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Zoff ums Familienzentrum

Kleinmachnow Zoff ums Familienzentrum

Nur eines ist sicher: Kleinmachnow braucht ein Familienzentrum. Die Gemeinde mit vielen jungen Familien und Senioren will den Treffpunkt baldmöglichst mit vielen generationsübergreifenden Angeboten etablieren. Aber wo und wie? Darüber gibt es Streit – der ja sprichwörtlich in den besten Familien vorkommen kann.

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Das Jugendzentrum Carat eignet sich laut Bürgermeister Michael Grubert (SPD) nicht für ein Familienzentrum. Er will einen zukunftsträchtigen Standort Am Bannwald durchsetzen.

Quelle: Stich

Kleinmachnow. Um ihr Familienzentrum ringt die Gemeinde Kleinmachnow weiterhin. Einig sind sich die Fraktionen lediglich darin, dass sie ein solches Angebot einrichten wollen und dass sie schon 2018 damit starten möchten. In allen anderen Punkten besteht noch massiver Gesprächsbedarf. So etwa, wo das Familienzentrum untergebracht werden soll: Während einige Gemeindevertreter vorschlagen, es sollten bestehende Einrichtungen wie das Jugendzentrum Carat, den Jugendclub Cupcake oder die demnächst frei werdende Auferstehungskirche mitgenutzt werden, argumentiert Bürgermeister Michael Grubert (SPD), dass diese Ideen allesamt nicht ausreichend seien. „Das sind immer wechselnde Orte, damit kommt man zu kurz.“ Das Cupcake habe Fliesenboden, was etwa für Babykurse problematisch wäre, und ab zwölf Uhr mittags stehe es nicht mehr zur Verfügung. Das Carat würde ohnehin auch am Vormittag bereits genutzt und die Kirche würde bald saniert werden, „da kann man zwischendurch im Staub keine Babygruppe machen“, so Grubert. Er möchte das Familienzentrum in einem der Gebäude im Bannwald untergebracht sehen, „wo sich alles entwickeln kann – von der Babygruppe am Vormittag, über die Kinderbetreuung am Nachmittag, bis zu Abendveranstaltungen.“

Auch darüber, wie die neue Einrichtung personell ausgestattet werden soll, scheiden sich die Geister. Eine Person im Auftrag der Gemeinde könne dies nicht abdecken, versichert der Bürgermeister, der daran erinnert, dass ein Mitarbeiter lediglich 220 Arbeitstage im Jahr zu absolvieren habe. Dem wird entgegengehalten, dass diese neue Stelle eines Sozialarbeiters oder einer Sozialarbeiterin in die bestehenden Teams etwa des Carat eingebunden werden könnte, so dass bei Krankheit oder Urlaub auch Kollegen Aufgaben übernehmen „und das Familienzentrum mal aufsperren oder so“ könnten. Grubert dagegen sieht keinerlei Möglichkeit für eine solche Symbiose: „Wir brauchen das neue Angebot ja sowieso nur, weil das ein ganz anderer Bereich ist.“ Außedem komplett unklar ist, ob die Gemeinde selbst oder ein freier Träger das Familienzentrum aufbauen und leiten soll, ob tatsächlich Fördergelder beantragt werden können und im Prinzip alles andere.

So war es fast ein naheliegender Schritt, dass das Thema nun doch nicht in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung zur Abstimmung kommt. Vielmehr möchte Grubert noch im Namen aller Fraktionen ein oder zwei Träger einladen, die bereits erfolgreich Familienzentren aufgebaut haben, wobei sichergestellt werden soll, „dass es eine Kleinmachnower Lösung gibt“, wie von mehreren Mitgliedern des Hauptausschusses betont wurde. „Wir wollen uns nicht etwas Fertiges hinstellen, was dann nicht unseren Ansprüchen entspricht.“ Die Kosten für das geplante Familienzentrum sollen aber auf jeden Fall trotzdem schon im Haushalt 2018 berücksichtigt werden, hieß es.

Von Konstanze Kobel-Höller

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