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Potsdam-Mittelmark Zertifikat für nachhaltige Forstwirtschaft
Lokales Potsdam-Mittelmark Zertifikat für nachhaltige Forstwirtschaft
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00:17 29.04.2016
Karl Tempel (l.) bekommt von Forstwirtin Eva Schloßmacher das PEFC-Zertifikat überreicht. Quelle: Andreas Koska
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Borkwalde

Für die nächsten fünf Jahre kann Karl Tempel zu Recht sagen, dass er seinen Wald nachhaltig – also nach ökologischen und ökonomischen Kriterien – bewirtschaftet. Bescheinigt wird ihm das durch ein Zertifikat von PEFC, das der 69-Jährige seit kurzem sein eigen nennt.

Tempel bewirtschaftet rund 80 Hektar Wald in und um Borkwalde. Längst ist sein Wald zu einem Naherholungsgebiet geworden – der Berliner hat einen Rundweg ausgewiesen. Erklärungstafeln erläutern Besuchern seine Vorhaben. Egal, ob es sich um die Ansiedlung von Waldbienen handelt – 60 Bienenkästen stehen bereits im Wald – oder um seine Neupflanzungen. Maronen, Ahorn, Rot- und Traubeneiche, Hasel, Vogelkirsche, Esche und Wildbirne wachsen unter den mächtigen Kiefern.

80.000 neue Bäume gepflanzt

Seit circa 13 Jahren bemüht sich der pensionierte Beamte um die Umwandlung seines Waldes vom reinen Kiefernforst zu einem Mischwald. Erst vor Kurzem hat er eine Baumhaselallee gesetzt. Nach eigenen Angaben hat Tempel inzwischen gut 80.000 neue Bäume gepflanzt. Mit Erfolg, wie die Zertifizierung zeigt. Diese hat für den Waldinhaber aber nicht nur Vorteile. Er unterwirft sich damit einer strengen Reglementierung. Diese betrifft ebenso den Technikeinsatz als auch die Einhaltung des Mindestlohns für die Waldarbeiter.

Der Borkwalder Karl Tempel vor seinem Insektenhotel. Quelle: Andreas Koska

Karl Tempel bemüht sich indes nicht nur aus Natur- und Menschenfreundlichkeit so sehr um seinen Wald, sondern ist auch wirtschaftlich orientiert. „Wenn ich Holz verkaufen will, wird immer häufiger ein Zertifikat verlangt. Viele Papierfabriken und auch Verlage wollen es sehen.“

In Brandenburg nur 30 Prozent Wald zertifiziert

In Borkwalde haben Eva Schloßmacher und Stefan Lindemann die Aufgabe übernommen zu prüfen, ob der Wald den Anforderungen entspricht. „Wir kontrollieren stichprobenartig die Baumarten, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und den Gassenabstand“, berichtet Schloßmacher. Bei Karl Tempel hat die gelernte Forstwirtin einen ganzen Tag verbracht und lobte den „Tempelwald“, wie er im Dorf allgemein genannt wird.

Tempel ist einer der wenigen privaten Waldbesitzer, die in Brandenburg diese Mühe auf sich nehmen – insgesamt lassen sich nur 30 Prozent zertifizieren, im Wesentlichen handelt es sich dabei um den Landesforst. Anfang April hat Brandenburg den 26-jährigen Sebastian Loose zum PEFC-Regionalassistenten berufen. Der junge Forstwirt soll sowohl in der Mark als auch in den benachbarten Bundesländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Einhaltung der PEFC-Kriterien überwachen.

Lange Checkliste bis zum PEFC-Zertifikat

Dafür wurde eigens ein Checkliste mit 31 Punkten entwickelt. So müssen zum Beispiel Bewirtschaftungspläne vorliegen, es darf keine Düngung zur Ertragssteigerung erfolgen, der Aufbau von Mischbeständen ist gewünscht, Kahlschläge sind untersagt und der Zugang zum Wald muss für jeden frei sein.

Auf den “Tempelwald“ trifft das nach Ansicht von Eva Schloßmacher alles zu. In fünf Jahren will sich Karl Tempel um eine Verlängerung des Zertifikats bewerben und hofft, dass andere Waldbesitzer seinem Beispiel folgen.

Von Andreas Koska

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