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Zukunftstag lädt zum Reinschnuppern ein

Aus dem Fläming Zukunftstag lädt zum Reinschnuppern ein

Bereits zum 14. Mal fand in diesem Jahr der Brandenburger Zukunftstag statt. Viele Schüler haben ihn genutzt, um einen Einblick in die Betriebe des Landes zu bekommen – auch aus dem Fläming waren einige Unternehmen dabei. So manch ursprünglicher Berufswunsch geriet ins Wanken.

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Technischer Leiter und Ausbilder Frank Heinitz zeigt Pascal Kaempf (13 Jahre) aus Borkheide und Florian Kutzner (12 Jahre) aus Beelitz wie in wenigen Schritten eine Kunststoffplatte erwärmt und umgeformt wird.

Quelle: Johanna Uminski

Bad Belzig. Auf Zehenspitzen stehen Florian Kutzner und Pascal Kaempf vor dem Schutzfenster, recken die Hälse und versuchen den besten Blick in das Innere der Maschine zu erhaschen. Innerhalb weniger Sekunden wird eine weiße Kunststoffplatte auf über 160 Grad erwärmt und umgeformt. Das beeindruckt die Schüler sehr. Und das ist nicht das Einzige, was die beiden 12- und 13-jährigen Jungen bei der Firma Rodenberg Türsysteme in Borkheide erlebten. Wie viele andere Schüler aus Brandenburg haben sie den gestrigen Zukunftstag für ein Schnupperpraktikum genutzt.

David Fitz (21 Jahre) aus Lünsdorf hat letztes Jahr seine Ausbildung bei Rodenberg Türsysteme AG mit Auszeichnung abgeschlossen

David Fitz (21 Jahre) aus Lünsdorf hat letztes Jahr seine Ausbildung bei Rodenberg Türsysteme AG mit Auszeichnung abgeschlossen.

Quelle: Johanna Uminski

Eigentlich möchte Florian Kutzner Polizist werden. Und das, seit er neun Jahre alt ist. „Aber falls das nicht klappen sollte, möchte ich trotzdem so viele Berufe wie möglich kennenlernen, um dann entscheiden zu können“, sagt der Zwölfjährige. Von der Borkheider Firma hat der Siebtklässler über die Internetseite des Zukunftstages erfahren. „Ich bin überrascht, dass es hier im Wald eine solche Firma gibt“, sagt der Beelitzer. Beeindruckt ist der Schüler auch von dem hohen Engagement des Betriebes.

Computerinteresse kommt an

Für Pascal Kaempf war es ziemlich klar, dass er den Betrieb in Borkheide am Zukunftstag genauer unter die Lupe nimmt. Nicht nur, weil er in Borkheide wohnt, sondern weil seine Mutter in der Firma arbeitet. „Ich interessiere mich vor allem für Informatik“, sagt der 13-Jährige, der sich mit Klimmzügen und anderen Übungen fit hält. „Ich finde es sehr interessant zu sehen, wie die Türen produziert werden“, sagt der Schüler. Mit seinem Interesse für Computer ist der 13-Jährige nicht falsch in der Borkheider Firma. „Wir haben viele computergesteuerte und programmierte Maschinen“, sagt Frank Heinitz, technischer Leiter und Ausbilder bei der Firma Rodenberg Türsysteme.

Über 7 000 Praktikumsplätze zur Auswahl

Der Brandenburger Zukunftstag fand zum 14. Mal statt – parallel zum bundesweiten „Girls und Boys Day“.

Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis zehn können am Zukunftstag konkrete Berufe kennenlernen.

Dabei soll auch das Interesse für eher geschlechtsuntypische Berufsbilder geweckt werden.

510 Betriebe nahmen dieses Jahr mit insgesamt 7 232 Praktikumsplätzen teil. Im vergangenen Jahr nutzen knapp 5 000 Schülerinnen und Schüler das Angebot der etwa 480 Betriebe und Institutionen.

Jährlich bildet das Unternehmen ein bis zwei Lehrlinge zu Maschinen- und Anlagenführern oder Verfahrensmechanikern in Kunststoff- und Kautschuktechnik aus. Der Borkheider Betrieb nimmt zum ersten Mal am Zukunftstag teil. „Es macht mir sehr viel Freude mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten“, sagt Frank Heinitz. Die Firma wolle den Schülern zeigen, welche Ausbildungsplätze es in ihrer Region gibt. „Wenn sie kurze Arbeitswege haben, dann steht ihnen mehr Freizeit zur Verfügung.“ Das Unternehmen lege viel Wert auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung. „Voriges Jahr hat unser Lehrling mit Auszeichnung abgeschlossen“, sagt der 38-Jährige. Die Lehrlinge sollen fürs Leben lernen, sagt der Ausbilder. Nachwuchsprobleme kenne das Unternehmen nicht. „Aber wir wollen auch, dass das so bleibt.“

Drei Lehrberufe im Angebot

Beruf zum Anfassen (von links)

Beruf zum Anfassen (von links): Florian Kutzner (12 Jahre) aus Beelitz und Pascal Kaempf (13 Jahre) aus Borkheide durften unter der Leitung des technischen Leiters und Ausbilders Frank Heinitz auch einen Deichselhubwagen ausprobieren.

Quelle: Johanna Uminski

Erfahrener mit dem landesweiten Zukunftstag ist die Belziger Baustoffhandel GmbH. Das Unternehmen nimmt zum dritten Mal teil und betreut an dem Tag acht Schüler an seinen drei Standorten in Bad Belzig und Brück. „Es macht mir einfach großen Spaß“, sagt Silvia Ulrich, Marktleiterin beim Baustoffhandel in Bad Belzig. Auf interessierte Lehrlinge warten insgesamt drei Lehrberufe: Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Fachkraft für Lagerlogistik und Fachlagerist. „Wir haben ein großes Interesse daran, die jungen Leute in der Region zu halten“, so Ulrich.

Am Zukunftstag freuen sich die interessierten Schüler nicht nur über einen ausführlichen Einblick in den Betrieb und ein Quiz, sondern können auch selbst aktiv werden. „Sie dürfen die Ware in das Regal einsortieren und Wareneingangskontrollen machen“, sagt die Marktleiterin. Ulrich freut sich auch dieses Jahr über sehr interessierte Schüler. „Sie waren überrascht darüber, dass einige Produkte – wie unsere Ziegelsteine – aus der Region kommen.“

Von Johanna Uminski

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