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Potsdam-Mittelmark Theater im Museum
Lokales Potsdam-Mittelmark Theater im Museum
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18:00 22.10.2017
Klaus Hänel (links, stehend) will mit inszenierten Geschichten eine neue Sicht auf die Ausstellungsstücke seines Reisemuseums in Zauchwitz wecken. Quelle: Privat
Zauchwitz

Verstaubt wie manches Ausstellungsstück ist die Annahme, Museumsbesucher würden noch immer vor den Regalen und Tischen verharren und die stummen Hinterlassenschaften vergangener Zeiten ehrfurchtsvoll bestaunen, sagt Klaus Hänel in Zauchwitz. Er will sein kleines, aber bisher wohl einziges Reisemuseum in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes neu in Szene setzen. Hänel lädt Schauspieler, Musiker und Stückeschreiber, aber auch andere kleinere Museen ein, mit ihm eine Arbeitsgemeinschaft zum Aufbau eines mobilen Museumstheaters zu gründen.

„Wir wollen unsere Museumsstücke aus den Vitrinen hüpfen lassen“, überschreibt Hänel sein Projekt. Jeder Gegenstand hat seine individuelle Geschichte oder bietet sich für eine frei erfundene spannende Handlung an. Statt endlos lange Texttafeln durcharbeiten zu müssen, sollen die Besucher die Infos in einem fünf- bis 15-minütigen kurzweiligen Schauspiel zuweilen mit Konzertbegleitung präsentiert bekommen. In solch einem Programm könnten gleich mehrere Exponate eingebunden werden. Beispiele dafür hat sich Hänel bei der erst 2014 gegründeten „International Museum Theater Alliance“ in den USA sowie in Frankreich und in Großbritannien angesehen. Mit den in Deutschland stattfindenden Karl-May- beziehungsweise Klaus-Störtebeker-Festspielen ließe sich seine Idee indes nicht vergleichen, erklärt er. „Deren Ziel ist es, mit einem geschichtlichen Hintergrund die Leute zu unterhalten. Wir wollen auf unterhaltsame Weise unsere Gäste auf unsere Ausstellungen aufmerksam machen.“

Als Initiator will der Museumsleiter sein Projekt in seinem eigenen Haus starten. Dazu sollen die Vitrinen aus dem Ausstellungsraum in ein benachbartes Dachgeschoss umziehen, das Hänel jetzt angemietet hat. Den Ausstellungsraum will er zu einem kleinen Veranstaltungssaal mit mobiler Bühne, einem Zuschauerbereich für bis zu 50 Besuchern und der notwendigen Ton- und Beleuchtungstechnik umbauen. Die Bühne soll außerdem in der wärmeren Jahreszeit für Veranstaltungen im Freien verwendbar sein. Auch andere Museen sollen bei Interesse den Veranstaltungsraum für das erklärte Ziel nutzen können.

In den nächsten Wochen will Hänel mit dem Konzept für seine „Berlin-Brandenburgische Museumstheater AG“ beginnen, Chancen und Risiken abwägen, Rechtsfragen klären und Finanzierungs- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen anstellen. Diese Schritte sind notwendig, um Mittel aus der Kulturförderung des Landkreises für sein Vorhaben beantragen zu können, sagt er. Die Stadt Beelitz habe bereits signalisiert, das Projekt unterstützen zu wollen. „Für den Anfang wären wir auf finanzielle Hilfe aus den Kommunen, Tourismusverbänden und aus Förderprogrammen angewiesen. Nach einigen Jahren könnte man den Erfolg des Museumstheaters erneut auf den Prüfstand stellen, schlägt Hänel vor.

Zunächst soll eine Kerngruppe mit zwei bis vier Mitgliedern bei interessierten Museen die Voraussetzungen für kleine Programme prüfen und Themen für die Stücke besprechen. Die Szenen sollen möglichst auf das jeweilige Museum zugeschnitten werden, können aber manchmal auch übergreifend sein, schließt Hänel nicht aus. „Wenn wir vorerst fünf Museen für unsere Idee gewinnen könnten, wäre das schon ein guter Anfang“, hofft er. Das Museumstheater könnte sich anfangs einmal jährlich bei den kostenlosen Offenen Tagen und der Aktion „Feuer und Flamme für unsere Museen“ ausprobieren. Sollte das Projekt gut angenommen werden, ließen sich bestimmt auch zwei bis drei Veranstaltungen im Jahr organisieren, ist Hänel überzeugt.

Knapp 3000 Einzelstücke zum Thema Reisen

Das Reisemuseum in Zauchwitz wurde von Klaus Hänel im Jahr 2003 in einem ehemaligen Kuhstall eines Vierseithofes in Zauchwitz eingerichtet.

Die Ausstellung umfasst knapp 3000 Einzelstücke aus 60 Ländern, die sich mit den Themen Reisen, Urlaub und Tourismus beschäftigen. Die Ausstellung ist in mehrere thematische Blöcke untergliedert.

Die meisten Exponate – etwa 95 Prozent – hat Klaus Hänel für seine Sammlung geschenkt bekommen.

Zu den skurrilen Stücken zählen beispielsweise ein stromloser DDR-Reiserasierer mit Federspannung und ein Reisefön aus Asien.

Seit kurzem kann Hänel in seinem Museum auch alte Urlaubs- oder Reisefilme vorführen. Ein mehr als 60 Jahre alter 8-Milimeter-Filmprojektor macht dies möglich.

Alljährlich veranstaltet Klaus Hänel in Zauchwitz ein Museumsfest mit einem bestimmten Thema. Die 11. Auflage in diesem Jahr trug den Titel „Kleine Fluchten – Große Abenteuer“.

Interessierte am Projekt können sich bei Klaus Hänel, 01520/8 59 77 16, Klaus_Haenel@web.de oder unter www.reise-tourismus-museum.de melden.

Von Heinz Helwig

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