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Zwei junge Mädchen wollen den Wald retten

Kampf gegen Windräder in Fichtenwalde Zwei junge Mädchen wollen den Wald retten

Zwei zehnjährige Mädchen aus der Fichtenwalder Grundschule haben eine Mission: Sie wollen den Wald, der ihren Heimatort umgibt und prägt, retten. Die beiden Schülerinnen der Klasse 5 b zogen deshalb los, um in Fichtenwalde Unterschriften zu sammeln und Geld – für die Anpflanzung neuer Bäume.

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Auf Mission für die Rettung des Waldes: Marie Mellen und Marie Obereisenbuchner (r.) sammelten Geld für neue Bäume.

Quelle: J. Steglich

Fichtenwalde. Der Fichtenwalder Nachwuchs weiß, worauf es im Ort in den nächsten Jahren vor allem ankommen wird. Es geht um einen besonderen Schatz, den es zu bewahren gilt, und letztlich um die Seele des Ortes, die verloren geht, wenn der Baumreichtum Fichtenwaldes aufs Spiel gesetzt wird. Die beiden zehnjährigen Mädchen Marie Mellen und Marie Obereisenbuchner haben das erkannt und sind zusammen mit einer guten Freundin einfach mal losgezogen, um im Ort Unterschriften und Geld zu sammeln – für den Erhalt der Bäume. „Wir wollen nicht, dass weitere Bäume abgeholzt und Windräder im Wald gebaut werden. Bäume produzieren Sauerstoff, bieten Lärmschutz, schützen uns vor Wind und anderen Naturgewalten. Deshalb wollen wir sie retten“, heißt es im Aufruf der Schülerinnen aus der Klasse 5b der Fichtenwalder Grundschule.

Die Idee der zehnjährigen Mädels, die mit der Spardose in der Hand durch den Ort zogen, trifft auch den Nerv vieler Erwachsener in Fichtenwalde. Binnen kurzer Zeit haben die beiden Maries 200 Euro eingenommen. Laut dem Beelitzer Stadtförster Martin Schmidt kann man pro Euro drei Setzlinge kaufen. Das Geld reicht also aus, um 600 junge Bäume in Fichtenwalde neu anzupflanzen.

Angefangen hat alles vor einigen Wochen bei der Beelitzer Kinder- und Jugendkonferenz. „Wir sollten dort aufschreiben, was geändert werden sollte“, erzählt Marie Obereisenbuchner. „Uns ist aufgefallen, dass immer mehr Bäume gefällt werden. Deshalb wollten wir Spenden und Unterschriften sammeln, um dagegen etwas zu tun“, so Mitstreiterin Marie Mellen. Gesagt, getan.

Verbündete gesucht

Wie alte Profis suchten sich die jungen Mädels auch Verbündete im Ort. Sie tauchten überraschend in der Sprechstunde von Ortsvorsteher Tilo Köhn auf und erzählten ihm von der Aktion. „Diese Klarheit, mit der sie ihre Ziele vorgetragen haben, ist etwas sehr schönes und bewundernswertes“, sagt er und fügt hinzu: „Jeder Ort kann froh sein, wenn er Kinder und Jugendliche hat, die sich für den Erhalt des Ortscharakters und der Natur einsetzen.“ Aktuell bedroht ist der Wald um den Ort herum vor allem durch den Plan, Windräder aufzustellen. „Pro Windrad müssten zwischen 6000 und 10.000 Quadratmeter Wald abgeholzt werden“, so Köhn. Die Fichtenwalder gehören zu den entschiedenen Gegnern der Pläne und haben ein plausibles Argument: „Es ist ökologischer Unsinn, im Namen des Klimaschutzes Windräder im Wald aufzustellen und damit Hand am wichtigsten Kohlendioxidspeicher anzulegen“, so Winfried Ludwig, Sprecher der Bürgerinitiative, die gegen das Vorhaben kämpft.

Die Bäume und Fichtenwalde

Fichtenwalde wurde 1908 gegründet und gehört seit 2002 als der jüngste Ortsteil zur Stadt Beelitz.

Bäume sind seit der Ortsgründung das Wahrzeichen von Fichtenwalde, das den Ruf der „Waldgemeinde“ begründete und bis heute bestimmt.

Fichtenwalde trägt nicht umsonst einen Baum im Namen und im Wappen. Der Ort liegt mitten in einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Brandenburgs.

Die 600 neuen Bäume für Fichtenwalde werden die Schüler der Grundschule im nächsten Jahr zusammen mit dem Stadtförster einpflanzen, erzählen die beiden Maries, die das Geld dafür gesammelt haben. „Wenn man solchen Nachwuchs im Ort hat, muss einem um die Zukunft Fichtenwaldes nicht bange sein“, sagt der Ortsbürgermeister.

Von Jens Steglich

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