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Ziesar Denkmalgeschützte Schrottimmobilie
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13:46 26.09.2018
Der Sanierungsfall Bahnhofstraße 1 in Ziesar. Quelle: Marion von Imhoff
Ziesar

85 denkmalgeschützte Häuser in Ziesar warten noch auf ihre Sanierung. Fünf Eigentümern droht nun ein Zwangsgeld. Sie haben bisher trotz mehrerer Schreiben der Stadt Ziesar keine Auskunft über ihre Sanierungspläne gegeben. Nun erhalten sie eine Frist, dies nachzuholen. Das teilt Walter Bitzer von der Stadtsanierungsgesellschaft EWS mit. Notfalls folge eine Vorladung mit der Ankündigung eines Zwangsgeldes von bis zu 500 Euro, sollten die Hauseigentümer nicht der Aufforderung nachkommen. „Die Eigentümer sind verpflichtet bei Häusern im Sanierungsgebiet, notwendige Angaben zu machen“, so Bitzer.

Die Bahnhofstraße 1 ist eines der 85 noch zu rettenden Denkmälern. Es ist ein Wohnhaus mit Außenmauern teils aus Fachwerk. Auch die Eigentümerin der Bahnhofstraße 1, Klaudia Olah, hat sich bisher nicht auf die Anschreiben der Stadt gemeldet. Die Ungarin hat das 1687 erbaute Gebäude im vorigen Jahr von einer Erbengemeinschaft für ein paar wenige tausend Euro gekauft. Saniert werden muss das Denkmal laut Bitzer und dem vorliegenden bauhistorischen Untersuchungen für rund 800.000 Euro. Ein krasses Missverhältnis zwischen Kaufpreis und der Summe, die noch in das Haus investiert werden muss. Bitzer stimmt der Bezeichnung „Schrottimmobilie“ zu, auch wenn das Haus unbedingt erhaltenswert sei als Einzeldenkmal. „Es wurde als Nullwert-Immobilie gekauft.“ Doch Ziel der Stadtsanierung sei es, Denkmäler zu retten.

Ziesars Bürgermeister Dieter Sehm spricht von einem bedauernswerten Zustand des Bauwerks. Amtsdirektor Norbert Bartels macht kein Geheimnis aus seiner Meinung zu dem seit einiger Zeit leer stehenden Haus, „abreißen, neubauen“, gleichwohl weiß der Rathauschef, dass das unmöglich ist.

Tatsächlich galt die Bahnhofstraße 1 bereits als einsturzgefährdet, weil die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion durch zu DDR-Zeiten aufgebrachte Betondachsteine überlastet war. Die Stadt schritt ein und sicherte das Gebäude gegen Einsturz, indem es eine leichtere Dachverkleidung als Notsicherung aufbrachte. Einst war das Haus mit Stroh gedeckt.

Sie wolle das Gebäude so schnell es geht sanieren, sagt die neue Eigentümerin Klaudia Olah. Die Vermutung, sie habe sich nicht gemeldet aus Schrecken über die Sanierungskosten, weist sie zurück. Aus familiären Gründen habe sie keine Zeit gehabt, auf die Verwaltungsschreiben zu reagieren. Sie kenne die Baukosten. Mit Familienangehörigen werde sie das Haus sanieren, so Olah.

Für die Bahnhofstraße 1 stehen bei Beantragung einige hunderttausend Euro Fördermittel bereit, sollte die Gegenfinanzierung des Eigentümers stehen. Entstehen könnten dort ein Büro und bis zu drei Mietwohnungen. Die teils sehr niedrige Decke dürfe dazu angehoben werden, so Bitzer.

Über die Sanierung würde sich auch Nachbarin Christine Hein freuen. Als Kind sei sie nebenan „halb Zuhause“. Sie selbst hat mit dem Gedanken geliebäugelt das Haus zu kaufen. „Aber es ist ein Denkmal und völlig marode. Ich bin doch nicht irre.“

Von Marion von Imhoff

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