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Wusterwitz Große Barsche tricksen Angler aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Große Barsche tricksen Angler aus
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17:30 13.09.2018
Davon gibt es jede Menge: Jan Borek mit einem durchschnittlichen Havelbarsch. Für kapitale Exemplare braucht es eine gehörige Portion Glück. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Wusterwitz

Hilfe, ich angele mich hungrig! Mit der Fischpfanne zum Abendbrot wird es wieder nichts. Warum gibt es so viele Mini-Barsche in der Havel? Dabei schmeckt der Zander des kleinen Mannes echt lecker. Doch mal ehrlich, für Stachelritter unter 25 Zentimeter bleibt die Küche kalt. Ich frage Jan Borek, Raubfischprofi, Autor, Guide und Besitzer eines Angelfachgeschäfts. Der Plauer erklärt nicht lange, nimmt mich lieber mit in seinem Boot zur Jagd auf die Gestreiften.

Massenhaft Fisch gibt es in den Havelgewässern. Doch wer gezielt die großen Barsche sucht, muss sich schon etwas einfallen lassen, um zum Erfolg zu kommen. Die gestreiften Stachelritter sehen nicht nur schön aus, sie schmecken auch lecker.

Wir erwischen den ersten herbstlichen Tag. Über Nacht gab es einen Temperatursturz. Der Wind kommt aus Norden. Ob das gut geht? Auf dem Wusterwitzer See soll es große Barsche geben. Doch die Fische sind zickig. Wir angeln mit leichtem Gerät, dünner Schnur und kleinen Gummifischen, die mit Bleiköpfen beschwert sind. Unter der Wasseroberfläche jagen Räuber ihrer lebenden Beute nach, unsere künstlichen Köder verschmähen sie. Links liegen lassen uns auch die Rapfen, die sich vor unserer Nase klatschend auf Brutfische stürzen. Wir bleiben Schneider, und setzen um.

Viele Barsche, aber wenig große Fische

Zu den Hotspots für Raubfischangler gehört die Seegartenbrücke, die Plaue und Kirchmöser verbindet. In der Zufahrt zum Wendsee gibt es tatsächlich Barsch-Alarm. Zuerst sind es nur zaghafte Bisse, dann kurbelt Jan Borek den ersten Barsch am Gummifisch aus der Tiefe. Mächtig gewaltig ist auch dieser Kumpel wirklich nicht, dafür schön anzusehen. Groß ist bei Barschen ab 30 Zentimeter, ab zehn Zentimeter mehr wird es kapital.

Beim Angeln auf Barsch ist leichtes Gerät und feine Schnur angesagt. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der Profi-Angler kennt die Leiden der Petrijünger, die auf den Barsch ihres Lebens warten. „In den Havelgewässern gibt es ein hohes Aufkommen an Barschen. Doch leider sind die großen Artgenossen deutlich in der Unterzahl. Ganz im Gegensatz zu den Beständen in den Seen Mecklenburgs. Warum das so ist, weiß niemand so richtig“, sagt Borek. Während bei den Nordlichtern die Ansitz auf dicke Dinger Tradition hat, fristet die Barschangelei an der Havel immer noch ein Nischendasein.

Mit leichtem Gerät

Zum Barschangeln auf den Havelgewässern greift Jan Borek zu einer leichten Spinnrute mit einer 2500er-Stationärrolle, bespult mit einer 10er geflochtenen Schnur. Köder können Gummifische, Spinner oder Dropshot-Montagen sein. Auch Wurm fängt noch!

Jan Borek angelt seit seiner Kindheit. Sein Hobby machte er zum Beruf. In Plaue betreibt der Familienvater ein Angelfachgeschäft. Als Guide unternimmt er Angeltouren ins Havelland. Boreck gilt als einer der besten Kenner der Welsangelei rund um Brandenburg.

Wer trotzdem erfolgreich sein will, muss selektieren. Zum Beispiel den Köder etwas größer auswählen. Reviere beangeln, die Magnete für große Barsche sind. Davon gibt es im Brandenburger Stadtgebiet reichlich: Mühlenkessel, Brückenbauwerke, Steganlagen und Spundwände. Ganz im Gegensatz zu seinem Verwandten, dem Zander, stellt der Barsch seine Aktivität bei Dunkelheit ein. Er wird munter, wenn die Sonne aufgeht, kann aber wie auf Kommando das Fressen einstellen. Dann geht über Stunden gar nichts mehr.

Gummifische gehören in jede Köderbox. Quelle: Frank Bürstbenbinder

Davon kann zumindest unter der Seegartenbrücke keine Rede sein. Die Barsche beißen. Mein im Wasser rotierender Spinner wird genauso attackiert, wie der Gummifisch von Jan Borek. Nach jedem Wurf sind die Ruten krumm. Haben sich Barsche einmal zum Angriff entschlossen, saugen sie ihre Beute regelrecht ein. Für die Waage bleiben die Fänge wie üblich zu mickrig. Kleiner Trost für uns: Auch andere Angler können von solchen Tagen ein Lied singen.

Pfanne bleibt wieder kalt

Wo kleine Barsche sind, sollten auch große Fische sein. Das lassen einige heftige Bisse vermuten, die jedoch ohne Auswirkungen auf mein Fangbuch bleiben. Gestandene Barsche sind schlau und vorsichtig, weil sie vielleicht schon Erfahrung mit den Ködern der Menschen gemacht haben. Das Anglerglück ist auch vor der Plauer Brücke nicht auf unserer Seite, obwohl etliche kleine Räuber mit unseren Haken Bekanntschaft machen. Die Barschpfanne bleibt wieder einmal kalt.

Von Frank Bürstenbinder

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