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Ziesar Hündin bei Wolfsangriff verletzt
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Hündin bei Wolfsangriff verletzt
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09:25 04.09.2018
Potsdam-Mittelmark ist nahezu flächendeckend zum Wolfsland geworden. Hunde sollten besser angeleint bleiben. Quelle: Peter Geisler
Bücknitz

Die Anwesenheit eines Wolfsrudels in der Bücknitzer Heide hätte einer Irish Setter-Hündin beinahe das Leben gekostet. Was ist passiert? Ein Hundehalter aus Bücknitz war am Montagfrüh mit seinem unangeleinten Vierbeiner unterwegs. Die Hündin hielt sich 10 bis 20 Meter von ihrem Herren auf, als es im Randbereich einer Schonung zu einer folgenschweren Begegnung kam.

Nach einer Information von Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels war die Hündin offenbar auf drei Wölfe gestoßen, die sie sofort attackierten. „Der Hundehalter verteidigte seinen Irish Setter schließlich mit dem Knüppel gegen die Wölfe, die sich am Ende auf und davon machten“, berichtete Bartels der MAZ. Die Hündin erlitt tiefe Bisswunden, die in einer Tierarztpraxis operiert werden mussten. Wie zu erfahren war, hat die Hündin die OP gut überstanden. Ohne das Eingreifen des Besitzers hätte der Irish Setter wohl keine Chance gehabt lebend davon zu kommen.

Rat vom Wolfsbeauftragten

Für Amtsdirektor Bartels ist der Vorfall Zeichen einer neuen Qualität von Begegnungen zwischen Wolf, Mensch sowie Haus- beziehungsweise Nutztieren. Der Verwaltungschef prophezeit eine weitere Zunahme von Konflikten, sollte sich die Wolfspopulation weiter ungehindert ausbreiten. Der Hundebesitzer hatte Bartels persönlich über den Vorfall informiert. Gegenüber der MAZ wollte sich der Bücknitzer allerdings nicht zu dem Angriff auf seine Hündin äußern.

Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels. Quelle: Silvia Zimmermann

Für den Wolfsbeauftragten des Landes Brandenburg, Steffen Hinze, ist der Vorfall erneut Anlass für einen grundsätzlichen Rat: „Wir empfehlen immer Hunde an der Leine zu führen. Im Landeswaldgesetz ist das ohnehin vorgeschrieben. Auch in der offenen Landschaft kann kein Halter für das Verhalten seines Hundes beim Auftauchen von Wölfen garantieren. Kommt ein Hund dabei zu Schaden ist das immer ärgerlich.“ Besonders wenn bekannt sei, dass sich in einem Revier Wölfe aufhielten, hätten Hundehalter eine besondere Verantwortung gegenüber ihren Vierbeinern, so Hinze.

Letztes Schaf gerissen

Schon seit einiger Zeit ist gesichert, dass sich ein Wolfsrudel in der Bücknitzer Heide angesiedelt hat. Jäger filmten Welpen auf einem Stoppelacker. Es kam zu mehreren Nutztierrissen in der Agrargenossenschaft Ziesar, bei privaten Muttertierhaltungen und im Streichelzoo von Eulenmüller Otto Schmücker, dem acht Schafe gerissen wurden. Das letzte Kamerunschaf „Dolly“ der kleinen Herde fand erst vor wenigen Tagen am helllichten Tag den Tod. Als Schmücker von der Geschichte mit dem verletzten Irish Setter hörte, schwante dem Besitzer der einsam gelegenen Eulenmühle nichts Gutes: „Was machen eigentlich Pilzsammler, wenn sie in einer Dickung auf ein Wolfsrudel stoßen?“

Indessen hat Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels die Forderung der Gemeinde Buckautal auf Ausweisung als wolfsfreie Zone durch das Land Brandenburg bekräftigt. „Der Beschluss der Gemeindevertreter ist ein starkes Symbol dafür, dass wir den Wolf hier nicht wollen“, so Bartels. Im Altkreis Brandenburg ist die Gemeinde Groß Kreutz (Havel) dem Beispiel von Buckautal gefolgt. In der Stadt Ziesar, zu deren Gebiet die Bücknitzer Heide gehört, ist die wolfsfreie Zone noch kein Thema.

Von Frank Bürstenbinder

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