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Zwei Altbürgermeister über ihr Heimatdorf

Wusterwitzer Weggefährten Zwei Altbürgermeister über ihr Heimatdorf

„Wusterwitz ist unser schönstes Zuhause“, sagen der 87-jährige Richard Thüm und Klaus Steffen (76). Beide sind im Ort aufgewachsen und langjährige Weggefährten. Beiden waren ehrenamtliche Bürgermeister. Der eine von 1992 bis 1998. Der andere als sein Nachfolger bis 2007.

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Kennen sich fast ein Leben lang: Klaus Steffen und Richard Thüm.

Quelle: Claudia Nack

Wusterwitz. „Wusterwitz ist unser Heimatdorf“, sagen der 87-jährige Richard Thüm und Klaus Steffen (76). Beide sind im Ort aufgewachsen, gingen in die 1928 gebaute Zentralschule. Beide sind langjährige Weggefährten und waren ehrenamtliche Bürgermeister. Der eine von 1992 bis 1998. Der andere als Nachfolger bis zu seinem Rücktritt Anfang 2007. Vorher war Steffen Thüms Stellvertreter.

„Wusterwitz hat seit der Wende einen enormen Schritt nach vorn gemacht“, sind sie sich einig. Mit der Trink- und Abwassererschließung, im Straßenbau, zig Eigenheime sind entstanden, wofür die Kommune das Bauland zur Verfügung gestellt hat. Von der 1991 angelaufenen Stadtsanierung habe die Gemeinde bis jetzt profitiert. Mehr als fünf Millionen Euro an Fördermittel aus dem Bund-Land-Programm sind in die Sanierung des historischen Ortskerns geflossen. Von der gestalteten Uferpromenade über Hauptstraße, Gemeindehaus, Dorfplatz mit Drei-Seiten-Hof, Festwiese, Kulturscheune bis zum Sattelplatz, zählen sie Beispiele auf. Der Eigenanteil der Kommune lag bei einem Drittel. „Diese getätigten Investitionen müssen entsprechend gepflegt werden, damit sie erhalten bleiben“, betonen sie.

Städtebauförderung und Dorferneuerung

„Da wir eine Gemeinde sind, wollte uns das Land damals aus der Städtebauförderung rausschmeißen“, blickt Steffen zurück. „Dass sie festgezurrt wurde, war dem Engagement von Richard und der BSG als Sanierungsträger zu verdanken“. Natürlich wollte Wusterwitz auch bei der Dorferneuerung mitreden. „In Brieselang hatten wir einen Fürsprecher“, erinnert sich Thüm. Zeugnisse sind die gepflasterte Gartenstraße und die neu gestaltete Warchauer Straße, wo es wegen der Überfahrten viele Diskussionen gegeben habe. Die Lösung des Trink- und Abwasserproblems beschleunigte der damalige Bürgermeister auf unkonventionelle Art: „Ich habe mir die Unterlagen geschnappt und bei Ministerpräsident Stolpe vorgesprochen, der gerade in der Stadt Brandenburg war. Er versprach sich zu kümmern.“

Goldwert sei der Gemeinderatsbeschluss gewesen, sich keinem Zweckverband anzuschließen, sondern dem Amt diese Aufgabe zu übertragen. Dadurch habe der Ort bis heute sozialverträgliche Gebühren. „Großen Anteil an der Entwicklung der Gemeinde hat Gudrun Liebener sowohl als Kämmerin als auch später als Amtsdirektorin“, sagen die Alt-Bürgermeister, die sich über die vom Land geplante Strukturreform so ihre Gedanken machen. Sie befürchten, dass der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern nur noch verwaltet wird.

Der Wusterwitzer See liegt ihnen am Herzen

„Der Wusterwitzer See muss wieder ein sauberer Badesee und die Quellen der Verunreinigung gefunden werden.“ Darin sehen Thüm und Steffen in der Kommune den Schwerpunkt für die Zukunft, weil dies entscheidend für den Ort, die Natur und den Tourismus sei. „Dies sollte ein Anliegen aller gewählter Abgeordneter und gesellschaftlichen Kräfte sein.“ Als Kinder lernten beide im Wusterwitzer See schwimmen. „Er war eines der klarsten Gewässer der Region, denn er wird durch eigene Quellen und Gräben gespeist.“ Später führte Richard Thüm, der von 1948 bis zu seiner Invalidisierung 1963 als Müllermeister die Holländermühle auf dem Eggertsberg betrieb, mit Puppenvater Götze auf der Bank vor Götzes Höh’ viele interessante Gespräche. „Der See ist daher mein Lieblingsplatz“, sagt der parteilose 87-Jährige, der sich schon zu DDR-Zeiten in der Kirche engagierte. „Heute bin ich nur noch Kirchgänger ab und an.“

Klaus Steffen ist seit 54 Jahren seiner liberalen Grundhaltung treu und saß bis 2014 im mittelmärkischen Kreistag – 21 Jahre lang. Am Ende seines Grundstücks im Rosenthaler Weg, wo der Ingenieur für Landtechnik seit 30 Jahren eine kleine Werkstatt als Zweiradprofi hat, lässt er am liebsten seinen Blick über die Landschaft in Richtung Warchau schweifen. „Wusterwitz“, sagen die Weggefährten, „ist unser schönstes Zuhause.“

Von Claudia Nack

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