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Im Schaudepot geht die Welt auf Reisen

Zauchwitz Im Schaudepot geht die Welt auf Reisen

In Zauchwitz baut Klaus Hänel nach eigenen Angaben „Deutschlands erstes Reise- und Tourismusmuseum“ auf. Nach seinen Recherchen gibt es nur im italienischen Meran in Südtirol etwas Vergleichbares. Hänel will nicht bloß Reiseutensilien zeigen, sondern das Reisen und seine Nebenwirkungen auch wissenschaftlich erforschen.

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Jetzt auch mit Kino im Museum: Mit dem mehr als 60 Jahre alten 8-Millimeter-Filmprojektor zeigt Klaus Hänel Urlaubsfilme, die mindestens ebenso alt sind.

Quelle: H. Helwig

Zauchwitz. „Mein Museum hat jetzt sogar einen eigenen Bahnanschluss“, scherzt Klaus Hänel und deutet amüsiert auf die kleine Modellbahnplatte vor ihm. Auf dem Miniaturstationsgebäude steht eindeutig zu lesen „Reisemuseum“. Die kleine Bahnhofsanlage hat Hänel geschenkt bekommen wie 95 Prozent seiner anderen Exponate. Im ehemaligen Kuhstall eines früheren Bauernhofes in Zauchwitz baut der vormalige Städte- und Verkehrsplaner aus Berlin seit elf Jahren „Deutschlands erstes Reise- und Torismusmuseum“ auf. Etwas Vergleichbares gäbe es nur im „Touriseum“ in Meran in Südtirol, sagt Hänel.

Dicht beieinander stehen oder liegen knapp 3000 Einzelstücke aus etwa
60 Ländern, die irgend etwas mit dem Reisen, mit Urlaub und Tourismus oder mit den Kulturen fremder Länder zu tun haben. Neben bekannten Reiseutensilien wie Koffer und Spazierstöcke kann Hänel seinen Besuchern auch etwas skurrile Accessoires wie beispielsweise einen stromlosen DDR-Reiserasierer mit Federspannung oder einen Reise-Fön aus Asien zeigen.

Vor kurzem hat er sein Schaudepot, wie Hänel selbst seine Sammlung lieber bezeichnet, mit einer Multimedia-Ecke etwas „aufgepeppt“. Nun kann er seinen Gästen mit einem mehr als 60 Jahre alten 8-Millimeter-Filmprojektor Urlaubs- oder Reisefilme vorführen, die mindestens so alt sind wie das Gerät. An einem Computer können sich Besucher informieren, wo im Museum sie die jeweilige Themen- oder Gegenstandsabteilung finden. Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, dem 21. Mai, zeigt und erläutert Hänel Interessierten gern seine „Reisekugel“.

Den Begriff „Museum“ mag Klaus Hänel nicht so sehr. Das klingt für ihn nach alt und verstaubt. „Da geht man höchstens nur einmal hin und das war’s“, sagt er. In seinem Schaudepot soll es immer etwas zu schauen geben, so dass der Besucher neugierig bleibt und öfter wiederkommt. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Das Reisemuseum liegt abseits der Touristenströme und ist noch relativ unbekannt, auch wenn jetzt auf den Internetportalen www.museum.de und www.museum.digital dafür geworben wird.

Hänel will aber nicht allein nur Souvenirs ausstellen. Er setzt sich auch wissenschaftlich mit dem Reisen, seinen Nebenwirkungen und seinen Perspektiven auseinander. Alljährlich veranstaltet er im Herbst ein Fest mit einem Thema, um sein Museum bekannt zu machen und um mit Fachleuten über die Reisewissenschaft, den „Travelismus“, zu diskutieren. In diesem Jahr geht es am 9. und am 10. September um „Kleine Fluchten und große Abenteuer“.

Im vorigen Jahr kamen 200 Besucher ins Museum

Am Museumstag hat das Schaudepot in der Zauchwitzer Dorfstraße 16a von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Beim Festumzug zum Ortsjubiläum in Stücken am 1. Juli ist Klaus Hänel mit einem eigenen Wagen „700. Jahre – 70 Ziele“ dabei.

Im vorigen Jahr hatte das Reisemuseum etwa 200 Besucher.

Infos unter www.reise-tourismus-museum.de

Von Heinz Helwig

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