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Wusterwitz Ferienzimmer erinnern an Friedrich und Voltaire
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Ferienzimmer erinnern an Friedrich und Voltaire
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10:41 18.05.2018
Blick in das Friedrich-Zimmer des Rogäsener Herrenhauses. Tatsächlich hat Preußenkönig Friedrich II. mehrmals bei seinem Minister Hans Dietrich von Werder auf dem Weg nach Magdeburg in Rogäsen übernachtet. Quelle: Rüdiger Böhme
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Rogäsen

Kein Zimmer ohne Kronleuchter, gediegenes Mobilar und Antiquitäten. Hier ein italienisches Bett aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, dort ein Blüthner-Flügel von 1895, an anderer Stelle die Galauniform eines napoleonischen Husaren. Das Einrichten und Möbelieren sind die großen Leidenschaften von Karl und Marion Geyer. Schritt für Schritt geben sie dem denkmalgeschützten Herrenhaus in Rogäsen seinen alten Glanz zurück.

Vor fünf Jahren gekauft

Fünf Jahre nach dem Erwerb der schlossähnlichen Anlage kann das aus Nürnberg stammende Ehepaar einen weiteren Meilenstein bei der Sanierung der weitläufigen Immobilie samt Gutspark und Blick auf den Fiener Bruch feiern. Einer von ursprünglich zwei Seitenflügeln bereichert ab sofort das touristische Angebot im Amt Wusterwitz. Dank umfangreicher Förderung konnten in dem Gebäudeteil drei Ferienzimmer mit gehobenen Standard eingerichtet werden.

Brandenburgs Minister für die Ländliche Entwicklung, Jörg Vogelsänger, und Karl Geyer geben den Seitenflügel zur Nutzung frei. Quelle: Rüdiger Böhme

„Ich gratuliere ihnen zum Mut, solch eine Immobilie zu entwickeln. Wir brauchen tatkräftige Menschen im ländlichen Raum, die das Land auch in Zukunft unterstützen wird“, sagte Brandenburgs Minister für die Ländliche Entwicklung, Jörg Vogelsänger (SPD), in dieser Woche bei der Freigabe des Seitenflügels. Denn bei allen Zuschüssen tragen die Hausherren dennoch den Löwenanteil der Investitionen, die sich bislang auf über eine Million Euro belaufen. Gemeinsam mit Schlossherr Karl Geyer durchschnitt der Minister ein blaues Band im Flur des Anbaus, der zu den liebevoll ausgestatteten Zimmern führt.

Sonne von morgens bis abends

„Das Ehepaar Geyer hat einen außerordentlich guten Geschmack bewiesen“, lobte Architekt Gerald Kühn von Kaehne die mit Bedacht ausgewählten Farben zum Beispiel in dem nach einem Herrensitz in Cornwall benannten Endsleigh-Zimmer. Das Grün als bestimmende Wandfarbe korrespondiert vortrefflich mit dem Frühling, der vor den Fenstern an Bäumen und Sträuchern geradezu explodiert. Dank zweier wieder geöffneter Wandöffnungen zur Gartenseite erwachen die Gäste im Endsleigh-Zimmer mit den ersten Sonnenstrahlen und können sich noch am Abendlicht über dem Fiener Bruch erfreuen.

Der Seitenflügel ist saniert, im kommenden Jahr ist die Fassade des Haupthauses an der Reihe. Quelle: Rüdiger Böhme

Die Nachbarn im Seitenflügel logieren entweder im Voltaire-Zimmer oder im größten Domizil, dem Friedrich-Zimmer – alle mit stilvollen Bädern ausgestattet. Zu den Übernachtungen bieten die Schlossbesitzer ein Frühstück in der sogenannten Winterküche an, wo sich die Hausgäste auch zu gemütlichen Abenden an einem großen Esstisch versammeln können.

Fördermittel gut angelegt

Heiko Bansen von der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel (LAG) sieht die bislang in zwei Bauabschnitten verwendeten Fördermittel aus dem Topf der Ländlichen Entwicklung gut angelegt. „Wir erleben hier die nachhaltig betriebene Sanierung eines denkmalgeschützten Ensembles, die auch dem Tourismus in unserer Region förderlich ist.“ Im kommenden Jahr wendet sich das Ehepaar Geyer dem 3. Bauabschnitt zu. Dabei geht es um die Fassadensanierung des Haupthauses, für die die Schlossbesitzer ebenfalls mit einer Förderung rechnen dürfen. Bei dieser Gelegenheit wird ein viertes Gästezimmer entstehen.

Neben dem Schwerpunkt „Bed & Breakfast“ bleibt das 1765 errichtete Herrenhaus Veranstaltungsort für die Havelländischen Musikfestpiele mit jährlich zwei Konzerten im Musikzimmer. Seit zwei Jahren kann im Schloss in einem separatem Trauzimmer geheiratet werden.

Von Frank Bürstenbinder

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