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Potsdam-Mittelmark Zwei Lastwagenunfälle legen eine Region lahm
Lokales Potsdam-Mittelmark Zwei Lastwagenunfälle legen eine Region lahm
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19:10 08.08.2017
Bergung des Lastwagens, der auf der A 10 die Betonleitplanken gerammt und auf einer Länge von 500 Metern umgerissen hat. Quelle: Julian Stähle
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Beelitz/Michendorf

Zwei Lastwagenunfälle auf der A 10 und der A 9 haben am Dienstag die betroffenen Autobahnen und das umliegende Straßennetz in der Region lahmgelegt. Ausgelöst wurde das Chaos auf den Straßen vom ukrainischen Fahrer eines polnischen Sattelzuges, der auf der A 10 zwischen Ferch und Michendorf in Richtung Frankfurt/Oder unterwegs war und Dienstagnacht gegen 1.05 Uhr im Baustellenbereich von der Fahrspur nach links abkam. Er rammte die Betonleitplanke, die dort die Fahrspuren aufteilt und riss die Schutzplanke auf einer Länge von 500 Metern um. Beim Laster, der 15 Tonnen Schweinehälften geladen hatte, wurde der Tank aufgerissen. Laut Polizeisprecher Axel Schugardt liefen etwa 700 Liter Diesel aus.

Der 50-jährige Lkw-Fahrer blieb unverletzt, der Unfall hatte aber massive Auswirkungen auf den Verkehr in der gesamten Region bis in die Landeshauptstadt Potsdam hinein, wo Lastwagen unter anderem die Breite Straße verstopften. Die A 10 war wegen der Bergungs- und Aufräumarbeiten in Richtung Dreieck Nuthetal und Frankfurt (Oder) für siebeneinhalb Stunden komplett gesperrt. Dem Stau konnte man auch durch das Ausweichen auf das umliegende Straßennetz nicht entkommen. Der Rückstau auf der A 10 reichte bis auf die A 9. Auf der Bundesstraße 2 standen die Autos bei Michendorf bis in den Beelitzer Raum hinein, sagte Schugardt, der den Sachschaden des A-10-Unfalls auf etwa 90 000 Euro bezifferte. Erst gegen 8.40 Uhr konnte die Autobahn Richtung Frankfurt (Oder) wieder freigegeben werden, so Schugardt. Bis kurz nach 8 Uhr waren auch Feuerwehren aus Michendorf, Neuseddin, Seddin und Langerwisch im Einsatz, war von Michendorfs Gemeindewehrführer Dirk Noack zu erfahren. Die Feuerwehrleute beseitigten den ausgelaufenen Diesel und sicherten die Unfallstelle.

Der Transporter, beladen mit flüssigem Kohlendioxid, stand am Stauende auf der A 9, als ein Lkw auffuhr. Quelle: Julian Stähle

Der Unfall auf der A 10 löste in einiger Entfernung auf der A 9 an der Anschlussstelle Beelitz-Heilstätten einen weiteren Crash aus. Nach Polizeiangaben staute sich der Verkehr von der A 10 bis dorthin. Kurz nach neun Uhr fuhr der 40-jährige Fahrer eines rumänischen Sattelzuges bei Heilstätten auf das Stauende auf und prallte ins Heck eines Gefahrguttransporters. Beide Lkw-Fahrer wurden leicht verletzt und mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Bei dem Aufprall wurde das Ventil am Sicherheitstank des Gefahrguttransporters beschädigt, der mit flüssigen Kohlendioxid unterwegs war.

Laut Polizei und Feuerwehr trat das flüssige Kohlendioxid nur in geringen Mengen aus. Gefahr für Menschen habe nicht bestanden. Dies habe auch ein zum Einsatzort gerufener Fachmann der Firma des beschädigten Gefahrguttransporters bestätigt, teilte die Polizei mit. „Der Experte des Unternehmens konnte mit einem Schlüssel das Ventil nachziehen und schließen, sagte der Beelitzer Stadtbrandmeister Mathias Jahn. „Es war danach wieder dicht.“ Die Beelitzer und Fichtenwalder Feuerwehren waren am Unfallort vor allem damit beschäftigt, den Diesel zu binden, der aus dem Tank des aufgefahrenen Lastwagens ausgelaufen war. „Wir haben mehr als 700 Kilo Bindemittel eingesetzt“, sagte Jahn. Der Folgeunfall auf der A 9 verschärfte die Situation auf den Straßen weiter. Die A 9 in Richtung Berlin musste bis in den frühen Nachmittag hinein voll gesperrt werden. Der Verkehr wurde an der Anschlussstelle Beelitz von der A 9 auf die Bundesstraße 246 abgeleitet. Mit den Auswirkungen hatte vor allem Beelitz zu kämpfen. Die Spargelstadt, die seit dem A-10-Ausbau immer wieder mit Staus zu kämpfen hat, war wieder dicht, bestätigte Stadtsprecher Thomas Lähns. Die Polizei versuchte, den Verkehr an Kreuzungen von B 246 und B 2 und in der Beelitzer Altstadt zu regeln.

Polizisten, die sich mit Motorrädern durch den Stau schlängelten, ermahnten und verwarnten Autofahrer, die keine Rettungsgasse frei gehalten hatten. Quelle: Julian Stähle

Auch auf den beiden betroffenen Autobahnen hatten Polizisten alle Hände voll zu tun, um für Ordnung zu sorgen. Teilweise waren die Rettungsgassen blockiert. Die Polizei ging gegen Autofahrer vor, die Rettungsgassen nicht frei hielten. Zwei Beamte fuhren auf Motorrädern in den Stau und verhängten Verwarngelder. „Ich habe kein Verständnis dafür. Jeder könnte selbst betroffen sein“, sagte Karsten Schurwin von der Autobahnpolizei Michendorf. Die meisten Verwarnten seien dann aber einsichtig gewesen.

Grob fahrlässig handelten Autofahrer, die in der Nacht vom Rastplatz an der A 10 umgedreht sein sollen. Bergungsunternehmer Michael Sutter berichtete, dass ihm auf der Anfahrt mit seinem Kran drei Geisterfahrer entgegen kamen.

Gefährliche Großbaustelle A 10

Der südliche Berliner Ring (A 10) zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal wird auf acht Spuren erweitert und gilt derzeit als Brandenburgs gefährlichste Autobahnbaustelle.

Seit Beginn des Ausbaus im April 2016 sind die Unfallzahlen auf dem Abschnitt in die Höhe geschnellt. Im Dezember 2016 krachte es gar 155 Mal – im Schnitt fünfmal pro Tag. Vor Baubeginn im März 2016 wurden nur 25 Unfälle registriert. Von Januar bis Mai 2017 ereigneten sich 460 Unfälle.

Von Jens Steglich und Julian Stähle

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