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Fundgrube für Autoschrauber

Neuseddin Fundgrube für Autoschrauber

Von A wie Anlasser bis Z wie Zündkerze – im Zentraldepot des Online-Unternehmens kfzteile24 in Neuseddin lagern insgesamt mehr als 115 000 verschiedene Autoersatz- und -zubehörteile, die Hobbyschrauber wie Profis so brauchen. 174 Mitarbeiter und saisonal bis zu 60 Aushilfskräfte sorgen in zwei Schichten dafür, dass der Kunde seine Ware innerhalb von eins, zwei Tagen erhält.

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Mitarbeiter Michal Teler bereitet Versandabteilung des Zentrallagers von kfzteile24 in Neuseddin eine Sendung an einen Kunden vor.

Quelle: H. Helwig

Neuseddin. Von A wie Anlasser bis Z wie Zündkerze – im Zentraldepot des Online-Einzelhandelunternehmens kfzteile24 in Neuseddin lagern mehr als 115 000 verschiedene Autoersatz- und -zubehörteile, die Hobbyschrauber wie Profis so brauchen. 174 Mitarbeiter und saisonal bis zu 60 Aushilfskräfte sorgen in zwei Schichten dafür, dass der Kunde seine bestellte Ware innerhalb von eins, zwei Tagen erhält und die drei Werkstätten in Berlin-Weißensee, Mahlsdorf und Spandau umgehend beliefert werden.

„Wir bearbeiten derzeit annähernd 10 000 Aufträge am Tag“, sagt Logistikleiterin Petra Marticke, die das Zentrallager führt. Rund 80 Prozent der Kundenwünsche betreffen Kleinstartikel, beispielsweise bei Verschleißteilen oder für die Beleuchtung, und sind so speziell, dass eine extrem hohe Sorgfalt notwendig ist. Darum werden die Artikel auch nicht von Automaten, sondern von Mitarbeitern herausgesucht, zusammengestellt und verpackt. Die ersten Paketdienste holen die Sendungen am Vormittag um elf Uhr ab. Die letzten Pakete verlassen um 19 Uhr die Hallen. Trifft die Bestellung bis 15 Uhr ein, kann der Kunde seine Ware schon am nächsten Tag erwarten. Bei Unsicherheiten hilft ein telefonischer Servicedienst, das richtige Teil zu ordern.

„Die Expressbestellungen nehmen extrem zu. Die Leute wollen auf ihr Auto nicht verzichten, wenn sie die Kinder in die Kita oder zur Schule und sich selbst dann zur Arbeit fahren. Dafür geben sie für den Versand auch schon mal mehr Geld aus“, schildert die Diplomingenieurökonomin.

Komplett nach Neuseddin kam das Zentrallager im März 2015. Der Standort in Berlin platzte bereits aus allen Nähten. Schon damals stand fest, dass auch das Mobilmachungsdepot für Reservisten, das die Bundeswehr aufgegeben hatte, nicht für den expandierenden Onlinehandel ausreichen würde. „Wir hatten da schon Zuwachsraten von 30 Prozent, waren 60 Mitarbeiter und bearbeiteten bis zu 4000 Aufträge am Tag“, erinnert sich Marticke. Der Betrieb konnte das vorhandene Lagergerüst übernehmen, musste es aber seinen speziellen Zwecken anpassen. Erst mit dem Bau einer neuen Lagerhalle konnte kfzteile24 seinen wachsenden Kleinstartikelbereich erweitern, der sich jetzt über 140 000 Lagerplätze auf fünf Etagen erstreckt.

„Auch personell standen wir vor einer Herausforderung. Berliner und Brandenburger mental zu einer Belegschaft zusammenzuführen, das war am Anfang nicht so einfach“, meint die Potsdamerin. Inzwischen steht das Unternehmen erneut vor der Frage, das Zentrallager in Neuseddin auszubauen oder einen weiteren Standort in Mitteldeutschland zu eröffnen. Die Entscheidung soll im kommenden Jahr fallen, sagt Petra Marticke.

Das Unternehmen engagiert sich auch sozial in der Region. Der Onlinehändler unterstützte Hertha BSC als Werbe- und den 1. FC Union Berlin als Bandenpartner. Bis zum vorigen Jahr war kfzteile24 Hauptsponsor der Deutschen Touren-Meisterschaft (DTM). „Wir bieten auch den Sportvereinen in Seddiner See und Beelitz an, deren Jugendarbeit zu fördern.“

Mitarbeiter haben Master oder Bachelor

Das Zentrallager in Neuseddin unterhält noch eine Außenstelle in Ludwigsfelde. Dort werden vor allem Schalldämpfer und Autoanhängerkupplungen gelagert.

Das Unternehmen war 2001 gegründet worden.

Ein Eigentümerwechsel fand im Dezember des vorigen Jahres statt. Der Berliner Inhaber und Gründer von kfzteile24, Torsten Hainke, verkaufte sein Unternehmen an die EQT Private Equity-Investorengruppe, ist aber noch prozentual an kfzteile24 beteiligt.

Die Mitarbeiter im Zentrallager in Neuseddin sind dafür qualifiziert, unterschiedliche Arbeitsbereiche übernehmen zu können. Elf Beschäftigte haben einen Master- beziehungsweise einen Bachelor-Abschluss.

Von Heinz Helwig

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