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Wusterwitz Die geleckten Seiten der Landwirtschaft
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Die geleckten Seiten der Landwirtschaft
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15:08 12.07.2018
Diese Sattelschweine auf der Weide schafften es bis nach Wusterwitz. Quelle: Manfred Arndt/Brandenburg
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Wusterwitz

 Sie zeigen die geleckten Seiten der Landwirtschaft: Katze kuschelt mit Kalb, eine Gans im Glück, Freilandschweine mit viel Platz, ein Bulle mit Blümchen, ein Siesta haltender Junge neben einem Ferkel im Stroh. Es sind die 20 besten Aufnahmen eines Fotowettbewerbes des Landesbauernverbandes (LBV) , die seit Mittwoch in der Wusterwitzer Kulturscheune zu sehen sind.

Bald Einsendeschluss

Am 15. August endet die Einsendefrist für Teilnehmer am neuen Fotowettbewerb, der in diesem Jahr unter dem Motto „Entdeckung auf dem Hof“ steht. Ein Thema, das viel Spielraum für Fantasie lässt.

Die Bilder können digital oder per Abzug mindestens im A5-Format an den Landesbauernverband geschickt werden. Als Mail an info@lbv-brandenburg.de oder als Postsache an den Landesbauernverband Brandenburg, Dorfstraße 1, 14513 Teltow.

Gesucht werden diesmal Bilder von Menschen, die etwas auf den Höfen, in der Landwirtschaft oder bei ihren Pflanzen und Tieren entdecken. Es ist egal aus welchem Jahr die Aufnahmen stammen.

Seit nunmehr zwölf Jahren, immer von Erntefest zu Erntefest, ruft der Bauernverband zum Fotowettbewerb auf, dessen von einer Jury ausgewählten Exponate zur letzten Ausstellungsetappe nach Wusterwitz kommen. „Es ist für unsere Gemeinde eine große Ehre die Siegerfotos präsentieren zu dürfen. Die gelungenen Aufnahmen zeigen, wie wohl sich Tiere im Stall und auf der Weide fühlen können“, sagte Bürgermeister Ronald Melchert bei der Eröffnung der Vernissage.

Bei der Eröffnung der Fotoausstellung in der Kulturscheune. Quelle: Frank Bürstenbinder

Als ortsansässiger Landwirt beglückwünschte Jürgen Engel die Hobby-Fotografen zu ihrem Geschick im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken. Als Praktiker lenkte er mit nachdenklichen Worten den Blick auf die Sorgen, die die Branche im Augenblick bedrücken. „Die Erträge bei Roggen und Weizen sind wegen wochenlanger Trockenheit grottenschlecht. Und ob der Mais die Dürre übersteht, ist höchst fraglich“, sagte Engel wenige Stunden vor dem ergiebigen Regen, der in der Nacht zum Donnerstag einsetzte.

Regen für Getreide zu spät

Für das Getreide spielen die Niederschläge schon keine Rolle mehr. Beim Mais kommt es darauf an, ob die Pflanzen noch Kolben schieben. Etliche Schläge sind wohl schon verloren. Das schmälert die Futtergrundlage für die Rinder, was die Milchproduktion als Haupteinnahmequelle wegen Zukäufe teurer machen dürfte. „Immer wieder werden wir gefragt, warum unsere Kühe so große Euter haben. Doch ohne Hochleistungskühe kann kein Betrieb im Wettbewerb bestehen“, erklärte der Vorsitzende der Wusterwitzer Agrargenossenschaft den zahlreichen Gästen die Zwänge der Landwirtschaft.

Mit „Ich fühle mich gaaans wohl“ betitelte die Fotografin ihr Bild. Quelle: Martina Böttcher/Wusterwitz

Auf noch eine Realität machte Engels bei der Vernissage aufmerksam. Auch in Wusterwitz gibt es Probleme mit Wölfen. Zweimal schon sind ganze Jungrinderherden durch stromführende Koppeln ausgebrochen. In Panik geraten vermutlich durch Wolfsattacken. Unweit der Wusterwitzer Kirche wurde gar der Kadaver eines gerissenes Rehs entdeckt. Eine Wolfssichtung wurde aus der Warchauer Straße gemeldet. Zurück zum Fotowettbewerb kommend, meinte Engel: „Niemand profitiert mehr davon, wenn es seinen Tieren gut geht, als der Landwirt. Doch Tierwohl hat seinen Preis, den die Verbraucher bereit sein müssen zu zahlen.“ Mit Billig-Milch und Billig-Fleisch bleiben Fotos, wie sie in der Kulturscheune zu sehen sind, romantische Momentaufnahmen.

Jedes Jahr 400 Fotos

Traditionell folgen dem Aufruf des Landesbauernverbandes zahlreiche Mittelmärker. „Von den rund 400 Bildern, die uns jedes Jahr zugesandt werden, stammt ein großer Teil aus dem Landkreis. Aber auch aus Potsdam und Brandenburg an der Havel“, berichtete Holger Brantsch, der für die Öffentlichkeitsarbeit des LBV unterwegs ist. Mit dabei wieder die Wusterwitzer Hobby-Fotografin Martina Böttcher, die sich ganz nahe an eine Gans heran traute Noch bis Anfang Oktober kann die Ausstellung in der Kulturscheune zu den Öffnungszeiten der Touristen-Information besichtigt werden.

Von Frank Bürstenbinder

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