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Bad Belziger Delegation auf dem Weg nach Kamerun Zu Besuch bei Freunden

Die Partnerschaft zwischen Bad Belzig im Hohen Fläming und Kribi in Kamerun nimmt langsam Gestalt an. Nun machte sich zum ersten Mal eine Delegation auf den Weg zu den afrikanischen Partnern.

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Die dreiköpfige Delegation im Kreis ihrer Gastgeber.

Quelle: Hendrik Hänig

Bad Belzig. „Der erste Eindruck war vielversprechend“, sagt Silvia Kunz. Seit drei Jahren ist die studierte Internationale Informationsmanagerin im Bad Belziger Verein „Echo Kamerun“ aktiv und leitet inzwischen dessen Geschicke. Zusammen mit Vertretern der Bad Belziger Kommunalpolitik und Bürgermeister-Stellvertreter Christoph Grund weilte sie nun zu einem Arbeitsbesuch in dem zentralafrikanischen Land.

Bereits im vergangenen Jahr unterzeichneten die Bürgermeister Bad Belzigs und der kamerunischen Küstenstadt Kribi II in der Kurstadt eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Bildung und des kulturellen Austausches. Ziel der jüngsten Kamerunreise sei es gewesen, sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen, Vertrauen zu gewinnen und konkrete Projektpartner ausfindig zu machen, erläutert Silvia Kunz.

Plan ist aufgegangen

„Dieser Plan ist aufgegangen“, lautet auch der Eindruck von Bürgermeister-Stellvertreter und Delegationsleiter Christoph Grund. „Wir sind sehr freundlich empfangen worden und konnten uns viele Dinge anschauen. Zu sehen, wie die Menschen in Kamerun leben, war wirklich erstaunlich. Das aus der Nähe zu sehen ist eben doch etwas anderes, als wenn man es im Fernsehen sieht.“

Partnerschaft im Blick

Initiatoren der „Städtepartnerschaft auf Augenhöhe“ sind der 2007 gegründete, Bad Belziger Verein „Echo Kamerun“ und sein Partnerverein „Echo Bad Belzig – Kribi“ in der kamerunischen Hafenstadt Kribi II.

Bereits im vergangenen Jahr gab es den ersten offiziellen Kontakt zwischen Vertretern beider Kommunen. Auf Einladung von Bad Belzigs Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) weilte im Juli 2014 eine Delegation aus Kribi in der Kur- und Kreisstadt. Anfegührt wurde diese vom damaligen Bürgermeister Guy Emmanuel Sabikanda.

Beide Stadtoberhäupter unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf sozialer, schulischer und kultureller Ebene.

Erneut bekräftigt wurde von beiden Seiten das Ziel zur Zusammenarbeit. Konkrete Projekte, wie das aussehen könnte, gibt es jedoch auch nach dem Besuch keine. Einzige Ausnahme: Die kleine Reisegruppe mit kamerunischen Jugendlichen, die Ende August eine Woche lang in Bad Belzig zu Gast sein werden. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit einem Jahr.

„Klar ist allen, dass es Zeit braucht, bis sich eine solche Partnerschaft entwickelt“, sagt Grund. „Laufen kann das am Ende nur über die Partnerschaftsvereine beider Seiten. Projekte, die so entstehen, können dann durch die Städte im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt werden.“

Beim Besuch in Kamerun

Beim Besuch in Kamerun.

Quelle: privat

Dass sich kleinere Projekte besser eignen als große, sind sich Silvia Kuntz und Christoph gleichermaßen einig. Am leichtesten möglich sei dies aus heutiger Sicht bei den Schulen, die bereits positive Signale ausgesendet haben. Schüler der Bad Belziger Geschwister-Scholl-Grundschule arbeiten deshalb derzeit an Material, das sie den jungen Kamerunern am Ende ihres Besuches mitgeben wollen und kamerunischen Kindern vom Leben in Deutschland erzählen soll. Im Gegenzug können Informationen über das afrikanische Land in Bad Belzig künftig verstärkt in den Unterricht einfließen. „Vielleicht haben die Kinder, die so an das Thema herangeführt werden, später dann selbst einmal den Wunsch, an einem Jugendaustausch teilzunehmen“, sagt Christoph Grund. „Dass es zu einem Schüleraustausch zwischen den Grundschulen kommt, ist aufgrund der Entfernung eher unwahrscheinlich. Außerdem sollten wir erst einmal abwarten, was sich jetzt während des Besuchs ergibt.“

Tief berührt über die Wertschätzung

„Vertrauen zu gewinnen, auf dem man aufbauen kann“, sieht auch Silvia Kunz als derzeit wichtigste Aufgabe. „Die Verhältnisse in den Ländern sind in jeder Hinsicht so unterschiedlich, dass man ganz vorne anfangen muss.“ Die Neugier und den offenen Blick des jeweiligen Partners sieht die 36-Jährige als Chance zum gegenseitigen Lernen. Beeindruckend fand sie während der jüngsten Kribi-Reise die Einladung zu einem Königstreffen, bei dem der große Einfluss von traditionellen Ritualen und Spiritualität auf das Leben in Kamerun besonders stark sichtbar wurde. Mit diesem Wissen im Hinterkopf lasse sich vieles im afrikanischen Land besser verstehen.

Tief berührt zeigt sich Silvia Kunz über die Wertschätzung und Offenheit, die man als Deutscher in Kamerun oft erfährt. Begründet ist dies in der Geschichte Kameruns, das 35 Jahre lang deutsche Kolonie war. Die Brücken, die in jener, inzwischen knapp einhundert Jahre vergangenen Zeit gebaut wurden, stehen noch heute und gelten als Symbol für das technische Wissen und Können der einstigen Kolonialherrscher. „Der Haltung ‚Die Deutschen sind wieder da – es geht voran“ sind wir oftmals begegnet“, so Kunz. Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sieht die Vereins-Chefin bei der Entwicklung der Infrastruktur und beim Aufbau des Rettungswesens in Kamerun. Die Schulung kamerunischer Feuerwehrmänner, die in Bad Belzig ein Praktikum absolvieren, sieht sie als realistisches Projekt.

Alle Konzentration richtet sich derzeit jedoch auf den Besuch der kamerunischen Jugendgruppe, die während des Bad Belziger Altstadtsommers eine Woche lang in der Kurstadt zu Gast und zu erleben sein wird. Fünf der acht nominierten Teilnehmer haben ihr Reisevisum bereits in der Tasche, betreffs der übrigen drei gibt es bislang Einwände seitens des deutschen Konsulats. „Gegenwärtig befinden wir uns in der heißen Phase, das in Gesprächen zu klären“, sagt Silvia Kunz. „Noch ist nicht aller Tage Abend.“

Von Uwe Klemens

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