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Wusterwitz Feuerwehren verweigern Amtsbrandmeister die Gefolgschaft
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Feuerwehren verweigern Amtsbrandmeister die Gefolgschaft
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15:24 16.04.2018
Drei Ortswehren haben Amtsbrandmeister Ronald Melchert ihr Misstrauen ausgesprochen. Quelle: Frank Bürstenbinder
Amt Wusterwitz

Bei den Freiwilligen Feuerwehren überschlagen sich die Ereignisse. Ein offener Brief stürzt das Brandschutzwesen in die tiefste Vertrauenskrise seit der Gründung des Amtes Wusterwitz vor 26 Jahren. In dem Papier, das seit dem Wochenende kursiert, sprechen die Feuerwehren Bensdorf, Viesen und Zitz Amtsbrandmeister Ronald Melchert das Misstrauen aus. Die Ortswehrführer Klaus-Peter Bärmann, Denny Post, Alfred Knoblauch und ihre Stellvertreter fordern eine Neubesetzung des Ehrenamtes.

Brenzlige Stimmung unter den Kameraden

Und es kommt noch schlimmer: In dem an Landrat Wolfgang Blasig gerichteten Brief, der der MAZ vorliegt, drohen die Feuerwehrchefs: „Sollte dies nicht passieren, sehen wir uns gezwungen den Dienst umgehend zu quittieren. Wir wollen einen Amtswehrführer, der uns kompetent unterstützt, persönliche Belange hinten anstellt und dem es gelingt die Wehren im Amt wieder zusammenzuführen.“ Die dramatisch formulierten Zeilen lassen erahnen, wie brenzlig die Stimmung unter den Kameraden ist.

Der Zitzer Ortswehrführer Alfred Knoblauch. Quelle: Silvia Zimmermann

Deutlich wird aber auch, dass ein tiefer Riss durch die Feuerwehren geht. Rogäsen und Wusterwitz gehören nicht zu den Unterzeichnern des offenen Briefes. Darin wimmelt es von Vorwürfen gegen den langjährigen Amtsbrandmeister. Die Rede ist von arroganter Behandlung, übler Nachrede, Rufschädigung,Unterstellungen und fehlender Wertschätzung. Melchert reagiert mit Unverständnis: „Das tut weh. Über viele Jahre haben wir gut zusammengearbeitet. Die Feuerwehren sind bestens ausgestattet.“ Der Amtsbrandmeister geht von einer Kampagne gegen seine Person aus. Zumal in der jüngsten Amtsausschusssitzung vom Linken-Politiker Lothar Ohge die Frage aufgeworfen wurde, welche Qualifikationen Melchert eigentlich zum Amtsbrandmeister befähigen würde. Der MAZ sagte Melchert: „Ich habe zahlreiche Anpassungslehrgänge besucht. Die absichtlich losgetretenen Querelen bestärken mich in meinem Entschluss, die 2019 auslaufende Amtsperiode nicht mehr zu verlängern.“

Frust auch gegen Amtsdirektorin

Zwar wird in dem offenen Brief Amtsdirektorin Ramona Mayer persönlich nicht erwähnt, doch richtet sich der Frust der Feuerwehrleute offenbar auch gegen die Verwaltungschefin, die den Brandschutz neuerdings zur Chefsache erklärt hat. Bisher war Monika Bothe mit ihrem Fachbereich Bauen, Wohnen und Ordnung für das Thema zuständig. Diese musste schon ihre Funktion als stellvertretende Amtsdirektorin abgeben.

Denny Post, Ortswehrführer Viesen. Quelle: Marion von Imhoff

„Es gibt eine Unzufriedenheit auf der ganzen Linie. Das betrifft nicht nur den Amtsbrandmeister, sondern auch die Amtsdirektorin“, bestätigte der Zitzer Ortswehrführer und Mitunterzeichner Alfred Knoblauch auf Nachfrage. Von einem „Tiefpunkt“ der Beziehungen zum Amt spricht der Bensdorfer stellvertretende Ortswehrführer Jürgen Siemon. „Amtsbrandmeister und Amtsdirektorin denken, sie können machen, was sie wollen“, beklagt sich Siemon.

Das Fass zum Überlaufen brachte die verkorkste Besetzung einer ehrenamtlichen Position als stellvertretender Amtswehrführer. Nach sechs Jahren muss sich Amtsinhaber Stephan Krauße aus Viesen neu um die Funktion bewerben und bestätigen lassen. Dazu kam es bislang wegen unterschiedlicher Auffassungen unter den Feuerwehr-Führungskräften und im Amtsausschuss nicht. Es gab nämlich eine zweite von der Amtsspitze protegierte Bewerbung eines Wusterwitzer Kameraden, dem allerdings noch einige Qualifikationen fehlen.

Mehrjährige Mitgliedschaft gefordert

In dieser Konstellation schlug der inzwischen in den Ruhestand verabschiedete Kreisbrandmeister Herbert Baier die Ernennung von zwei Stellvertretern vor. Fehlende Lehrgänge könnten nachgeholt werden, so der Tenor. Entsprechend wurde die Ausschreibung im Amtsblatt geändert. Knackpunkt: Die aktuelle Stellenausschreibung fordert von Bewerbern eine mehrjährige Mitgliedschaf in der Freiwilligen Feuerwehr des Amtes Wusterwitz.

Klaus-Peter Bärmann führt die Bensdorfer Feuerwehr. Quelle: Frank Bürstenbinder

Eine Bedingung, die ein weiterer und bereits mit allen vorgeschriebenen Qualifikationen ausgestatteter Interessent aus Bensdorf nicht erfüllt, weil er nach seinem Umzug erst seit November 2017 dieser Ortsfeuerwehr des Amtes Wusterwitz angehört. Für die Bensdorfer Kameraden ein Unding: „Die Amtsführung dreht sich die Ausschreibung so hin, wie sie gebraucht wird. Aber eine Kämmerin, die erst wenige Monate im Haus ist, darf stellvertretende Amtsdirektorin sein“, moniert Jürgen Siemon von der Bensdorfer Feuerwehr. Bis zum 18. Mai nimmt das Amt Wusterwitz Bewerbungen entgegen.

Amtsbrandmeister Ronald Melchert versteht die Aufregung um die Ausschreibung nicht. „Wir kaufen nicht die Katze im Sack. Bei uns sollten sich neue Kameraden zunächst bewähren, bevor sie in eine Führungsposition gehen.“

Von Frank Bürstenbinder

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