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Ziesar Bischofsresidenz wird zur Barkas-Hochburg
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Bischofsresidenz wird zur Barkas-Hochburg
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12:59 30.04.2018
Barkas-Fans aus Ziesar werben für das große Oldtimer-Treffen auf der Burg am kommenden Wochenende. Links Vereinschef Bernd Gobel. Quelle: privat
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Ziesar

Über 175 0000 Exemplare wurden in knapp 30 Jahren gebaut. Heute sieht man den DDR-Kleintransporter Barkas B 1000 nur noch selten auf den Straßen. Ganz anders in Ziesar. Auf dem Burghof kommen vom 4. bis zum 6. Mai die Besitzer von rund 80 der ostdeutschen Kultfahrzeuge zusammen. Neben den Barkas-Freunden steuern auch die Wartburg-Fans die Burg Ziesar an. Die Bischofsresidenz wird damit zum Gastgeber für eines der größten typenreinen Oldtimertreffen im Land.

Treffen soll zur Tradition werden

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung eine Tradition begründen, die zu einem jährlichen Alleinstellungsmerkmal für die Burg Ziesar werden könnte“, sagte Bernd Gobel vom Motorsportclub Ziesar der MAZ. Gemeinsam mit dem Verein der Automobil Veteranen Freunde Deutschland (AVF) organisieren die Ziesaraner die dreitägige Freiluftveranstaltung. Gern gesehen sind auch Besitzer von Oldtimern anderer Marken. Diese bekommen Stellplätze unterhalb der Burg zugewiesen.

Auch dieser Barkas mit einem Westfalia-Campingaufbau wird in Ziesar zu sehen sein. Quelle: privat

Ziesar gehört zu den regionalen Hochburgen der Barkas- und Wartburgszene in Brandenburg, wo intensiv geschraubt und gefachsimpelt wird. Allein Vereinschef Gobel besitzt fünf Barkas-Kleintransporter in der Zwei- und Viertaktversion. Darunter Modelle mit Koffer, Pritsche und als Bus. Was ihn am B 1000 begeistert? „Zu Ostzeiten war solch ein Fahrzeug für den Privatmann praktisch nicht zu bekommen. Heute erfülle ich mir mit der Sammlung einen Traum. Davon abgesehen war der Barkas für seine Zeit ein unverwüstliches Arbeitstier“, schwärmt Gobel.

Ein Barkas für den Alltagsbetrieb

Als gelernter Traktoren- und Landmaschinenschlosser, der nach der Wende in die Heizung- und Sanitärbranche wechselte, ist dem Ziesaraner der Umgang mit Kfz-Werkzeugen nicht unbekannt. So manche Stunde in seiner Freizeit verbringt der Heizungsfachmann mit dem Aufbau eines neuen Sammlerstücks. Für die Firma ist bis heute ein Barkas als Alltagsauto unterwegs.

Bernd Gobel vom Motorsportclub Ziesar. Quelle: Frank Bürstenbinder

Bis weit in die 1960er-Jahre konnte sich der Barkas durchaus mit westlichen Modellen messen, wie dem VW-Bus oder dem Ford Transit. Schwachpunkt war allerdings der kleine Zweitaktmotor. Und als die technische Weiterentwicklungs ins Stocken geriet, verloren die Barkas -Werke in Karl-Marx-Stand den Anschluss an den internationalen Stand. Ein echter Barkas-Experte ist der Getriebespezialist Peter Vogelsang aus Kuhbier bei Pritzwalk. „Ihm haben wir es zu verdanken, dass überhaupt noch Barkas-Modelle rollen. Denn das Getriebe gehört zu den kompliziertesten Teilen des Kleintransporters“, weiß Motorsportclubchef Gobel. Mit mehreren Schautafeln wird Getriebe-Profi Vogelsang in Ziesar dabei sein.

Wartburg-Modelle rollen auf den Hof

Wer über den Barkas redet, kommt am Vorgängermodell Framo nicht vorbei, der als V 500 schon ab 1938 in Hainichen vom Band lief. 1951 folgte mit dem V 901 die erste Neuentwicklung. Auch von diesen Modellen werden an diesem Wochenende einige Exemplare in Ziesar erwartet. Wartburgfreunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Die Veranstalter gehen davon aus, dass die Besucher die gesamte Sparte des bis 1991 in Eisenach produzierten Pkw zu sehen bekommen – vom Wartburg 311 bis zum 353. Als Limousine, Kombi oder Campingvariante zieht die Marke Wartburg unverändert Schaulustige an. Natürlich stehen einige Modelle bei Fans in Ziesar in der Garage – und am Wochenende auf dem Burghof.

Von Frank Bürstenbinder

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