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Zu Tisch mit Fuchs und Dachs

Jeserigerhütten Zu Tisch mit Fuchs und Dachs

Anderswo schließen die Gasthöfe auf dem Lande. In Jeserigerhütten ist die Gaststätte „Zum Waldblick“ etabliert. Besonders gern schauen Jäger in dem Lokal vorbei, das mit Trophäen geschmückt ist. Das liegt aber auch an der guten Küche, wie Wirtin Christa Kramer verrät.

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So muss es laufen: Christa Cramer aus Jeserigerhütten ist Gastronomin mit Leib und Seele.

Quelle: Christiane Sommer

Jeserigerhütten. „Hier steckt viel Herzblut drin“, sagt Christa Cramer aus Jeserigerhütten und öffnet die Tür zu ihrem Gasthof. Seit 2013 führt die mittlerweile 64-Jährige den „Waldblick“ mit angeschlossener Pension. Im Ort zu Hause ist sie jedoch schon viel länger. „Ich kam vor der Wende nach Jeserigerhütten. Hatte damals genug vom Dreck der Großstadt“, erinnert sich die Gastronomin, die beruflich eigentlich in einer ganz anderen Branche zu Hause war.

Die diplomierte Ingenieurin stammt aus Bitterfeld, lebte einige Jahre in Leipzig und konzipierte dort Heizhäuser. Erfüllung fand sie in der Arbeit am Reißbrett nicht, so dass sie sich für eine radikale berufliche Veränderung entschied. Mitte der 80er Jahre zog Christa Cramer nach Jeserigerhütten und wagte erste Schritte auf dem Gastronomieparkett. Das Unternehmen Orwo Wolfen betrieb damals in der alten Buroschen Gastwirtschaft eine Familienerholungsstätte, in der Cramer eine Anstellung fand. Während dieser Zeit lernte sie ihren späteren Ehemann Peter kennen. Gleich nach der Wende wagten beide einen beruflichen Neuanfang.

Jagdschmuck an der Wand der Gaststätte

Jagdschmuck an der Wand der Gaststätte.

Quelle: Christiane Sommer

1990 eröffnete Peter Cramer den Gasthof „Zum Waldblick“ am Dorfrand von Jeserigerhütten. Das mit kleinen Bungalows bebaute Grundstück war ehemals ein Kinderferienlager der HO-Gaststätten Bitterfeld. Nach und nach erhielten die einfachen kleinen Häuser Wasser- und Abwasseranschlüsse, neue Dächer und ein schmuckes Inneres. „Heute werden sie als Gästehäuser und Doppelzimmer vermietet“, erklärt die Chefin. Ihr Gastronomiekonzept mit angeschlossener Pension entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer Erfolgsgeschichte – während andernorts Gasthöfe reihenweise schließen mussten.

„Ich hatte schon immer einen Hang zum Landleben“, bemerkt Christa Cramer, die den Wechsel von der Großstadt aufs Land nie bereut hat. Für die besondere Innenausstattung des Gasthofes „Zum Waldblick“ sorgten wiederum Gäste der ersten Stunde. „Das Haus ist seit der Eröffnung ein Jägertreff“, sagt Cramer mit Blick auf Fuchs und Dachs, die ausgestopft neben diversen Jagdtrophäen den Gastraum schmücken.

Christa Cramer am Eingang ihres Lokals

Christa Cramer am Eingang ihres Lokals

Quelle: Christiane Sommer

Als nach der Wende viele Grünröcke aus den alten Bundesländern in die Reviere des Hohen Flämings ausschwärmten, fanden sie in der Pension „Zum Waldblick“ eine Schlafstatt. „Einige kommen noch heute“, sagt die Geschäftsfrau und erzählt, dass die Jagdtrophäen, die die Räumlichkeiten schmücken, von den Jägern gesponsert wurden.

Der gute Ruf des Hauses hat sich schnell rumgesprochen. „Ich habe heute viele Gäste aus Berlin, Dessau, Leipzig und Bitterfeld“, sagt die Unternehmerin. Die kommen natürlich nicht nur wegen der idyllischen Lage des Hauses, sondern auch wegen der guten Küche. „Ich habe bei meiner Großmutter kochen und hauswirtschaften gelernt und dieses Wissen über die Jahre immer weiter vervollkommnet“, sagt Christa Cramer. Wohl auch deshalb wird Frische in der Küche groß geschrieben. Auf der Speisekarte findet sich, was sie Region zu bieten hat. Saisonal wechselnd, von Heidelbeeren über Pilze bis hin zum Braten.

Als Spezialität des Hauses gilt unter der Stammkundschaft jedoch das Schnitzel mit Bratkartoffeln – mit eigener Würzmischung natürlich. Fünf Mitarbeiter beschäftigt Christa Cramer aktuell. Demnächst soll sich das Team weiter vergrößern. Außerdem verrät Cramer: „Um eine Nachfolge muss ich mir keine Sorge mehr machen. Das Haus bleibt in familiären Händen.“

Von Christiane Sommer

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