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Zielmarke für Spendenaktion überschritten

Kleinmachnow sammelt für syrische Familie Zielmarke für Spendenaktion überschritten

6300 Euro wurden bislang für die Familie des syrischen Kochs in den Kammerspielen gesammelt. 4000 Euro sollten es bis zum 27. November sein. Die Waldorfschülerin Anna-Sophia (14) sammelte in ihrer Schule spontan selber für die Flüchtlinge.

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Anna-Sophia von Bargen mit ihrem Sparbüchsen-Globus.

Quelle: privat

Kleinmachnow. Eine kleine spontane Aktion der Kulturgenossen, die die Neuen Kammerspiele in Kleinmachnow betreiben, hat eine große Wirkung erzielt: Bis zum 27. November wollten die Kollegen und Genossen für ihren syrischen Koch in der Hauskneipe „Schröders“ 4000 Euro sammeln, damit dessen Frau und die vier Töchter Pässe für die Ausreise von Syrien in die Türkei bekommen. Assads Beamten lassen sich die Dokumente teuer bezahlen. Aber jetzt sind schon 6300 Euro auf dem extra angelegten Konto eingegangen. „Unser Ziel ist also voll erreicht und wir sind allen sehr dankbar für ihr Engagement“, sagte Geschäftsführerin Carolin Huder der MAZ.

Aber nicht nur, dass so gut gespendet wurde. Die Aktion animierte viele Menschen, persönlich in den Kammerspielen vorbei zu kommen, um die Spende bar abzugeben, den 40-jährigen Koch Muawia kennenzulernen, ihm einfach mal „Hallo“ zu sagen oder allgemein ihre Hilfe anzubieten – auch für später mal. Besonders bemerkenswert: Die 14-jährige Anna-Sophia von Bargen hatte gleich eine eigene Sammlung in der Waldorfschule gestartet. Am Tag der öffentlichen Vorstellung ihrer Quartalsarbeit zum Thema „Flucht“ stellte sie ihre eigene Sparbüchse in Form eines Globus auf den Tisch in der Schule und bat ihre Mitschüler, Lehrer und Eltern um Spenden für die syrische Familie. Außerdem legte sie Flyer vom Begegnungscafé bei, das jeden Sonntag in der Alten Schule am Zehlendorfer Damm Einheimische und Geflüchtete vereint. Seit einem Jahr gehört auch die Schülerin dort zu den vielen aktiven Helfern.

Die Idee für die Sparbüchsen-Sammlung sei „ganz spontan am Morgen gekommen“, erzählte sie. Und am Ende der Präsentation beschlich die Schülerin Angst: „Ich guck mal lieber nicht rein, weil der Globus so leicht geblieben ist“, sagte sie sich. Doch „ganze Scheine“ wiegen halt nicht viel. „Und dann war ich total überrascht, dass 70 Euro drin waren!“ Kurzerhand legten ihre Eltern, selbst Kulturgenossen und Ansprechpartner für ein 22-jähriges syrisches Zwillingspaar, dann noch 60 Euro drauf und überwiesen 130 Euro auf das Spendenkonto.

„Total berührt“ von der deutschen Hilfe, umarmte der syrische Koch Anna-Sophia. Er sei jetzt erstmal„extrem erleichtert, dass eine Lösung in Sicht ist und die dauernde Angst um die Familie schwindet“. Er ist glücklich und froh, dass er auch in der Öffentlichkeit „nicht als Bittsteller“ da stehe. Muawia selbst schickt jeden Monat mehr als die Hälfte seines Gehaltes zu seiner Familie, denn das bittere Leben in Syrien wird immer teurer. Inzwischen soll dort ein Liter Milch mehrere Euro kosten.

Sobald seine Frau die Pässe hat, geht’s mit den Kindern über den Landweg in die Türkei und dann hoffentlich bald weiter nach Deutschland.

Ihr Aufenthaltstitel ist bereits bestätigt. Das Spendenkonto bleibt auch weiterhin geöffnet, denn für den Familenstart in Kleinmachnow wird dann jeder Euro gebraucht.

Von Claudia Krause

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