Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ziesar Keine Garantie für Wasser- und Klärwerk
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Keine Garantie für Wasser- und Klärwerk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:12 23.05.2018
Früher gab es Pumpen für die Wasserversorgung in Görzke Quelle: René Gaffron
Görzke

Die Perspektive für den Bestand des Wasser- und des Klärwerkes Görzke ist nicht gewiss. Denn der Wasser- und Abwasserzweckverband Ziesar, dem die Kommune seit 2015 angehört, stellt das Kosten-Nutzen-Verhältnis in Frage. Dazu ist er angehalten, wenn er für weitere Investitionen in die Infrastruktur eine Förderung beantragen will.

„Es geht darum, die Ver- und Entsorgung mit vertretbarem Personal- und Materialaufwand zu organisieren“, hat René Hildebrandt als technischer Betriebsleiter erklärt. Unter dem Aspekt empfehlen die vom Verband beauftragten Planer nämlich langfristig Görzke, einschließlich Ortsteile, aus dem sanierten Wasserwerk Dretzen zu beliefern. Qualität und Quantität wären dort allemal hinreichend, dass sich auf lange Sicht die Investition einer halben Million Euro in eine Druckleitung rentieren sollte, sagen die Experten.

Wasserschutzzone ist formell erforderlich

Derweil im Töpferort schon jetzt Mehrkosten entstehen, weil das Wasser zusätzlich gefiltert und der pH-Wert angehoben werden muss, Der Unterhalt oder Austausch der Anlagen werde zu Buche schlagen, so die Prognose. Nicht zuletzt bedarf es der formellen Ausweisung einer weiter gefassten Wasserschutzzone. Grundeigentümer und Agrarbetriebe müssten höhere Auflagen einhalten.

Das Wasserwerk Görzke wurde 1992 in Betrieb genommen. Quelle: René Gaffron

In der Gemeindevertretung Görzke kommt die Botschaft erwartungsgemäß nicht gut an. Schließlich handelt es sich um die maßgeblichen Errungenschaften der Infrastruktur seit der Wende, die mit privatem Vermögen und Geld der öffentlichen Hand realisiert wurden. Doch sind es nicht allein diese emotionalen Gründe wie Bürgermeister Jürgen Bartlog (parteilos) betont. Deshalb wollen er und Margitta Westphal in der Verbandsversammlung diese Strategie nicht unterstützen.

Eine entsprechende Stellungnahme ist formuliert. Demnach sollen erst einmal Alternativen geprüft und berechnet werden, lautet ihre Forderung. Ob sie Gehör oder gar Zuspruch finden bei den Mitstreitern der anderen Kommunen, ist offen. Zumindest ist eine für nächsten Montag geplante Beschlussfassung ausgesetzt worden.

Amtsmitarbeiter für dezentrales System

An der Richtigkeit des vom Zweckverband eingeschlagenen Weges zweifelt auch Hans-Peter Bölke, Mitarbeiter im Bauamt der Amtsverwaltung Ziesar. „Wer Fördermittel beantragt, muss wieder Eigenanteile leisten“, mahnt er. Seiner Einschätzung nach sollte schon aus Gründung der Versorgungssicherheit an einem möglichst dezentralem System festgehalten werden.

Sechs Anlagen zu betreuen

Zum 2009 gegründeten Wasser- und Abwasserzweckverband Ziesar gehören die Stadt Ziesar, einschließlich Bücknitz, Glienecke und Köpernitz; die Gemeiunde Nuckautal (Buckau, Dretzen und Steinberg); die Gemeinde Wenzlow (mit Boecke) sowie die Gemeinden Görzke und Wollin.

Der Zweckverband unterhält vier Wasserwerke (Ziesar, Wollin, Dretzen, Görzke), und zwei Kläranlagen (Ziesar, Görzke). Hinzu kommen Leitungen, Pumpwerke und dergleichen.

Sie müssen von derzeit drei technischen Mitarbeitern in Gang gehalten werden.

Dem gegenüber stehen allerdings auch bei der Abwasserbeseitigung immer höhere Ansprüche. Deren Erfüllung werde sich langfristig auf die Gebühren auswirken, lautet die Mahnung von René Hildebrandt. So wird seiner Schilderung nach schon jetzt Klärschlamm zur Vererdung, wie sie am Klärwerk Görzke nicht möglich ist, nach Ziesar gebracht. Das koste und deshalb sei abzuwägen, künftig gleich per Druckleitung die Mengen in die Anlage dort zu pumpen.

Von René Gaffron

230 Pedalritter haben zu Pfingsten an der Regine-Hildebrandt-Tour teilgenommen. 50 Kilometer ging es durch den Hohen Fläming. Eine Radlerin aus Thailand reihte sich in den Tross ein.

20.05.2018

Der Granatenfund von Görzke ist aufgeklärt. Spezialisten des Munitionsbergungsdienstes stellten eine Übungs-Handgranate aus NVA-Beständen sicher. Genaue Hintergründe des Vorfalls bleiben unklar.

18.05.2018

In Görzke sind Spezialkräfte der Polizei im Einsatz. Denn zwei spielende Kinder haben eine Handgranate gefunden, damit gespielt und sie vom Hof ins Haus getragen. Der große Bruder schlug Alarm.

18.05.2018