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Wusterwitz 45 Liter – Landwirte freuen sich über Regen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz 45 Liter – Landwirte freuen sich über Regen
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16:35 02.08.2018
Dietlind Tiemann auf Gut Herrenhölzer im Gespräch mit Landwirten und Gärtnern. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Bensdorf

Entspannte Gesichter auf Gut Herrenhölzer. Das Sommergewitter in der Nacht zum Donnerstag hat den Erdbeerplantagen, Spargelfeldern, Maisschlägen und dem Grünland 45 Liter Regen auf den Quadratmeter beschert. Solch eine Niederschlagsmenge auf einen Schlag hat es seit Monaten im äußersten Westen Brandenburgs nicht mehr gegeben.

„Ich habe mich gefreut wie ein Schuljunge für den Ostern und Weihnachten zusammenfallen“, schildert ein aufgeräumter Eckhard Wolter seine Gefühlslage. Der Betriebsleiter des Gutes schaut nach dem Regenguss wieder optimistischer in die nächsten Tage. „Das Gras wird wieder wachsen, die Neuanpflanzungen atmen in dem gut durchfeuchteten Boden auf. Unsere künstliche Bewässerung kann keinen Landregen ersetzen“, sagte Wolter der MAZ.

Hohe Verluste bei Getreide

Für das Getreide kommt der Regen zu spät. Roggen, Weizen und Gerste sind mit Verlusten von 50 Prozent längst abgeerntet. So wurden bei Weizen nur 20 Doppelzentner je Hektar vom Halm geholt, bei Gerste waren es 30 Doppelzentner. Wenigstens die in die Erde gebrachten Zwischenfrüchte profitieren von der Feuchtigkeit. Die lokale Verteilung des Regens war höchst unterschiedlich. Ziesar bekam deutlich weniger Niederschlag ab, aus Genthin wurden dagegen 100 Liter gemeldet, in Brielow waren es zehn Liter.

Betriebsleiter Eckhard Wolter (l.) bei einer sommerlichen Gesprächsrunde mit Andreas Jende vom Gartenbauverband Berlin-Brandenburg Quelle: JACQUELINE STEINER

Am Donnerstag besuchte Bundestagsabgeordnete Dietlind Tiemann (CDU) das Gut Herrenhölzer, um sich über die aktuelle Lage des Landwirtschaftsunternehmens zu informieren. Mit dabei waren auch Landwirte und Betriebsleiter aus anderen Betrieben, Kommunalpolitiker aus der Gemeinde Wusterwitz sowie der Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg, Andreas Jende.

Tiemann nahm die Forderung entgegen sich im Bund für Förderprojekte stark zu machen, mit denen in Beregungsanlagen investiert werden kann. Diese seien für die Bewässerung, aber auch als Frostschutzberegnung nötig, so Gartenbau-Geschäftsführer Jende. Außerdem beklagte Gutsverwalter Wolter die Genehmigungsbürokratie für das Bohren eines Brunnens.

Erdbeeren brachten Umsatz

Sein Betrieb lebt hauptsächlich vom Anbau von Sonderkulturen. Die Anbaufläche von Erdbeeren in Folientunneln wurde verdoppelt. Die erfolgreiche Ernte hat wesentlich zu guten Ertragslage beigetragen. Bei Spargel habe es zwar wegen der durchgehenden Wärme eine Rekordernte gegeben, was sich jedoch wegen des Preisdrucks nicht im Gewinn wiederspiegelte, berichtete Wolter. Einen guten Ertrag liefern derzeit die Blaubeeren. Doch auch diese brauchen Wasser. Trotz künstlicher Bewässerung sind Sträucher vertrocknet.

Wegen der Dürre sind andere Probleme etwas in den Hintergrund getreten. Dazu gehören die Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Erntehelfern. So müssten Verträge mit Weißrussland und der Ukraine her, um Saisonkräften aus diesen Ländern das Arbeiten in Deutschland zu ermöglichen, forderte der Gartenbau-Vorsitzende Jende. Auch dieses Thema wolle sie an den zuständigen Fachausschusss des Bundestages herantragen, versprach Bundestagsabgeordnete Tiemann, deren hauptsächliches Betätigungsfeld die Bildung ist.

Von Frank Bürstenbinder

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