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Zeit der Qualen für Autofahrer auf der A 10

Stau-Gefahr in Potsdam-Mittelmark Zeit der Qualen für Autofahrer auf der A 10

Auf der südlichen A 10 und im Umfeld dieser Autobahn-Baustelle hat sich die Lage etwas entspannt. Doch für eine Entwarnung gibt es keinen Grund. Im Gegenteil: Autofahrer in der Region müssen sich auf eine längere Zeit der Einschränkungen gefasst machen. Denn neben dem bis 2020 andauernden A-10-Ausbau kommen im Umfeld der Autobahn noch einige Baustellen dazu.

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Staugefahr auf der A 10 – und drumherum.

Quelle: dpa

Potsdam-Land. Das große Stauchaos an der A-10-Baustelle scheint erst einmal vorbei zu sein. „Die Lage hat sich entspannt. Vor allem Langerwisch ist entlastet“, sagte Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU). Auch in Beelitz ist die Situation besser geworden, so Stadtsprecher Thomas Lähns. Doch für eine generelle Entwarnung gibt es keinen Grund. Schon eine Panne oder ein kleiner Unfall auf den eingeengten Spuren von Brandenburgs meistbefahrener Autobahn können ausreichen, um erneut Mega-Staus auszulösen wie es sie von April bis in den Juni hinein immer wieder gab – mit massiven Folgen für die Kommunen im A-10-Umfeld, in denen viele Auto- und Lastwagenfahrer auf der Suche nach Ausweichrouten landeten und ganze Ortschaften verstopften.

„Sobald ein Unfall auf der A 10 passiert, macht sich das in Beelitz immer noch bemerkbar“, bestätigt Lähns. Ein Lackmus-Test für die derzeit notdürftig gefundene Balance steht zudem mit dem Ferienbeginn am 21. Juli an, wenn sich viele Brandenburger mit dem Auto auf den Weg in den Urlaub machen.

Dass sich die Autofahrer in der Region auf eine längere Zeit der Einschränkungen einstellen müssen, zeigt ein Blick auf die Ausbaupläne für Straßen im Umfeld der A 10, die bekanntlich bis ins Jahr 2020 eine Baustelle bleiben wird. So lange dauert es, um die Autobahn zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Spuren zu erweitern.

Neues Nadelöhr im Herbst

Bereits im September kommt in der Region ein neues Nadelöhr hinzu: Dann beginnt der Ausbau der Ortsdurchfahrt Beelitz-Heilstätten (L 88). Der Landesbetrieb Straßenwesen will die marode Straße für 3,2 Millionen Euro auf Vordermann bringen. Die Arbeiten sollen etwa anderthalb Jahre dauern. Für die meiste Zeit sind halbseitige Sperrungen vorgesehen. „Eine Vollsperrung ist nur an wenigen Tagen nötig, wenn die oberste Fahrbahndecke aufgebracht wird“, sagte Frank Schmidt vom Landesstraßenbetrieb. Bei Unfällen auf der A 10 soll regulär die B 246 den Verkehr aufnehmen, nicht die L 88, betonte er. Bei Markierungsarbeiten im April und Mai, als auf der A 10 zwischenzeitlich nur eine Spur je Fahrtrichtung zur Verfügung standen, war allerdings auch die L 88 verstopft. Die nächsten Markierungsarbeiten auf der A 10 sind im Dezember dieses Jahres geplant.

Dass in der Zeit der Autobahnerweiterung im Umfeld gar keine der Verbindungsstraßen mehr ausgebaut werden, ist freilich auch nicht im Interesse der staugeplagten Kommunen. Die Stadt Beelitz, die in den vergangenen Monaten besonders hart getroffen wurde, hatte zuvor lange um eine Sanierung der L 88 gekämpft. Auch der Ausbau der Brücker Straße (B 246), der für 2018 geplant ist, wird in der Kommune begrüßt. Ganz zu schweigen vom Bau des Radweges zwischen Fichtenwalde und Klaistow, um den viele Jahre gekämpft wurde. Wenn er 2017 gebaut wird, entsteht freilich ein neuer Engpass an einer wichtigen Straßenverbindung in der Nähe der A 10. Gleiches gilt für den Bau des Radwegs zwischen Fresdorf und Stücken, der ebenfalls 2017 über die Bühne gehen soll. Zugleich wird mit dem Radwegbau auch die Straße (L 73) in dem Abschnitt erneuert. Auf Behinderungen müssen sich Autofahrer 2018 auf einem Abschnitt der B 2 bei Michendorf gefasst machen. Dort soll dann das zweite Teilstück der Ortsumgehung eine neue Fahrbahndecke erhalten.

Pech für Autofahrer: Bahn baut Brücke

Auf der L 78 zwischen Bergholz-Rehbrücke und Saarmund will wiederum die Deutsche Bahn im gleichen Jahr eine alte Bahnbrücke durch eine neue ersetzen. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von etwa zehn Monaten. Autofahrer müssen dann dort mit massiven Verkehrseinschränkungen rechnen. Geplant ist, den Verkehr über eine Spur mit einer Baustellenampel durch die Brückenbaustelle zu führen und zeitweise aber auch über die Landesstraßen 77, 79 und 78 umzuleiten.

In unmittelbarer Nähe befindet sich auch jene Bahnbrücke, die von einem Laster so schwer beschädigt wurde, dass sie durch eine Behelfsbrücke ersetzt werden musste. Der Bahnbetrieb war dort deshalb mehrere Wochen unterbrochen. Nach dem Einbau der Behelfsbrücke können wieder Züge fahren. Auch die Anfang Juli für kurze Zeit gesperrte Unterführung der Brücke ist für Autos wieder nutzbar. Allerdings ist diese Behelfsbrücke am Ortseingang von Saarmund nur ein Provisorium, das einem Neubau weichen wird. Mit dem Provisorium ist Zeit gewonnen, um den Neubau zu planen, hieß es bei der Bahn.  Die Baustellen nehmen kein Ende.

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Urlaubszeit ist Baustellenzeit in Brandenburg

Von Jens Steglich

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