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Wusterwitz Illegales Abfalllager: Firma muss Zwangsgeld zahlen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Illegales Abfalllager: Firma muss Zwangsgeld zahlen
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12:03 31.01.2019
Das kann so nicht bleiben, fordert das Landesamt für Umwelt. Die Verursacherfirma muss diese Ablagerungen beräumen. Die Überwachung der Anordnung erfolgt durch den Landkreis. Quelle: privat
Wusterwitz

 Seepromenade, Campingplätze, Festplatz und gepflegte Vorgärten. Viele kennen nur die Schokoladenseiten von Wusterwitz. Doch die prosperierende 3100-Einwohner-Gemeinde hat auch ihre Schmuddelecke. Ein mit Abfällen belastetes Areal, dass die Behörden seit Jahren auf den Plan ruft, befindet sich südlich der Eisenbahnlinie am Ende der Waldstraße, wo das Betriebsgelände der Wucon Recycling GmbH beginnt. Ein Unternehmen, dass sich als Dienstleister für Transporte, Container, Baustoffhandel und Baggerarbeiten empfiehlt.

Bauabfälle entdeckt

Erst vor ein paar Tagen waren sie wieder da. Kontrolleure des Landesamtes für Umwelt (LfU) und der Unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde des Landkreises gingen Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Was die Mitarbeiter entdeckten, war eine ungenehmigte Auffüllung eines ehemaligen Düngerlagerplatzes mit mineralischen Bauabfällen. Ganze Ziegelsteine und Betonbrocken sollten offensichtlich unter angefahrenen Erdmassen verschwinden. Und zwar dort, wo ein Investor die Aufstellung eines Solarparks plant. „Ich erwarte, dass der Landkreis im Genehmigungsverfahren für den Bebauungsplan Stellung zur aktuellen Entwicklung bezieht“, fordert Monika Bothe, Fachbereichsleiterin Bauen, Wohnen und Ordnung im Amt Wusterwitz.

Für diese Ablagerungen südlich der Wucon-Halle gibt es keine Genehmigung. Quelle: privat

Wenn es um illegale Ablagerungen geht, klingeln aus gutem Grund im Amt Wusterwitz und in der Kreisverwaltung die Alarmglocken. Klug geworden aus dem Fall Bernd R., der alte Müllkippen mit Abfällen füllte, statt sie zu rekultivieren, gab es eine prompte Reaktion. Die in diesem Fall zuständige Bodenschutzbehörde von Potsdam-Mittelmark ordnete gegenüber der Firma Wucon einen Stopp der Verfüllung an. Außerdem muss die Fläche wieder beräumt werden. „Auch die weitere Überwachung und der Vollzug der Anordnung liegt beim Landkreis“, teilte Thomas Frey, Pressesprecher des Landesamtes für Umwelt, mit.

Beräumung lange angeordnet

Wucon-Geschäftsführer Marco Gieler zeigte sich auf MAZ-Nachfrage einsichtig: „Die Aufschüttung soll als Untergrund für die künftigen Solarmodule dienen. Dabei waren wir etwas schneller als die Genehmigung. Wir werden jetzt sehen, was ausgebaut werden muss und welche Zertifizierungen beizubringen sind.“ Doch der Wucon-Chef sieht sich noch ganz anderen Umweltproblemen ausgesetzt. Noch immer ist sein Betriebsgelände im Außenbereich voll von Bauabfällen, Altholz und Grünabfällen. In der alten Düngerhalle lagern außerdem tonnenweise gemischte Gewerbeabfälle, obwohl das Landesumweltamt schon vor Jahren eine Beräumung angeordnet hatte.

Abfälle vom Vorgänger

„Die Beräumung sollte nach neu festgesetzten Fristen Ende 2018 abgeschlossen sein. Da diese nicht erfolgt ist, wird jetzt das angedrohte Zwangsgeld festgesetzt werden“, kündigte LfU-Sprecher Frey an. Lange hatten die Behörden Geduld mit dem Unternehmen gezeigt. Denn die Wucon Recycling GmbH ist nicht der ursprüngliche Verursacher der Abfallberge, die bis heute für Ärger sorgen. Anfang 2016 kaufte Gieler den Standort in der Waldstraße 32 von der Vorgängerfirma Smiton Recycling GmbH. Weil dieses Unternehmen ihre Anlage nicht genehmigungskonform betrieb, ordnete das LfU in mehreren Verfügungen 2007 und 2013 erst eine Teilstilllegung, später die Stilllegungen der gesamten Anlage und die Beräumung illegal gelagerter Abfälle an. Zwischendurch wurden mehrfach Zwangsgelder angeordnet und vollstreckt.

Die Einfahrt zum Wucon-Betriebsgelände mit der Halle, in der einst Dünger gelagert wurde. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der Nachfolgerfirma Wucon sind die weiter gültigen und unstrittigen Verfügungen zur Stilllegung und Beräumung bekannt. Doch trotz einer vorliegenden Planung für die erforderlichen Maßnahmen, wurden bisher nur geringe Mengen Abfälle entsorgt. Deshalb jetzt ein Zwangsgeld auch gegen Wucon. „Wir sind uns der Altlasten bewusst, doch die Einnahmen in der Phase des Unternehmensaufbaus haben bisher nicht für eine vollständige Beräumung gereicht. Wir werden aber weiter daran arbeiten“, erklärte Geschäftsführer Gieler gegenüber der MAZ.

 

Von Frank Bürstenbinder

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