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YouTube löst bei Beelitzerin „Helfervirus“ aus

Hilfe für Obdachlose YouTube löst bei Beelitzerin „Helfervirus“ aus

„Helfen ist nicht schwer“, sagt Manuela Liß. Die Beelitzerin hat beschlossen, mit Obdachlosen essen zu gehen. Weil so ein Einfall schwerer als gedacht umzusetzen ist, wählt sie zunächst andere Wege, Bedürftigen zu helfen – und hat Erfolg. Anstoß zu ihrem Handeln gab ein einfaches YouTube-Video.

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Ein Obdachloser liegt auf einem Schlafsack.

Quelle: dpa

Beelitz. Berührende Filme können ansteckend sein. Die Beelitzerin Manuela Liß hat bei YouTube ein Video gesehen und danach beschlossen, mit 15 Obdachlosen in Potsdam essen zu gehen. „Es sollte in der Öffentlichkeit sein, also dort, wo Obdachlose sonst weggeschickt werden“, erzählt sie. So ein spontaner Einfall ist freilich schwerer umzusetzen als gedacht. Schließlich müssen die Eingeladenen die Einladung auch annehmen. Beim ersten Kontakt mit Obdachlosen in Potsdam hatte sie den Eindruck, „dass nach außen eine gewisse Aggressivität da war, im Gesicht aber so etwas wie Angst, was da mit ihnen passieren würde“.

Vertrauen muss erst aufgebaut werden

Grund für die Abwehrhaltung könne auch Scham über die eigene Lage gewesen sein, vermutet Manuela Liß. „Man muss erst einmal Vertrauen aufbauen“, sagt sie. Ihr Vorhaben, mit Obdachlosen essen zu gehen, ist deshalb aufgeschoben. Den Entschluss, Bedürftigen zu helfen, setzte sie aber sofort in die Tat um. Die Mutter von drei Kindern schrieb Unternehmen und Hilfsorganisationen an, klapperte Bäckereien ab und sammelte so einiges an Spenden ein. Mit Brot und Brötchen, gespendet von den Beelitzer Bäckereien Exner und Schrey, machte sich die 38-Jährige auf den Weg zur Potsdamer Suppenküche. Mit dabei hatte sie auch eine Menge Fünf-Minuten-Terrinen, die Maggi spendete – jenes Unternehmen, das mit seiner Suppenwürze berühmt wurde. Über Facebook hatte die Beelitzerin Kontakt aufgenommen. Die Schweizer Firma schickte ihr per Paket die Fünf-Minuten-Terrinen.

Nehmen die von Manuela Liß gesammelten Spenden gern an

Nehmen die von Manuela Liß gesammelten Spenden gern an: Gabriela Kozian und Kerstin Schimming von der Suppenküche in Potsdam.

Quelle: Privat

Kein Päckchen aus dem Bundeskanzleramt

Aus dem Bundeskanzleramt kam kein Päckchen, nachdem sie sich über Facebook auch an die Kanzlerin gewandt und um Hilfe für Hilfsorganisationen wie die Potsdamer Tafel gebeten hatte. Aber ein Referent von Angela Merkel antwortete ihr. Tenor: Eine Kanzlerin könne nicht einzelne Institutionen gesondert bedenken. Sein Rat: An die Landesregierung oder den Landtag wenden. Das hat sie auch getan. Vorher nahm sie unter anderem Kontakt zur Berliner Band Krogmann auf, die ein Benefizkonzert für Hilfsbedürftige anbietet, und zu Tim Wilhelm, Mitglied der Band „Münchner Freiheit“, der Sachspenden geben will.

Manuela Liß

Manuela Liß: „Ich will zeigen, dass Helfen nicht schwer ist.“

Quelle: Steglich

„Die Gesellschaft hat mich aufgefangen“

Mit dem „Hilfsvirus“ hat sie inzwischen auch ihre Familie und Arbeitskollegen angesteckt. „Meine Tochter hat gleich in ihrer WG nach Spenden gefragt. Sie haben ein bisschen Geld gesammelt und zwei Decken gegeben“, erzählt die Mutter, die Decken und im Internet gekaufte Schlafsäcke dem Potsdamer Sozialarbeiter-Projekt Wildwuchs und der gemeinnützigen GmbH „Creative Sozialarbeit“ (Creso) übergab, die sich um Obdachlose kümmern.

 

Von Jens Steglich

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