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Zur Löschübung öffnet Petrus die Schleusen

THW spielt in Kleinmachnow das Szenario eines Waldbrands durch Zur Löschübung öffnet Petrus die Schleusen

Ein Großaufgebot des Technische Hilfswerks und der Feuerwehren haben an der Kleinmachnower Schleuse ein Waldbrand-Szenario durchgespielt wie man es aus Spanien oder Portugal kennt. Große Waldbrände wie im heißen Südeuropa können auch Brandenburg treffen, das bereits in die höchste Gefahrenklasse A 1 eingestuft ist – wie Spanien und Portugal.

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Das THW verlegte Rohre, um die Feuerwehren mit Löschwasser zu versorgen. Hier wird provisorisch mit einem Schlauch die Straße überbrückt.

Quelle: Jens Steglich

Kleinmachnow. Als der Waldbrand gelöscht werden soll, gießt es wie aus Kannen. Nach langer Trockenheit öffnet Petrus die Schleusen – genau an dem Tag, an dem das Technische Hilfswerk (THW) mit Feuerwehren der Region an der Kleinmachnower Schleuse das Löschen eines großen Waldbrandes durchspielt. „Wir brauchen jetzt etwas Fantasie“, sagt ein THW-Mann und übergibt das Wort an Einsatzleiter Enrico Löwe. Während der Regen aufs Zeltdach prasselt, schildert er das Szenario der Großübung, von dem man einen Tag zuvor nicht weit entfernt war: Wir haben es mit einer langanhaltenden Dürre zu tun, Wälder und Felder sind ausgetrocknet... Die Feuerwehren aus Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf sind bereits massiv beim Löschen von Waldbränden eingebunden. Um ein Vordringen der Flammen zu verhindern, fordert der Landkreis Potsdam-Mittelmark Hilfe beim THW an. Die 100 Männer und Frauen des Technischen Hilfswerks Potsdam, zu dem elf Ortsverbände gehören, haben eine Spezialaufgabe. Sie rücken an, um Wasser in Größenordnungen dorthin zu befördern, wo es zum Löschen gebraucht wird. Mit Booten werden Schnellkupplungsrohre zur Sammelstelle transportiert, mit denen eine Wasserförderstrecke gelegt wird. Die THW-Leute bauen auch eine vier Meter hohe Überbrückung auf, um die Rohre über eine Straße zu führen, die dadurch weiter befahrbar bleibt. Mit einer Pumpe wird das Wasser dann aus dem Teltow-Kanal gezogen und über die Rohre in Wasserbehälter transportiert, aus denen sich dann die Feuerwehren bedienen.

Über das Leitungssystem wurde ein Wasserbecken gefüllt, aus dem die Feuerwehren ihr Löschwasser ziehen können

Über das Leitungssystem wurde ein Wasserbecken gefüllt, aus dem die Feuerwehren ihr Löschwasser ziehen können.

Quelle: Jens Steglich

Die Pumpe kann 5000 Liter in der Minute ansaugen. Eines der Wasserbecken, die für die Feuerwehren gefüllt werden, fasst 25 000 Liter. Im Idealfall wäre es in fünf Minuten voll. Bei der Übung knüpfen die THW-Leute ein 600 Meter langes Rohrnetz, um die Feuerwehren zu versorgen. „Wir können auch sechs bis sieben Kilometer lange Rohrverbindungen legen“, sagt Dirk Ulrich vom THW-Landesverband. „Die Rohre haben einen geringeren Leitungswiderstand und sind bei Hitze nicht so anfällig wie Schläuche“, sagt er. Die Logistik-Aufgabe, die bei der Übung dem THW zufiel, ist freilich etwas für große Waldbrände wie man sie aus Spanien und Portugal kennt. In Zeiten des Klimawandels sind sie allerdings auch in Brandenburg nicht unwahrscheinlich. Brandenburg wird bereits wie Spanien und Portugal in die höchste Waldbrandgefahrenklasse A 1 eingestuft, weiß Kreisbrandmeister Herbert Baier.

Das liegt an den trockenen Sandböden und den Kiefernbeständen, die stärker als Laubwälder gefährdet sind. Im Deutschland-Vergleich regnet es in Brandenburg auch wenig. Am Samstag hörte es nach einer Stunde auf. Die Waldbrandgefahr ist noch nicht gebannt.

Übung „Blaues Feuer 2016“

Die 1950 gegründete Bundesanstalt Technisches Hilfswerk ist eine Zivil- und Katastrophenschutzorganisation.

Die Übung „Blaues Feuer 2016“ führte das Technische Hilfswerk des Geschäftsführerbereiches Potsdam durch.


Das Potsdamer THW verfügt über elf Ortsverbände mit etwa 1000 Einsatzkräften und 150 Einsatzfahrzeugen. Es ist für den Westen Brandenburgs und den Südwesten von Berlin zuständig.

Der Potsdamer THW-Bereich ist einer der großflächigsten und erstreckt sich von Wittenberge im Norden, Brandenburg an der Havel im Westen, Potsdam im Osten und Herzberg im Süden.

Von Jens Steglich

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