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Ziesar Altenkirch-Bilder hoch über der Elbe zu sehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Altenkirch-Bilder hoch über der Elbe zu sehen
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11:33 23.05.2018
Besucher der Altenkirch-Ausstellung im Lingner Schloss vor dem Bild „Am Rotpfuhlbach“. Quelle: Silvia Zimmermann
Ziesar/Dresden

Der in Ziesar geborene Kunstmaler Otto Altenkirch (1875-1945) erhält derzeit in Dresden eine besondere Würdigung seines Berufslebens. 30 Werke mit verschiedenen Motiven aus seiner Schaffenszeit in Ziesar, Bad Liebenwerda, Siebenlehn und im Hellerau in Dresden werden in der ersten Etage des Lingner Schlosses in Dresden ausgestellt. Grund für dieses Ereignis war die Übergabe von drei weitereren restaurierten Räumen des Schlosses. Eigentümer war Karl August Lingner, Erfinder des Odol-Mundwassers. Er stiftete das Anwesen 1916, zwei Wochen vor seinem Tod, der Stadt Dresden.

Vom Gesellen zum Malerprofessor

Die Ausstellung mit Werken von Otto-Altenkirch kann bis zum 17. Juni 2018 im Dresdener Lingner Schloss in der Bautzener Straße 132 besichtigt werden. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 13 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr. Infos unter lingnerschloss.de

Otto Altenkirch wurde als sechstes Kind eines Sattlermeisters am 2. Januar 1875 in Ziesar, im Petritor 2, geboren. Er schaffte es vom Handwerksgesellen zum Malerprofessor an der Kunstakademie Dresden. Später siedelte er ins sächsische Siebenlehn um, wo er am 20. Juli 1945 verstarb.

In der Stadt Ziesar ist eine Straße nach dem Impressionisten benannt. Einige Werke sind im Heimatmuseum ausgestellt. Viele andere Bilder befinden sich in Privatbesitz. Ein Ölgemälde mit der Burg als Motiv hängt im Büro von Bürgermeister Dieter Sehm.

„Es ist einfach wunderbar geworden“, klang es auf den Mündern der ersten Besucher in der Otto-Altenkirch- Ausstellung in Dresden. Seine Bilder und die neugestalteten Räume bilden eine einzigartige Symbiose. Das Zusammenspiel von Licht und Farben sowie der Blick auf das Elbtal lassen das Ensemble der restaurierten Beletage des Lingner Schlosses zu etwas Besonderem verschmelzen.

Die Familien Petrasch und Körber aus Dresden kümmern sich in ihrer Restaurierungswerkstatt um das künstlerische Erbe Otto Altenkirchs. Quelle: Silvia Zimmermann

Die Anstrengungen der letzten 15 Jahre haben sich gelohnt und tragen und nun weitere Früchte. Der Förderverein vom Lingner Schloss hat es geschafft, dass durch viele Spendengelder die drei elbseitigen ehemaligen Privaträume mit Balkon neu gestaltet und hergerichtet werden konnten. Die Übergabe an die Öffentlichkeit erfolgte unter einer großen Anteilnahme von Besuchern, darunter auch viele Vereinsmitglieder und Förderer. Das Lingner Schloss wurde 1853 erbaut und war der Sitz des Baron von Stockhausen. Im Jahr 1906 kaufte der Dresdner Unternehmer, Erfinder und Mäzen Karl August Lingner das Anwesen.

Räume neu gestaltet

„Diese drei Räume wurden von Baron Stockhausen und Lingner als Privaträume benutzt. Hier befanden sich Arbeitszimmer, Schlafräume, Bibliothek, oder Speisezimmer. Als der Fördererverein das Schloss übernahm, befand es sich in einem katastrophalen Zustand. Von den einstigen Privaträumen war nichts mehr vorhanden. Es gab auch keine historischen Vorlagen. Wir gestalteten diese Räume nach eigenen Vorstellungen neu“, so der Architekt Kelf Treuner.

Der Kunstmaler Otto Altenkirch. Quelle: privat

Die Umbaukosten betrugen 650 000 Euro. Die großen hellen Räume erstrahlen im neuen Glanz. Die Zimmer in den Farben Petrol und zwei unterschiedlichen Grautönen spiegeln Eleganz und Altertum wieder. Drei große an der Decke hängende Kronleuchter spenden Licht. 700 goldene Sterne zieren die Decke des mittleren Raumes. Die Landschaftsgemälde von Otto Altenkirch fügen sich in dieses Ensemble gut ein.

Lingner war Fan von Otto Altenkirch

Dass gerade in Dresden eine Ausstellung mit den Werken von Altenkirch gezeigt wird, hat einen persönlichen Hintergrund. „Der gebürtige Magdeburger Lingner war ein großer Freund von Altenkirchs Gemälden. Beide waren in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Lingner entdeckte den damals jungen Künstler bereits um 1910“, berichtete Maria Körber, Restauratorin vom Restaurierungsatelier Körber und Kennerin des Kunstmalers. Lingner war begeistert von seinem Schaffen und unterstützte eine Studienreise von Altenkirch nach Innsbruck. Er schätze die Bilder und begann mit dem Sammeln seiner Werke. Nach dem Tod von Lingner 1916 wurde die Privatsammlung versteigert.

Roswitha Hohlfeld in der Otto-Altenkirch-Ausstellung. Quelle: Silvia Zimmermann

„Wir konnten ein Original aus dieser Sammlung „Am Brunnen“ (1910) für die Ausstellung gewinnen“, sagte Kurator Frank Petrasch. Auch die anderen Gemälde stammen überwiegend aus Privatbesitz und wurden unter anderem aus Berlin, München, Dresden, Rostock, Siebenlehn und Ziesar zur Verfügung gestellt. Die Räume sind nach den Schaffenszeiten von Otto Altenkirch unterteilt. Aus der Umgebung seiner Heimatstadt Ziesar sind Werke wie der Rotpfuhlbach bei Dretzen, „Wassermühle im Fläming“ (1931), „Vorfrühling im Geuen“ (1927) oder „Mühle bei Ziesar“ (1941) ausgestellt.

Stadt lässt Bilder restaurieren

„Die Ziesaraner Motive gefallen mir besonders gut“, sagte Ingrid Welzig. Sie war viele Jahre Schlossleiterin in Nossen bei Siebenlehn und war sogar schon in Ziesar. Auch Georg Issel ist Ziesar nicht unbekannt. „Meine Kinder wohnen in Potsdam und wir haben auch schon die Burg besucht“, sagte der Altenkirch-Fan.

Das Lingner Schloss hoch über der Elbe. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Stadt Ziesar lässt seit 2016 Bilder, die sich im Besitz der Stadt befinden, nach und nach restaurieren. „Es wurden bereits sieben Bilder restauriert. Der Kultur- und Heimatverein Ziesar und einige Privatpersonen spendeten Gelder für diese Restaurierung. Jetzt suchen wir nach geeigneten Räumlichkeiten, um diese Bilder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagte Bürgermeister Dieter Sehm.

Von Silvia Zimmermann

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