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Ziesar Kubanischer Minister dirigiert Blasorchester
Lokales Potsdam-Mittelmark Ziesar Kubanischer Minister dirigiert Blasorchester
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15:10 06.11.2018
Das Blasorchester gibt vor einem sanierungsbedürftigen Mietshaus in Havanna ein Konzert. Der Hof wird im Rahmen eines sozialen Projektes für Kulturveranstaltungen genutzt. Quelle: Privat
Ziesar

Das tropische Klima hat der Fassade zugesetzt. Die Wohnungen müssten alle saniert werden. Über 100 Familien leben in dem fast 80 Jahren alten Mietshaus in Havannas Stadtviertel Vedado. Doch die stolzen und lebensfrohen Kubaner werden auf ihre Art mit der Tristesse fertig. „Arcos de la Cultura“ heißt eine Gemeindeprojekt, das dem maroden Quartier wenigstens mit Kulturveranstaltungen einen bunten Anstrich geben soll, wenn es schon an Geld für Farbe, Fenster und Rohre fehlt. Für einen Tag zu Gast bei den Menschen in Vedado war das Blasorchester aus Ziesar.

Klarinettist Detlef Habedank mit Musikern des kubanischen Staatsorchesters. Quelle: privat

Die Reaktion der Kubaner auf den Auftritt der Musiker aus Deutschland in einem planierten Krater vor dem Haus war mehr als herzlich. Kinder scharrten sich um die Bläser in den roten T-Shirts des Musikvereins. Vertreter der Stadt klatschten Beifall. Die Alten besetzten alle Fensterplätze. Frauen ließen die Wäsche sein. Männer unterbrachen ihre Arbeit. Wie bei allen fünf Konzerten während der Tournee auf der Zuckerinsel nahmen die Gäste aus Ziesar ihr kubanisches Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Welt der Blasmusik von „Märkische Heide“ bis Glenn Miller und von der Polka bis zu „Eviva Espana“. Mit dabei Sängerin Mandy Kokoschek. Unter der Leitung von Florian Baum hatten die 20 aktiven Musiker im Alter von 15 bis 70 Jahre 22 Titel für diese Auslandsreise einstudiert.

Im kubanischen Fernsehen

„Wir sind überall freundlichen und bescheidenen Menschen begegnet. Unsere Auftritte waren ein kleiner Beitrag zur Völkerverständigung. Die Kubaner haben es uns mit einer großen Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft gedankt. Sie haben es verdient, dass die Welt auf Augenhöhe mit Kuba zusammenarbeitet und seine Entwicklung befördert“, berichtete Musikvereinsvorsitzender Manfred Geserick nach der Rückkehr der MAZ. Dreimal waren die Ziesaraner im kubanischen Fernsehen. Überall gab es Beifallsstürme, die Menschen musizierten oder tanzten spontan mit.

Dirigent Florian Baum mit einem Bild, das dem Orchester als Geschenk überreicht wurde. Quelle: privat

Zur Unterstützung des Gemeindeprojektes „Arcos de la Cultura“ kam der Musikverein nicht mit leeren Händen. Voraus flogen zehn Bierzeltgarnituren, denn für die improvisierte Konzertfläche vor dem Wohnhaus gibt es kaum Stühle. Sponsoren hatten den Kauf und den Transport des Mobiliars unterstützt. Selbst das Brandenburger Wirtschaftsministerium, die Kulturstiftung der MBS und die Kreismusikschule unterstützten die Kuba-Tournee.

Vom Botschafter begrüßt

Deutschlands Botschafter Thomas Karl Neisinger begrüßte die Vertreter aus Ziesar auf einer Industriemesse in Havanna, auf der auch deutsche Unternehmen vertreten waren. Beim Konzert übernahmen sogar Thomas Bareiß, Staatsekretär im Bundeswirtschaftsministerium und der stellvertretende kubanische Wirtschaftsminister das Dirigat zur „Märkischen Heide“

Junge Kubanerinnen stoßen zusammen mit Britta Seise und Karl-Heinz Gobel ins Waldhorn. Quelle: privat

Neben der Musik und anderen offiziellen Verpflichtungen blieb den insgesamt 27 Teilnehmern der Tournee Zeit zur Erholung am Strand von Varadero. Auch im Hotel gab es zur Überraschung des internationalen Publikums, darunter Touristen aus Deutschland, ein Konzert. Nicht ganz unproblematisch war die Einreise nach Kuba. Wer künstlerisch auf der Insel aktiv sein will, braucht neben dem Touristenvisum auch ein Kulturvisum, dessen Ausstellung am Flughafen erfolgt. Außerdem haben die kubanischen Behörden die Musikinstrumente skeptisch unter die Lupe genommen. „Es hat drei Stunden gedauert bis die ganze Gruppe durch war. Am Ende bleibt es eine Tournee, die wir nicht vergessen werden “, so Vereinschef Geserick.

Von Frank Bürstenbinder

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