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Zelle oder Schrank – Mini-Bibliotheken sind in

Teltow will auch eine haben Zelle oder Schrank – Mini-Bibliotheken sind in

Egal, wie man sie nennen mag, öffentliche kostenlose Bücherausleihen haben sich durchgesetzt. Jetzt soll die Teltower Stadtverwaltung Kosten, Standort und Aufwand prüfen, um so ein Angebot zu etablieren.

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Der öffentliche Bücherschrank in Potsdam am Platz der Einheit wurde im Juli dieses jahres eröffnet.

Quelle: Christel Köster

Teltow. Man kennt sie inzwischen in der ganzen Republik: Die Telefonzellen, die keinen Apparat mehr haben, sondern mit Büchern gefüllt sind. Bücherzellen werden sie gemeinhin genannt, Bücherboxen oder Tauschbibliothek und erfreuen sich großer Beliebtheit – egal, ob in Lindau am Bodensee, im vogtländischen Plauen, in Münster/Westfalen, in Schulzendorf (Dahme-Spreewald), Jabel (Ostprignitz-Ruppin) oder in Borkwalde (Potsdam-Mittelmark). „Die Nachfrage ist ungebrochen hoch“, sagt Georg von Wagner, Pressesprecher der Telekom, die in Michendorf das deutschlandweite Lager betreibt.

Die Stadt Teltow hat noch keine Bücherzelle. Ihre Stadtverordneten wollen aber auch ein solches kostenloses Bücherangebot, das anonym und ohne Formalitäten leicht von jedem genutzt werden kann. Auf Antrag der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung soll die Verwaltung jetzt „Kosten, Standorte sowie Möglichkeiten der Finanzierung und des Betriebs ’offener Bücherschränke’“ prüfen. Das Angebot könnte das breite Kulturangebot der Stadt ergänzen und zur Stärkung ehrenamtlichen Engagements beitragen, so die SPD.

Die Praxis zeigt, dass solch ein Vorhaben nicht immer mit viel Geld und Aufwand betrieben werden muss. Offene Bücherschränke können – wie in der Caputher Schwielowseestraße – von Privatleuten in einem ausrangierten Schrank vor dem Grundstück eingerichtet werden. In der Tourismusinformation der Gemeinde haben die Mitarbeiterinnen außerdem Bücher auf Fensterbretter im Flur aufgereiht. „Das Angebot nutzen Touristen wie Einwohner sehr gerne“, berichtet Corinna Cornely. Künftig wolle man die Bücher aber besser präsentieren.

Michendorf bekam sogar eine echt englische Zelle in Knallrot von einer Firma geschenkt. Viele halfen, das Teil aufzustellen und zu befüllen. Für 250 Bücher ist Platz. Eine Einwohnerin schaut ehrenamtlich immer mal nach dem rechten. In Fichtenwalde und am Platz der Einheit in Potsdam sind erst in diesem Sommer eine Bücherbude beziehungsweise ein öffentlicher Bücherschrank eröffnet worden. In beiden Fällen kam die Initialzündung aus der Bevölkerung. Dann halfen Stadt bzw. Gemeinde, Lions Clubs und Firmen bei Finanzierung und Aufbau. Ehrenamtler kümmern sich um Bude und Schrank.

Die meisten dieser öffentlichen Mini-Bibliotheken, die nach dem Prinzip „Bring eins, nimm eins“ funktionieren, sind rund um die Uhr geöffnet. Betreut werden sie vorwiegend von Vereinen oder Ehrenamtlern, die gleich in der Nachbarschaft wohnen. Auch die Finanzierungen sind unterschiedlich. Es gibt Gemeinden, die Geld zuschießen, indem sie etwa das Fundament für die Zelle gießen lassen oder die Stromkosten für die Beleuchtung übernehmen. Doch überwiegend sind es Vereine oder Sponsoren aus der Wirtschaft, die das nötige Geld aufbringen. Eine ausrangierte Telefonzelle aus dem Michendorfer Lager kostet inzwischen 400 bis 600 Euro, wie der Telekom-Sprecher sagte.

Eine eher noble Variante einer kostenlosen Bibliothek hält das Dorv-Zentrum Seddin vor, das eine gemütliche Leseecke mit Regalen und Couch seit März 2014 führt. Hunderte Bücher wechseln dort seit über einem Jahr die Leserschaft – initiiert und betreut vom Dorv Club Seddin. Die Ausleihe dort ist allerdings an die Öffnungszeiten von Laden/Café gebunden.

Ganz unspektakuläre Beispiele für kostenlose Bücherausleihe entdeckt man übrigens in Schweden: Da steht halt ein Bollerwagen mit Plane vor dem Tourismus-Büro.

Telefonzellen zu haben

Rund 4000 gelbe und magentafarbene Telefonzellen sind momentan in dem deutschlandweit einzigartigen Lager in Michendorf untergestellt.

Dort wird instandgesetzt, aufgearbeitet und gegebenenfalls zur Entsorgung vorbereitet.

Der Preis für die Häuschen beträgt zwischen 400 und 600 Euro. Abgeholt werden muss die Zelle selbst.

Kontakt: Kaufinteressenten melden sich unter info@telekom.de

 

Von Claudia Krause

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