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Wusterwitz Sporthaus soll DDR-Baracken ersetzen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Sporthaus soll DDR-Baracken ersetzen
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11:24 11.10.2018
So soll die Seeseite des neuen Sporthauses auf dem Wusterwitzer Sattelplatz aussehen. Ob es je realisiert wird, hängt von vielen Faktoren ab. Quelle: Uli Krieg Architekten
Wusterwitz

Der Sattelplatz an der Seepromenade könnte bald zu einer Baustelle werden. So wünscht es sich jedenfalls der Sportverein Blau-Weiß Wusterwitz. Zusammen mit dem Brandenburger Architekten Uli Krieg hat Vorstandsvorsitzender Uwe Timm am Mittwoch den Gemeindevertretern erste Pläne für ein Sporthaus vorgestellt. Der Neubau, der nicht nur den Kanuten vorbehalten bleiben soll, ist als Ersatz für die Baracken aus DDR-Zeiten vorgesehen.

Sportliche Gemeinde

Der Sportverein Blau-Weiß Wusterwitz ist auf Zuwachs ausgerichtet. Im vergangenen Jahr haben über 100 junge Mitglieder den Weg zum Vereinssport gefunden. Neben Kanu gibt es Tischtennis, Volleyball, Handball, Fußball, Badminton, Gymnastik, Billard und Wassertouristik.

Ein neues Sporthaus soll auch die Attraktivität des Wusterwitzer Sees als Regatta-Standort für Kanuten erhöhen. Die Nachfrage aus dem Landesverband ist da. Das Vorhaben wurde in einer erweiterten Vorstandsrunde auf den Weg gebracht.

Eine weitere Herausforderung für den Wusterwitzer Sport ist die Sporthalle, deren Kapazität erschöpft ist. 30 Mannschaften aus vier Abteilungen müssen ihre Trainingszeiten unter einen Hut bekommen. Der Sportverein hält eine Erweiterung für nötig.

„Wir alle wissen, wie marode die derzeitige Substanz in den Sanitäranlagen und Umkleideräumen ist. Bei Regatten ist deren Nutzung fast nicht mehr zumutbar. Es wird von Jahr zu Jahr schwerer die Rohre dicht zu halten. Und für das Ortsbild sind die Aufbauten auch kein Vorbild“, sagte Timm. Ein neues Sporthaus könnte von den anderen Abteilungen im Verein, für Feuerwehrveranstaltungen und für die touristische Erschließung genutzt werden, warb der Vereinsvorsitzende bei den Abgeordneten für das Projekt.

Diskussion am Anfang

Blau-Weiß will die Kommune als Träger des Vorhabens gewinnen. Außerdem müsste Wusterwitz rund 25 Prozent der Gesamtkosten aus dem Haushalt als Eigenanteil übernehmen. Bei einem geschätzten Aufwand von etwa 744 000 Euro wären dies 186 000 Euro. Doch darüber sind in dieser Woche noch keine Entscheidungen gefallen. Für Bürgermeister Ronald Melchert steht die Diskussion über dieses Thema noch ganz am Anfang. Auch Amtsdirektorin Ramona Mayer sagte, dass über einen Zuschuss erst noch entschieden werden müsse.

Die Funktionsgebäude aus DDR-Zeiten sind veraltet. Quelle: Frank Bürstenbinder

Wichtigste Voraussetzung für die Realisierung des blau-weißen Wunschtraums ist allerdings die Aufnahme in das LEADER-Förderprogramm „Goldener Plan Brandenburg“. Aus diesem Topf erhoffen sich die Sportler 75 Prozent Förderung. Doch ob der bereits gestellte Förderantrag Chancen auf eine Bewilligung hat, ist derzeit völlig offen. Der Verein selbst würde den Abriss der Altbauten und einen Bruchteil der Kosten übernehmen.

Zu einem Problem könnte das Baurecht werden. Die geplante Baufläche auf dem Sattelplatz befindet sich im Außenbereich. Möglicherweise verlangt der Landkreis die Aufstellung eines vorhabenenbezogenen Bebauungsplans. Gewissheit kann nur eine Bauvoranfrage bringen, die ebenfalls zusätzliche Kosten verursacht. Grundsätzliche Bedenken wurden von den Gemeindevertretern nicht vorgetragen. Alle weiteren Entscheidungen in der Kommune hängen von den Förderaussichten ab.

Küche mit Essenausgabe

Und so könnte es einmal auf dem Sattelplatz gegenüber dem Centro Vita aussehen: Zwei entgegengestellte Pultdächer bedecken ein in Holzständerbauweise errichtetes und mit Lärchenholz verkleidetes Funktionsgebäude, das nur aus dem Erdgeschoss besteht. Die zum Sattelplatz ausgerichtete Dachhälfte wird mit rund 100 Photovoltaikmodulen belegt, um Betriebskosten zu sparen. Zum See hin wird es eine kleine Terrasse und die Essenausgabe der Küche geben. Sanitär- und Umkleideräume, Büro und Beratungszimmer, Lager und Technikraum verteilen sich auf rund 235 Quadratmeter beheizbare Nutzfläche. Die Außenmaße des mit einer Elektrofußbodenheizung ausgestatteten Sporthauses betragen 22 mal 12 Meter.

Die Idee eines neuen Sporthauses ist vom Grundsatz her nicht neu. Vor rund zehn Jahren wurden schon einmal Pläne vorgestellt. Sogar eine gültige Baugenehmigung gab es. Doch diese ist längst erloschen. Am Ende scheiterte das Projekt an der Finanzierung. „Der neue Entwurf greift in abgespeckter Form die Grundrisse der damaligen Vorstellungen auf. Allerdings ist jetzt keine Bootshalle mehr vorgesehen“, sagte Architekt Krieg.

Von Frank Bürstenbinder

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