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Potsdam-Mittelmark Zaun um „Balaton“ von Cammer wird abgebaut
Lokales Potsdam-Mittelmark Zaun um „Balaton“ von Cammer wird abgebaut
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00:19 14.10.2017
Ralf Gutschmidt, der Vorsitzende des Angelvereins Cammer, am umstrittenen Teich. Quelle: Andreas Koska
Cammer

Die Auseinandersetzung um das Gewässer Galgenberg geht weiter. Das für die Abfischung eigentlich eingeplante Geld wird auf Beschluss der Gemeindevertretung nicht ausgegeben. Der „Balaton“, wie der Kiesteich von den Einheimischen genannt wird, sollte abgefischt werden, um den Bestand der Schuppentiere genau zu bestimmen und anschließend eine fischereiliche Nutzung zu ermöglichen. Diese stellt das Landesamt für Umwelt in Aussicht, nachdem die Gemeinde Planebruch schon 2015 den entsprechenden Antrag gestellt hatte.

Die einmalige Befischung als Voraussetzung für eine einjährige Erlaubnis zum Angeln soll nun in Form einer sogenannten Elektrobefischung durchgeführt werden. Dabei wird Gleichstrom eingesetzt, so dass bei richtiger Anwendung die Tiere schonend festgestellt werden können.

Die Kommune ist Eigentümerin

Die Kommune als Eigentümerin des Gewässers müsste das bezahlen und hatte dafür 3500 Euro reserviert. Aber in der Annahme der örtliche Anglerverein könne das erledigen. Die untere Fischereibehörde des Kreises Potsdam-Mittelmark durchkreuzte diesen Plan jedoch, als sie erklärte, der Verein sei dazu weder in der Lage noch berechtigt. Die Reaktion des Bürgermeisters Ulf Dingelstaedt (Bürgerliste Planebruch) fiel deutlich aus. „Wir haben doch nichts mit den Auflagen des Landesamtes zu tun, wieso sollen wir dann zahlen?“ fragte er.

Hintergrund des Streits ist der naturschutzrechtliche Status des Gewässers, das vor 15 Jahren zum Amphibienschutzgebiet renaturiert worden war. Das Angeln ist am „Balaton“ seither verboten. Nun möchte die Gemeinde das Gewässer allerdings dem Angelverein Cammer überlassen, was ohne eine Erlaubnis für „fischereiliche Maßnahmen“ jedoch wenig Sinn hätte.

Freigabe des Betrages

Dingelstedt fordert nun wenigstens eine Änderung des Zuwendungsbescheids von damals. Erst wenn er als erledigt betrachtet werde, komme für ihn die Freigabe des Betrages infrage. Denn dann wäre die Sorge vom Tisch, dass das im Zuge der Renaturierung geflossene Fördergeld zurückgezahlt werden muss.

Brücks Amtsdirektor Marko Köhler sieht die Angelegenheit anders. „Die Auflage des Landesamtes ist zu erfüllen“, sagte er. Die Amtsverwaltung vertritt grundsätzlich die Meinung, dass sich die Gemeinde ihr Mitspracherecht bezüglich der Auflagen bereits verspielt hat, als sie sich im vergangenen Jahr weigerte, Stellung zu den Änderungen zu beziehen, mit denen das Landesamt für Umwelt auf die von den Planebruchern vorgelegte Beschlussvorlage von 2015 reagiert hatte.

Während sich die Gemeinde Planebruch weiter mit den Landesbehörden streitet, wird sich am „Gewässer Galgenberg“ schon bald etwas tun. Der Zaun zum Schutz der Aufforstungsfläche, die den Teich umgibt und illegale Badegäste bisher zumindest teilweise fernhielt, soll im kommenden Jahr entfernt werden. Die Brücker Amtsverwaltung und das Landesamt sind sich einig, dass der Wald gut angewachsen ist.

Von Andreas Koska

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