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Ziesar Aus vollen Rohren: Panzer-Haubitzen schießen auf dem Übungsplatz
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Aus vollen Rohren: Panzer-Haubitzen schießen auf dem Übungsplatz
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17:32 29.05.2018
Panzer-Haubitze in Altengrabow bei der einzigen Artillerie-Übung in diesem Jahr. Quelle: Bundeswehr
Altengrabow

Die 150 Soldaten des 4. Artillerielehrbataillons 325 aus dem niedersächsischen Munster proben auf dem durch die Hitze knochentrockenem Truppenübungsplatz Altengrabow noch bis Donnerstag den Ernstfall. Es ist die einzige Artillerieübung in diesem Jahr auf dem 9000 Hektar großen militärischen Übungsgelände an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. „Es ist von der Dimension nicht die größte Übung, aber sie ist von ihrem Stellenwert hoch anzusiedeln“, sagt Kommandant Eugen Poch. Geübt wird seit Pfingsten das Zusammenspiel zwischen Luftwaffe und Artillerie. So waren am Dienstag auch zwei Tornados vom Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz im Einsatz.

Eine Hitzeschlacht zehn Tage im Mai

Für die Bundeswehr-Soldaten ist die Artillerie-Übung eine Hitzeschlacht. Der Platz ist durch die wochenlange Trockenheit derart staubig, dass durch jede Fahrzeugritze der Staub eindringt.

Neun Soldaten haben sich in einer Hallenruine am Rande des Gefechtsstandes ein Nachtlager bereitet, durch Planen versuchten sie, die staubigen Winde abzuhalten. Die Wege sind tiefe Sandfurchen. Wald, Heideflächen, Dünen und Scheindörfer für Gefechtsübungen wechseln sich ab.

Auf dem 9000 Hektar großen Truppenübungsplatz, der in Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Brandenburg liegt, gibt es auch Biotope. Dort gilt striktes Kampfverbot.

Trotz der höchsten Waldbrandwarnstufe und 33 Grad Hitze sind sechs Panzer-Haubitzen Bestandteil der Übung. Am Freitag kam es i bei den Schießübungen zu einem Waldbrand auf dem Gelände. Auf 6 Hektar loderten die Flammen, die aber Poch zufolge von der Platz-Feuerwehr selbst gelöscht werden konnten. Das Schießen wurde daraufhin an diesem Tag eingestellt. Eine Unterstützung umliegender Freiwilliger Feuerwehren sei nicht nötig gewesen, so Poch. Er halte indes eine groß angelegte Waldbrandübung mit allen umliegenden Feuerwehren für wünschenswert. Vorsorglich hat die Bundeswehr Waldbrandschneisen und Gräben im Zielgebiet schlagen lassen, um am Kampfort einen möglichen weiteren Waldbrand von vorneherein einzudämmen.

Hauptmann Marcel Pikies führt die Gefechtsübung auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow. Quelle: Marion von Imhoff

Leiter der Übung ist Hauptmann Marcel Pikies aus Munster. Unter seinem Kommando koordinieren die Soldaten den Einsatz der Panzer-Haubitze 2000, die 28 Kilometer weit schießen kann. Während der derzeitigen Übung gilt es Ziele in sieben Kilometer Distanz zu treffen. Die 60 Tonnen schweren Panzer sind mit 255 Millimeter-Geschossen ausgerüstet.

Soldaten sollen als Beobachter Ziele aufklären und die Daten an die Schützen weitergeben. Tagsüber schießen die Panzer-Haubitzen Leucht- und Blendgranaten, nachts feuern sie scharfe Munition, um am Zerstörungsgrad am Einschlagpunkt die Treffgenauigkeit zu prüfen, was laut Kommandant Eugen Poch anders nicht gehe.

Sand und Staub auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow Quelle: Marion von Imhoff

Die Bundeswehr probt ein sogenanntes Verzögerungsgefecht in einem Verteidigungsfall. „Was wir hier tun, ist die Landes- und Bündnisverteidigung zu üben“, sagt Batteriechef Marcel Pikies. Vor Ort tragen die Soldaten das Sturmgewehr G 36.

Panzer-Haubitze aus Munster in Altengrabow. Quelle: Bundeswehr

Der Kommandant gibt sich Medien gegenüber offen: „Mir ist wichtig, das Truppengeschehen auf dem Militärgelände transparent nach außen zu zeigen. Wir sind hier keine Black Box, die Bevölkerung hat einen Anspruch zu wissen, was wir hier machen.“ Das Artillerie-Feuer ist in den umliegenden Orten „wahrnehmbar“, räumt Poch ein. Beschwerden seien ihm jedoch nicht bekannt. Einzig als am Freitag durch den Waldbrand eine schwarze Rauchsäule am Horizont stand, meldeten sich besorgte Bürger.

Ein Fuchs vor einer Ruine des Truppenübungsplatzes Altengrabow. In dem Gebäude übernachten an diesem Tag neun der Soldaten. Quelle: Marion von Imhoff

Die Rückverlegung ist für Donnerstag geplant. Die schweren Panzer-Haubitzen und übrigen Gefechtsfahrzeuge, die auf Kette laufen, werden mit der Bahn transportiert. Zu den 42 Einsatzfahrzeugen gehören auch je zwei Schützenpanzer und Transportpanzer Fuchs. Die übrigen Jeeps und Lastwagen werden „per Landmarsch“, sprich auf der Autobahn und Landstraßen zurückgefahren.

Von Marion von Imhoff

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