen, wird von Tatjana Ratushna einer Qualitätskontrolle unterzogen. „Die Früchte sollen vollständig durchgefärbt und ohne Druckstellen sein. Die Kelchblätter verbleiben an der Erdbeere, damit kein Saft ausläuft“, erklärt die aus der Ukraine stammende Diplom-Agraringenieurin. Die heutige Wusterwitzerin gehört seit einem Jahr zur Stammbelegschaft und ist nicht nur bei den Erdbeeren, sondern auch im Hofladen zu finden.

Die Hochtunnel sind inzwischen zu einem Besuchermagnet geworden. Ausflügler werfen nach dem Essen und Einkaufen gerne einen Blick auf die Kinderstube für die ersten Erdbeeren der Saison.

Von Frank Bürstenbinder

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