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Zahl der Erdbestattungen geht deutlich zurück

Groß Kreutz Zahl der Erdbestattungen geht deutlich zurück

Brigitte Schüler kam anfangs jeden Tag zum Grab ihres Mannes. Doch auch heute, Jahre später, ist sie noch zweimal die Woche dort. Viele Menschen wollen ihren Hinterbliebenen die Grabpflege nicht mehr zumuten. Es ist auch eine Kostensache. Der Trend geht zu anonymen und halbanonymen Bestattungen. Deswegen ist der halbe Deetzer Friedhof nur noch eine grüne Wiese.

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Brigitte Schüler am Grab ihres Mannes auf dem Deetzer Friedhof. Zweimal die Woche kommt die 74-Jährige zur Pflege der Ruhestätte dorthin.

Quelle: Marion von Imhoff

Deetz. Am Fuße einer Anhöhe auf dem Deetzer Friedhof liegt die Ruhestätte der Familie Schüler. Dass sie häufig gehegt und gepflegt wird, ist ihr anzusehen. Brigitte Schüler ist anfangs jeden Tag zum Grab ihres Mannes gegangen. „Ich konnte nicht anders“, sagt sie. Nun schafft es die mittlerweile 74-jährige frühere Mitarbeiterin der Reichsbahn noch zwei Mal die Woche und am Wochenende zum Friedhof.

Auf der letzten Ruhestätte ihres 2002 verstorbenen Mannes wächst frisch gepflanztes Heidekraut neben Silberblatt. Ein Strauß gelber und weißer Chrysanthemen steht in einer Vase neben dem Grabstein. „Heutzutage hat kaum einer noch Zeit für die Grabpflege“, sagt Brigitte Schüler. Sie schaut auf von ihrer Arbeit und grüßt eine 20 Jahre jüngere Frau, die zu einer Grabstelle in der Nähe geht. Die beiden Frauen kennen sich seit Jahren von ihren Begegnungen auf dem Friedhof.

Heidelind Schmidt (54) klaubt die Blätter vom Grab ihrer Eltern auf. Einmal die Woche macht sie sich auf den Weg dorthin. Bis auf die beiden ist kein Angehöriger auf dem Deetzer Friedhof zu sehen. Der ist mit 7510 Quadratmetern nach Groß Kreutz der zweitgrößter kommunale Friedhof der Gemeinde. Doch jenseits des Mittelweges sind nur noch wenige Ruhestätten erhalten. Zwischen Weg und Friedhofsmauer liegen viele hundert Quadratmeter Wiese. „Noch vor wenigen Jahren waren dort auch noch Gräber“, erinnert sich Brigitte Schüler. Doch die Ruhezeiten vieler dutzend Gräber, in der Regel 25 bis 30 Jahre, waren abgelaufen und sie wurden beräumt.

60 Beisetzungen in diesem Jahr, aber nur wenige Erdbestattungen

Im jüngsten Bauausschuss der Gemeinde Groß Kreutz war die Situation auf den fünf kommunalen Friedhöfen Thema. Der Deetzer Friedhof ist nur noch zur Hälfte benutzt. Anderswo sieht es ähnlich aus. Dass die Friedhöfe verkleinert werden, schließt der Groß Kreutzer Bürgermeister Reth Kalsow aus. Bei den bisher rund 60 Beisetzungen in diesem Jahr seien die meisten in Urnengemeinschaftsgräbern erfolgt, heißt es in der Gemeindeverwaltung. Nur vereinzelt entschieden sich die Angehörigen für Sargbestattungen, wohl auch häufig auf letzten Wunsch des Verstorbenen.

„Der Trend geht zu Urnenbeisetzungen, zu anonymen und halbanonymen Begräbnissen“, sagt Kalsow. „Es besteht der Wunsch, dass der Name da ist, aber gleichzeitig die Pflege gewährleistet ist und nicht auf den Angehörigen lastet.“ In Götz wird nun überlegt, eine solche Begräbnisart zu ermöglichen. Es gebe viele Anfragen, ob nicht halbanonyme Bestattungen möglich seien, so dass ein kleinen Schild an den Verstorbenen erinnere. Nur sechs Grabstellen wurden auf den fünf Friedhöfen in diesem Jahr neu angekauft. Überwiegend wurden Erdbegräbnisstätten von Familien für Urnenbeisetzungen genutzt. In diesem Fällen ist nur ein Nachkauf für einige Jahre nötig.

Die Friedhöfe in Bochow, Deetz, Götz, Groß Kreutz und Schmergow sind zusammen knapp 30 000 Quadratmeter groß und Ruhestätten von 1161 Gräbern.

Von Marion von Imhoff

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