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Zwei Hundemänner in einem Ort

Zu Hause in Warchau Zwei Hundemänner in einem Ort

Klaus Weigel wohnt in Warchau, ist passionierter Schweißhundeführer und Jäger. Karl Habermann betreibt im Gemeindeteil Gollwitz eine Hundepension, ist leidenschaftlicher Schlittenhundesportler und Züchter. Ihr Metier ist zwar grundverschieden, doch Mensch und Tier müssen eine Einheit sein und beide brauchen leistungsstarke Hunde.

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Als es noch Schnee gab: Kalle Habermann mit seinem Team in einem der Vorjahre beim Alpentrail.

Quelle: Hans Rogg

Warchau/Gollwitz. Klaus Weigel und Karl Habermann sind vor vielen Jahren auf den Hund gekommen. Der eine wohnt in Warchau im einstigen Pfarrhaus und ist passionierter Schweißhundeführer und Jäger. Der andere betreibt im Gemeindeteil Gollwitz in der umgebauten ehemaligen Schweinemast seit 1999 eine Hundepension, ist leidenschaftlicher Schlittenhundesportler und Züchter.

Beide brauchen leistungsstarke Hunde

Ihr Metier ist zwar grundverschieden, doch Mensch und Tier müssen eine Einheit sein und beide brauchen leistungsstarke Hunde. Um krankgeschossenes oder angefahrenes Wild aufzuspüren, muss Weigels Partner eine sehr gute Nase und unbedingten Finderwillen haben. Habermanns Vierbeiner brachen eine sportliche Figur und eisernen Laufwillen.

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Impressionen aus Warchau mit Schloss nebst neuen Eigentümern, Kirche und Dorfgemeinschaftshaus sowie aus dem Gemeindeteil Gollwitz.

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„Was ich kann, habe ich meinem Vater Kurt zu verdanken. Er war ein leidenschaftlicher Jäger und noch leidenschaftlicherer Hundemann“, sagt Klaus Weigel. Der 61-Jährige wuchs in Woltersdorf mit Deutsch Drahthaar auf. „Jagd ohne Hund ist Schund“, lautete der Leitspruch seines 2008 verstorbenen Vaters, der sie selbst ausbildete und als Leistungsrichter in der ganzen Republik sowie im befreundeten Ausland unterwegs war. „In der DDR hat er Drahthaargeschichte geschrieben“, sagt der Sohn. Ein Buch erinnere daran.

Klaus Weigel mit  seinem Rüden „Landor Strehlitz-Alt“

Klaus Weigel mit seinem Rüden „Landor Strehlitz-Alt“.

Quelle: Claudia Nack

Das Gen hat Klaus Weigel von ihm geerbt, sich aber nicht Stöberhunden verschrieben, sondern Schweißhunden. Diese seien extra gezüchtet, um angeschossenes oder bei Unfällen verletztes Wild nachzusuchen, damit es der Führer von den Qualen erlösen könne. „Schweiß“ steht in der Sprache der Waidmänner für Blut. „Diese Hunde brauchen aber nicht unbedingt Blut“, erklärt Weigel, der so manche brenzlige Situationen mit Schwarzkitteln erlebte. Das Stresshormon vom Wild, das sich auf die Schalen (Füße) überträgt, reiche. „Landor Strehlitz-Alt“, ein Hannoverscher Schweißhund (HSH) mit sehr guten Anlagen, ist sein siebter Gefährte. Mit dem sechsjährigen Zuchtrüden hatte er allein im vorigen Jahr 138 erfolgreiche Nachsuchungen. Darunter Distanzen von 20 Kilometern.

Anerkannter Schweißhundeführer

Weigel bildet nicht nur seine Vierbeiner aus, die er alle zur Hauptprüfung führte, sondern auch für andere Jäger, gibt Seminare und ist als Leistungsrichter der Rassen HSH und Bayerischer Gebirgsschweißhund europaweit aktiv. Als anerkannter Schweißhundeführer im Land Brandenburg und Sachsen-Anhalt habe er die Berechtigung sich über Jagdgrenzen hinweg auf Fährtensuche zu begeben. Seinen größten Erfolg hatte er mit „Cent vom Ansbachtal“, mit dem er 2005 für die Bundesrepublik bei der internationalen Schweißhundesuche den Sieg holte. Inzwischen betreut Weigel, der 42 Jahre Instandhaltungsmechaniker im Werk für Gleisbaumechanik war, für zwei Pächter eine Eigenjagd bei Rathenow und hat sein Hobby zum Beruf gemacht.

Kalle Habermann, der sich seine Brötchen neben der Pension als Baumfäller verdient und aktuell 22 eigene Schlittenhunde hat, musste diese Saison abhaken bevor sie richtig begann. Mit dem Alpentrail Mitte Januar in Südtirol und dem Border Rush Anfang Februar im Riesengebirge, die wegen Schneemangels abgesagt wurden, fielen ausgerechnet seine beiden wichtigsten Rennen aus. In wenigen Tagen macht der 59-jährige Naturbursche mit seiner Liane und Baumkletterer Gernot Räbel aus Ziesar am schönen Baikalsee eine Woche Urlaub _ ohne Hunde. Wie schon im vorigen Jahr als sie im Kaukasus den 5642 Meter hohen Elbrus bestiegen.

Erst Urlaub ohne Hunde, dann Training mit den Welpen

„Danach konzentriere ich mich auf das intensive Training mit unseren sieben Welpen“, sagt Habermann, um im Herbst mit ihnen Wagenrennen zum Eingewöhnen zu fahren, von denen er sonst kein großer Fan sei. „Denn Schlittenhunde heißen nicht umsonst so.“ Inzwischen haben die schnellen Hounds, kurzhaarige Kreuzungen aus Huskies und Jagdhunderassen, den kuscheligen Vorgängern den Rang abgelaufen. Seine größten Erfolge waren 2014 ein zweiter Platz beim Alpentrail und die Bronze-Medaille im vorigen Jahr bei der Weltmeisterschaft im Südschwarzwald. „Doch das intensivste Abenteuer ist und bleibt 1994 Kamtschatka. Wir waren dort die erste europäischen Musher überhaupt“, sagt Habermann, der mit seinem Team Fünfter wurde.

Von Claudia Nack

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