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Potsdam-Mittelmark Zwei Frauen greifen regelmäßig zur Angel
Lokales Potsdam-Mittelmark Zwei Frauen greifen regelmäßig zur Angel
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12:57 22.08.2016
Martina Goebel (re.) und Martina Krause aus Brück angeln gerne nicht nur in Locktow. Quelle: Andreas Koska
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Locktow

In den vergangenen beiden Wochen waren Martina Goebel und ihre Nachbarin Martina Krause schon dreimal an den Forellenteichen in Locktow anzutreffen. „Ich esse gern Fisch, am liebsten frisch gefangen. Dann weiß ich, was ich auf dem Tisch habe“, sagt die 63-jährige Rentnerin Goebel. Ähnlich sieht es ihre sechs Jahre jüngere Freundin aus Brück. Beide kommen deshalb regelmäßig an die Plane bei Locktow. Jedoch nicht nur das Angeln und Fischen erfreut die beiden. „Man trifft hier immer wieder dieselben Leute, kennt sich untereinander, hier herrscht ein familiäre Atmosphäre“, berichtet Martina Krause. Meist landen Forellen in ihren mitgebrachten Kühltaschen.

Gleich nach dem Fang werden sie von den Frauen getötet. Ausgenommen und zubereitet wird der Fisch dann zu Hause. „Ich liebe Forellen gebraten, mit einem Schuss Zitrone darüber“, sagt Goebel. Ihre Freundin wälzt die Fische vorher in Mehl. Wenn mal ein paar Fische mehr anbeißen und das Wetter es zulässt, wird gegrillt. Neben den Forellen beißt auch schon mal eine Maräne an. Ein Saibling war ebenfalls schon dabei. „Von dem Stör, den es hier auch geben soll, haben wir aber in den ganzen Jahren noch nichts gesehen“, sagt Martina Goebel. Angeln ist für sie Erholung und Spaß in einem. „Vor allem hier in Locktow ist es wunderbar still“, lobt Martina Krause.

Sie wartet auf eine Reha-Behandlung und vertreibt sich gern die Zeit am Teich. Ihr Weg führt die beiden Anglerinnen – oft begleitet von Goebels Ehemann – nach Niemegk oder an die Gömnigker Angelteiche. „Dort gibt es auch ab und zu einen Karpfen“, sagt Martina Goebel als passionierte Anglerin. Wenn sie überhaupt Fisch im Laden kauft, dann ab und an einen Lachs. Sie weiß um die Probleme der Überfischung der Weltmeere und verzichtet deshalb bewusst auf diesen Genuss.

Dies dürften die Initiatoren des heute begangenen „Tages der Fische“ gern hören. Denn mit dem besonderen Tag wollen sie auf die Thematik aufmerksam machen. Rund 100 Millionen Tonnen Fische werden jährlich aus den Meeren gefischt, rund 55 Millionen aus Fischkulturen. In diesem Jahr ist der Hecht zum Fisch des Jahres gekürt worden, um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen. Auch die Bachforelle wurde schon zweimal mit dem seit 1994 vergebenen Titel bedacht. Dass dies nicht immer hilft, zeigt das Beispiel der Nordseeschnäpel.

Der Fisch war 1999 „Fisch des Jahres“, gilt aber inzwischen laut Weltnaturschutzunion als ausgestorben. Wenn Martina Goebel nicht angelt, engagiert sie sich bei der Aktionsgruppe „Brück hilft“. Sie gibt Sprachunterricht, erledigt mit den Asylbewerbern Amtsgänge. „Wir haben inzwischen zwölf Flüchtlinge vermitteln können“, sagt die Akteurin erfreut. Die meisten in Gastronomiebetriebe rund um Brück. Der Einsatz von Martina Goebel hat auch ihre Nachbarin beeindruckt. „Ich war schon mal mit im Asylbewerberheim und wir haben gemeinsam gebacken“, erzählt Martina Krause.

Sonst stehen für sie die Enkel im Vordergrund, um die sie sich gern kümmert. Für sie strickt sie auch gern, denn Handarbeit ist ihr zweites Hobby. Noch bis in den Herbst hinein wollen die beiden Petrijüngerinnen aber vorerst regelmäßig zum Angeln nach Locktow kommen.

Von Andreas Koska

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