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Ziesar Fünf Kegelbrüder mit Handicap
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Fünf Kegelbrüder mit Handicap
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06:02 16.04.2019
Die Kegelbrüder Dennis, Kevin, Heiko, Enrico und Klaus aus dem Wohnheim Albrechtshof gehen regelmäßig in der Gaststätte "Großer Kiepenkerl" ihrem Hobby nach. Quelle: Frank Bürstenbinder
Ziesar

Erst fallen sechs Kegel, dann sieben. Jubel brandet auf. Fehlwürfe sind die Ausnahme. Einmal im Monat greifen behinderte Bewohner der 2012 eröffneten Miteinander-Wohnstätte Albrechtshof zur Kugel. Wenn auch mit zwei Händen. Und das schon seit über 20 Jahren. Auf die Idee war Betreuer Klaus Gropler gekommen: „Die Ausflüge auf die Kegelbahn bringen Abwechslung in die Freizeitgestaltung. Es ist jedesmal ein besonderer Tag auf den sich die Jungs freuen.“

Dichter dran am Leben

Stammlokal für die erwachsenen Männer vom Albrechtshof ist die Gaststätte „Großer Kiepenkerl“. Für Betreiber Enrick Kablitz ist der Besuch der Kegelbrüder mit Handicap längst zum Alltag geworden. „Schon zu Friesdorfer Zeiten sind wir zum Kegeln nach Ziesar gefahren. Toll, wie unsere Gruppe hier jedes Mal aufgenommen wird“, schwärmt Klaus Gropler. Gemeinsam unternommen wurde auch in der früher im Wald gelegenen Vorgängereinrichtung viel. Doch seit das Wohnheim nach Ziesar umzog, sind die Bewohner dichter dran am Leben außerhalb ihrer Einrichtung.

Spaß nach Feierabend

Dieses Mal sind Enrico, Klaus, Dennis, Heiko und Kevin mit dabei. Alle leben in unterschiedlichen Wohngruppen. Am Tage arbeiten sie in geschützten Werkstätten, nach Feierabend geht jeder seinen Interessen nach. „Gemeinsame Aktivitäten fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl. Außerdem ist das Kegeln gut für Ausdauer und Konzentration“, berichtet Annette Cenkier vom Betreuer-Team Ambulanter Dienst.

Zwei Brüder im Duell: Dennis (l.) und Enrico auf der Kegelbahn. Quelle: Frank Bürstenbinder

Nach so vielen Jahren Erfahrung auf den beiden Kegelbahnen brauchen sich die Betreuer kaum um die Details des fröhlichen Nachmittags kümmern. Dennis zieht die Vorhänge der Anlage auf, Klaus kennt sich mit den Schaltern für die Technik aus, Heiko schreibt die Punkte in ein Buch. Essen und Getränke werden bestellt.

Ein Stück Lebensqualität

Der Besuch im „Großen Kiepenkerl“ bedeutet für die Männer aus der Wohnstätte auch ein Stück Lebensqualität und Teilhabe an Selbstverständlichkeiten, wie sie für nicht behinderte Menschen das Normalste auf der Welt sind. Vier Runden mit jeweils 15 Wurf trauen sich die Gäste vom Albrechtshof zu. Zu den spannenden Momenten gehört traditionell das Bruderduell zwischen Enrico und Dennis. Der bessere schafft es schon mal auf 230 Holz.

Gemeinsames Abendessen

Preise gibt es nicht zu gewinnen. Dafür lockt die Aussicht auf ein Bier, dass sich jeder Teilnehmer selbst bestellen kann. Tradition ist auch das gemeinsame Abendessen in der Gaststätte, das zum Höhepunkt des Tages wird. Zur Realität in der Wohnstätte Albrechtshof gehört die Tatsache, dass sich längst nicht alle der 32 volljährigen Bewohner so frei auf einer Sportanlage bewegen können, wie die Kegelbrüder. Wegen der Schwere der Behinderungen muss die Mehrheit auf solche Aktivitäten verzichten.

Das Freizeitangebot ist natürlich freiwillig. Egal, ob es Kegelnachmittage, Wanderungen, Besuche in der Seniorenbegegnungsstätte oder die Mitgliedschaft in der hauseigenen Musikgruppe sind. Letztere will zusammen mit dem Musikverein sogar beim nächsten Burgfest am 2. Juni auftreten. Zur Musikgruppe gehört auch Ingo, der neben der Kugel gern zum Akkordeon greift.

Von Frank Bürstenbinder

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