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Potsdam-Mittelmark Zwei Koordinatoren für Flüchtlingshilfe
Lokales Potsdam-Mittelmark Zwei Koordinatoren für Flüchtlingshilfe
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16:41 29.11.2016
Ronald Andersen (links) und Lothar Schramm sind Mitglieder der Initiative „Miteinander in Kloster Lehnin“. Im Lehniner Eltern-Kind-Zentrum haben sie ein Büro auch als Anlaufpunkt für ratsuchende Flüchtlinge eingerichtet. Quelle: Marion von Imhoff
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Lehnin

In Kloster Lehnin haben zwei Flüchtlingskoordinatoren ihre Arbeit aufgenommen. Ronald Andersen (67) und Lothar Schramm (59) von der Initiative „Miteinander in Kloster Lehnin“ wollen die in der Gemeinde lebendenden aus Kriegsregionen geflüchteten Menschen dabei unterstützen, in Lehnin und den umliegenden Dörfern Fuß zu fassen. Ihr Hauptanliegen ist es, den Flüchtlingen eine soziale Integration im Ort zu ermöglichen und ihnen die Schritte ins Arbeitsleben zu erleichtern. Im Kern steht dabei das einzelne Schicksal. Finanziert wird diese Koordination vom Landkreis Potsdam-Mittelmark zunächst noch bis Jahresende. Nach Angaben der Landkreisverwaltung soll diese Finanzierung im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Im Eltern-Kind-Zentrum (Ekiz) der Gesellschaft zur Förderung von Brandenburger Kindern (GFB) in der Goethestraße 15 a in Lehnin ist das Büro der Koordinatoren mit einem Sprechtag jeden Freitag.

Andersen und Schramm sind zwei der rund 30 aktiven Mitglieder in der Initiative „Miteinander in Kloster Lehnin“, die sich seit mehr als einem Jahr für die Flüchtlingshilfe engagiert. Dieter Paul, Sprecher der Initiative und langjähriger früherer Vorsteher des Luise-Henrietten-Stifts, hat um dieses Hilfsangebot und seine Finanzierung gekämpft. „Sprache, Wohnen, Arbeiten sind die Säulen der Integration“, sagte Paul der MAZ. Dabei solle die Arbeit der Koordinatoren nun entscheidend helfen. Er äußerte die Hoffnung, dass sich im kommenden Jahr ein Träger finden werde, der eine hauptamtliche Koordinatorenstelle zumindest als halbe Stelle in Kloster Lehnin für etwa zwei Jahre einrichten wird für dieses Angebot mit öffentlicher Finanzierung.

Flüchtlinge ins gesellschaftliche Leben in Kloster Lehnin einbeziehen

Ronald Andersen, wie Schramm in Damsdorf wohnhaft, ist langjähriger SPD-Kommunalpolitiker. Der pensionierte Bundeswehrsoldat, geboren in Glückstadt in Schleswig-Holstein, arbeitete im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow und ist Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Landkreises: „Wir wollen die Flüchtlinge ermutigen, die Angebote des Familienzentrums anzunehmen“, so Andersen. Die Menschen sollen aus ihrer Isolation in dem Flüchtlingsheim finden. Schon jetzt nehmen einige Frauen die Angebote des Familienzentrums an, sie besuchen etwa mit ihren Kindern die Krabbelgruppe.

Für den zweiten Ansatz ist Koordinator Lothar Schramm zuständig. Der gebürtige Nürnberger und kaufmännische Programmierer kündigte an, Flüchtlinge bei ihrem Weg in die hiesige Arbeitswelt zu begleiten und zu unterstützen. Dabei soll es zum einen um möglichst zertifizierte Sprachkurse, aber auch um Vermittlung von Praktika und Kurse der Handwerkskammer Potsdam gehen. Die Kammer ihrerseits hat ein Hilfsangebot für Flüchtlinge geschaffen und vermittelt Ansprechpartner bei Betrieben. Möglich ist dies durch ein Förderprogramm durch das Bundeswirtschaftsministerium.

Geflüchteten eine Bleibeperspektive schenken

Ziel sei es, den Menschen eine Bleibeperspektive in der Region um Lehnin zu schenken, so Paul. Dazu gehöre es, Einheimische kennen zu lernen und eine Wohnung und Arbeit zu finden, so Paul. Bekanntlich ist auch das Evangelische Diakonissenhaus in Lehnin als seine Aufgabe an, Männern und Frauen aus Syrien und anderen Krisenregionen den Sprung in die hiesige Arbeitswelt zu erleichtern. So hat schon im August die Einrichtung Flüchtlingen freie Plätze für ein Freiwilliges Soziales Jahr und im Bundesfreiwilligendienst angeboten.

Der Initiative „Miteinander in Kloster Lehnin“ gehören rund 60 Personen an, von ihnen engagieren sich 30 aktiv. Sie helfen beim Spracherwerb, arbeiten in der Kleiderkammer des Flüchtlingsheimes, begleiten die Menschen bei Behördengängen. Zehn Personen konnte schon der Umzug in insgesamt vier Wohnungen durch die Vermittlung der Initiative ermöglicht werden. Geplant ist auch, Flüchtlingen, die juristische Fragen haben, Experten zu vermitteln.

Die Initiative verzichtet mit Absicht auf die Rechtsform eines Vereins. „Wir wollen keine Konkurrenz zu den Trägern sein und niemandem den Job streitig machen, wir können keine Fördermittel empfangen, wir sind ein positiver Zwischenraum“, so Sprecher Paul. Ziel sei es, dem Sozialamt, aber auch dem Arbeits- und Ausbildungsförderverein Potsdam-Mittelmark, der für den Landkreis das Heim in Lehnin betreibt, unterstützend zur Seite zu stehen. Spenden kann die Initiative empfangen über den Kulturförderverein Kloster Lehnin und den Kirchenkreis.

Von Marion von Imhoff

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