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Wusterwitz Drama im Damwildgatter: 26 Tiere tot
Lokales Potsdam-Mittelmark Wusterwitz Drama im Damwildgatter: 26 Tiere tot
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09:52 19.07.2018
Weit verteilt liegen die Kadaver im Damwildgatter. Polizisten und Landeigentümer Uwe Lehmann verschaffen sich einen Überblick. Quelle: Frank Bürstenbinder
Wusterwitz

Die Spur der Wölfe führt jetzt auch bis nach Wusterwitz. Zwar war kein Mensch dabei und ein amtliches Gutachten steht aus, doch war es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein großer Beutegreifer, der der sommerlichen Idylle an der alten Kiesgrube ein jähes Ende setzte.

Überall Kadaver

Einen verstörenden Anblick bot am Mittwoch das von Andrea und Christian Richter betriebene Damwildgatter unweit der Warchauer Straße. Kadaver lagen auf der Weide, im Wasser und in hohen Gräsern. Einige Tiere waren halb aufgefressen, andere lagen auf der Seite wie vom Schlag getroffen. Kehlbisse waren zu erkennen, was die Vermutung nahe legt, dass mindestens ein Wolf im Spiel war. Daneben gibt es Tiere, die das Massaker mit einigen Fleischwunden am Körper überlebt haben.

Damwild-Kadaver mit Kehlbiss im Wusterwitzer Damwildgatter Quelle: frank Bürstenbinder

„Es ist einfach nur furchtbar. Das ganze Jahr kümmert man sich um die Tiere. Und plötzlich kommen sie auf diese schreckliche Weise ums Leben“, bedauerte Andrea Richter. Ihr geht es nicht nur um den wirtschaftlichen Schaden. Die Tiere gehören zum Lebensinhalt des Ehepaares. Ihr Mann kann nicht vor Ort sein. Als Bundeswehrangehöriger ist er gerade auf dem Weg zu einer Übung. Vom Drama im Gatter informierte ihn seine Ehefrau am Telefon. „Mein Mann ist ebenso entsetzt wie ich“, sagte Andrea Richter der MAZ.

Polizei war vor Ort

Die Brandenburger Polizei schickte sogar zwei Beamte nach Wusterwitz. Diese verschafften sich noch vor dem Eintreffen der Wolfsexperten bei einem Rundgang einen Überblick über die Lage und dokumentierten die Fundstellen. Zunächst war von 18 Kadavern ausgegangen worden. Am Mittwochabend erhöhte sich die Zahl der aufgefundenen toten Tiere auf insgesamt 26 Stück Damwild, die Opfer des nächtlichen Angriffs wurden. Diese müssen jetzt alle geborgen und entsorgt werden.

Andrea Richter betreibt mit ihrem Mann Christian das Damwildgatter. Quelle: Frank Bürstenbinder

Zu Tode gekommen sind sowohl Muttertiere als auch Jungtiere. Die Richters müssen jetzt abwarten, ob die verwaisten Jungtiere von anderen Müttern angenommen werden. „Wenn nicht, müssen wir sie zu Hause aufpeppeln“, meinte Andrea Richter. Was genau sich in der Nacht zum Mittwoch unweit der Wusterwitzer Siedlungskante abspielte, kann man nur vermuten.

Tiere in Panik

Offensichtlich stellte der 1,60 Meter hohe Wildzaun für die Angreifer kein Hindernis dar. Gestern blieb offen, ob die weitläufige Umzäunung untergraben oder übersprungen wurde. Mit der Rückkehr der Wölfe wird klar, dass diese Variante des Schutzes allein nicht ausreicht. Einmal im Gatter müssen sich der oder die Angreifer über das Damwild hergemacht haben. Die Folge dürften panische Reaktionen gewesen sein, wie im Wasser des kleinen Kiessees aufgefundene Kadaver zeigen.

Ein Polizist fotografiert ein im Wasser liegenden Kadaver. Quelle: Frank Bürstenbinder

Geschockt zeigte sich am Mittwoch auch Uwe Lehmann, der Eigentümer der Fläche. Der Wusterwitzer hatte dort selbst 15 Jahre lang Gatterwild gehalten. 2013 verpachtete er das Gatter an Familie Richter. „Ich habe das alles aufgebaut. Hinter diesem Drama steckt der Wolf“, ist Lehmann überzeugt. Erst vor wenigen Tagen berichtete eine Wusterwitzerin von der Sichtung eines Wolfes in der Warchauer Straße. Außerdem wurde unweit der Kirche ein gerissenes Reh entdeckt.

Den letzten bekannt gewordenen Wolfsangriff auf eine Gatterwildhaltung in Potsdam-Mittelmark hatte es im März diesen Jahres in Locktow (Amt Niemegk) gegeben. Dort verlor Gerhard Kernchen auf einen Schlag zehn Stück Damwild trotz stromführender Litzen.

Von Frank Bürstenbinder

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