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Zukunft des Schlossgartens ist ungewiss

Petzow Zukunft des Schlossgartens ist ungewiss

Klaus Kosakowski hat mit dem Schlossgarten ein Kleinod in Petzow geschaffen. Eigentlich sollte es das historische Ensemble komplettieren, doch sein Schicksal steht offenbar wegen einer Behörden-Blockade auf dem Spiel, wie Kosakowski der MAZ berichtet. Dabei gibt es einen gültigen B-Plan, der schon vor fünf Jahren beschlossen wurde.

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Klaus Kosakowski bietet auch Tieren in seinem Schlossgarten Unterschlupf.

Quelle: Luise Fröhlich

Petzow. Im Sonnengarten gedeihen Kürbisse, Mangold, Möhren, Himbeeren und Artischocken. Zwischen Thymian und Kartoffeln setzen Blumen farbige Tupfer in die Beete. Ein Teil der Gemüseernte aus dem Garten soll später im Café gegenüber zu Smoothies verarbeitet werden. Noch verschenkt Hofbesitzer Klaus Kosakowski das meiste an seine Gärtner, Bedürftige oder an seine Gäste, die er durch den fast fertigen Schlossgarten am Ende der Zelterstraße in Petzow führt. „Alle haben geschworen, mehrmals wiederzukommen“, sagt der 74-jährige Berliner. Aber noch ist das Gelände nicht öffentlich zugänglich, denn die unverzichtbaren Gartengebäude, in denen zum Beispiel Besuchertoiletten unterkommen sollen, fehlen.

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises blockiere den Bau, sagt Klaus Kosakowski, und das obwohl es einen gültigen Bebauungsplan gibt, an dessen Aufstellung alle öffentlichen Träger im Vorfeld beteiligt waren. Bauamt und Denkmalschutz stehen hinter dem Projekt, so Kosakowski. „Das Schicksal des Gartens steht auf dem Spiel“, sagt der Investor und Gartenliebhaber. Dabei ist sein Konzept überzeugend und der Wille, das historische Ensemble Petzows zu bewahren, deutlich erkennbar. „Es sollte im Interesse des Landkreises sein, das Projekt zu unterstützen, denn woher soll das Geld für die alten Mauern und Türme sonst kommen“, so Kosakowski. Er hofft, die Untere Naturschutzbehörde bis Jahresende zu überzeugen. Ohne das Gebäude werde es keine Eröffnung geben.

Vier Bienenvölker leben auf der Obstwiese

Dabei ist im Garten eigentlich alles bereit für die Besucher. Durch das einstige Tor zum Schlossgarten sollen sie künftig gehen, um ihre Eintrittskarte für 5 Euro zu kaufen. Die Ziegelmauer wird in den kommenden Wochen stabilisiert. Von dort aus geht es in den sonnendurchfluteten Gemüsegarten, der von einer Zierapfelhecke umgeben ist. Nebenan liegt der Waldgarten, in dem große Bäume Schatten spenden für mehrere tausend Pflanzen, die direkte Sonne nicht vertragen, erklärt Klaus Kosakowski. Aus Wurzeln ließ er eine begehbare Skulptur schaffen, die es auch im Garten von Prinz Charles geben soll. „Vor allem ist es ein Lebensraum für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere.“ An diesen Bereich schließt die Obstwiese an, auf der nur Bäume aus dem 19. Jahrhundert und damit aus der Entstehungszeit des ursprünglichen Schlossgartens, stehen. Hier leben auch vier Bienenvölker, für die bis zum Winter ein mobiles Bienenhaus entstehen soll. An der Mauer ist bereits Spalierobst gepflanzt und zum Wasser hin wachsen noch alte Weinstöcke die Ziegel hoch. „Wahrscheinlich aus der Zeit der Familie Kaehne“, sagt Klaus Kosakowski, bückt sich und reißt Unkraut aus der Erde. Daran könne er einfach nicht vorbeigehen, sagt er. Jenseits der Mauer, in der eine große Lücke klafft, sollen die Besucher bald auf eine Blumenwiese blicken, bevor sie mit Blick auf den Schwielowsee hinunter zum Rhododendron-Garten spazieren.

Bunte Blüher im Gemüsegarten

Bunte Blüher im Gemüsegarten

Quelle: Luise Fröhlich

In drei Wochen will Klaus Kosakowski immerhin schon das Café in der alten Petzower Dorfschule eröffnen. Tische und Stühle für die Gäste stehen schon bereit. Im Garten auf dem Hinterhof werden die letzten Arbeiten erledigt. Und doch bleibt der bittere Beigeschmack – die Befürchtung, der Schlossgarten könnte das Ensemble nie komplettieren.

Bebauungsplan vor fünf Jahren beschlossen

Im März 2012 haben Werders Stadtverordnete den Bebauungsplan „Schlossgarten Petzow“ einstimmig beschlossen.

Den Bauantrag hat Hofbesitzer Klaus Kosakowski im April 2014 eingereicht. 2016 kam die Genehmigung vom Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Zunächst musste Koskowski mehrere Tonnen Unrats entfernen lassen und dem Wildwuchs Einhalt gebieten.

Allein diese Arbeiten haben ihn Zehntausende Euro gekostet.

Zunächst begann er damit, Obstbäume zu pflanzen. Mittlerweile sind es mehr als 50.

Im vergangenen Jahr
, das Café in der alten Schule unweit des Petzower Schlosses im Spätsommer 2017 eröffnen zu können.

Von Luise Fröhlich

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