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Zum 27. Mal: Hoch die Maß im Fläming

Niemegk Zum 27. Mal: Hoch die Maß im Fläming

Hunderte Partygäste feierten am Wochenende das 27. Oktoberfest in Niemegk. Das Fest ist im Fläming inzwischen Tradition und über die Grenzen Potsdam-Mittelmarks hinaus bekannt. Neben echten Bayern auf der Bühne erlebten die Besucher eine neue Festhalle, alte Bräuche und einen Heimweg mit Woodstock-Atmosphäre.

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Peter Heußner aus Wittenberg feierte wie viele Besucher in alter Tracht.

Quelle: Tobias Potratz

Niemegk. Auf dem Oktoberfest in Niemegk gab es Trauer und Freude. Schunkelnd und singend wurde am Samstagabend mehrfach bedauert, dass es kein Bier auf Hawaii gibt. Doch schnell stellte sich wieder Freude ein, denn durstige Gäste sucht man vergeblich. Schließlich liegt der gerstensaftlose US-Bundesstaat fast 12 000 Kilometer von der Niemegker Festhalle entfernt. Und in wiederum Niemegk wird sogar traditionell ein eigens für das Oktoberfest gebraute Bier angeboten. Dieses schieben die Zapfer am liebsten mit Schwung und in Maßkrügen über den Tresen. Wer braucht da noch Bier auf Hawaii oder gar ein Hofbräuhaus in München?

Das Organisationsteam um Getränkeunternehmer Bodo Höhne sorgte auch in diesem Jahr wieder dafür, dass sich zumindest am ersten Oktoberwochenende eine Welle aus Sauerkraut-Fanatismus und Lederhosen-Kult aus Süddeutschland über den Weißwurst-Äquator hinweg bis in den Hohen Fläming ausbreiten konnte. Schon zum 27. Mal entdeckten die Fläminger den Bayern in sich. Aber nicht nur die Fläminger. Denn zum Niemegker Oktoberfest kamen auch waschechte Bayern.
der Weg war zwar weit, aber schließlich hat das Münchner Original seine Pforten bereits geschlossen.

Die Band „Störzelbacher and Strings“ reiste zum vierten Mal aus Bayern an, um für ausgelassene Stimmung auf dem Niemegker Oktoberfest zu sorgen

Die Band „Störzelbacher and Strings“ reiste zum vierten Mal aus Bayern an, um für ausgelassene Stimmung auf dem Niemegker Oktoberfest zu sorgen.

Quelle: Tobias Potratz

Auf dem etwas höher gelegenen Podest der sanierten und erweiterten Festhalle saß am Samstagabend einer von ihnen: Ein älterer Herr mit grauem Seppelhut, langem schon ein wenig gräulichem Rauschebart und natürlich in strammer brauner Lederhose. Wenn das kein echter Bayer ist! „Ich komme aus Wittenberg“, sagt er und nimmt einen großen Schluck aus seinem Maßkrug. Der Anblick täuscht offenbar. „Ich bin zum ersten Mal hier, aber sicher nicht zum letzten Mal“, ergänzt der Wittenberger Peter Heußner, lacht und stößt mit seinem Gegenüber an. Auch das Bier schmeckte ihm und den anderen Besuchern der Niemegker Wiesn so gut wie den Gästen beim originalen Volksfest in Bayern.

Wie Peter Heußner sah auch das Oberhaupt des Niemegker Oktoberfestes täuschend echt aus: Oktoberfestkönigin Jessica Naumke. Auf einem Vierspanner und im rosafarbenden Dirndl fuhr sie fürstlich elegant am frühen Abend in die Festhalle ein. Hier mal kurz winken, da ein königliches Lächeln ins Publikum geschickt. Nach ihrer Eröffnungsrede folgt der Eröffnungstanz.

Jessica Naumke ist die 13

Jessica Naumke ist die 13. Niemegker Oktoberfestkönigin. Die 20-Jährige kommt aus Alt Bork.

Quelle: Tobias Potratz

Der Takt dazu kommt live von der Band „Störzelbacher and Strings“ – ein knappes Dutzend Party-Volksmusiker, die tatsächlich aus Bayern kommen und dennoch eine Niemegker Institution sind. Seit 2014 sind sie Stammgäste. Im Gepäck hatten sie diesmal nicht nur Alphorn und Trompete, sondern auch E-Gitarre und Violine. Atemlos und im Eins-Zwei-Tipp-Rhythmus surften sie einmal durch die Partycharts der vergangenen Jahrzehnte. Dem Publikum gefiel’s. Immer wieder riefen sie: „Die Gläser hoooch!“ Und dann folgt stets ein gesungenes „Prosit der Gemütlichkeit“. Wie es sich eben für eine echte Wiesn gehört.

Nichts hätte die Partystimmung auf dem 27. Niemegker Oktoberfest trüben können – bis auf den Heimweg vielleicht. Als Parkgelegenheit für hunderte Autos war von den Veranstaltern der benachbarte Acker vorgesehen. Der Regen verwandelte ihn allerdings im Laufe des Abends in eine Woodstock-Gedächtnis-Landschaft. Matsch und Schlamm soweit das Auge reichte. Zahlreiche festgefahrene Autos und diverse verzweifelte Anfahrversuche sorgten zu später Stunde für Schmutzflecken auf Dirndl und Lederhosen. Übrigens: Auf Hawaii gibt es zu diesem Zeitpunkt zwar immer noch kein Bier, aber es ist trocken bei 25 Grad Celsius.

Von Tobias Potratz

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