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Zwei Tage lang dreht sich alles um Obstanbau

Werder Zwei Tage lang dreht sich alles um Obstanbau

Anlässlich des 700. Geburtstages widmet die Stadt Werder der langen Tradition des Obstanbaus ein besonderes Event. Am Freitag und Samstag wird sich bei einem Symposium deshalb alles rund um das Thema Obstanbau drehen. Bei einem Fach- und einem Publikumstag spielt unter anderem die Zukunft des Obstanbaus eine große Rolle.

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Quelle: Werderscher Obst- und Gartenbauverein

Werder. Kaum eine märkische Stadt ist so eng mit dem Obstbau verbunden wie Werder. Wenn die Bäume der zahlreichen Obstbauern und Hobbygärtner sie im Frühling in ein Blütenmeer verwandeln, feiern die Werderaner seit 138 Jahren ihr Baumblütenfest. Anlässlich des 700. Stadtgeburtstages soll diese Tradition aber noch auf eine andere Weise gewürdigt werden. Beim zweitägigen Obstbausymposium am kommenden Freitag und Sonnabend wird es unter anderem um Obstwein, neu entwickelte Obstsorten, sinnvollen Pflanzenschutz und aktuelle Forschungsprojekte gehen. Ein Fachtag richtet sich gezielt an Obstbauern und Gärtner. Hobbygärtner und Gartenfreunde sind zum Publikumstag eingeladen.

Unter dem Titel „Möglichkeiten und Chancen einer regionalen Produktion“ haben die Veranstalter ein breites Programm erarbeitet. Etwa hundert Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft werden laut Landwirtschaftsministerium erwartet. Beim Fachtag beschäftigen sich Experten etwa mit der Frage, wie es den Bauern wirtschaftlich geht, was Digitalisierung für sie bedeutet und welchen Einfluss die Kundenwünsche auf die tägliche Arbeit haben.

Forschungen an intelligenten Bewässerungssystemen laufen

Andreas Jende vom Gartenbauverband Berlin-Brandenburg, der das Symposium mit der Stadt Werder und dem Werderschen Obst- und Gartenbauverein veranstaltet, kennt die Probleme der Bauern. Frost, Hagel und Sturm haben in diesem Jahr die Ernte vermiest. „Das Wetter ist ein großer Unsicherheitsfaktor“, sagt der Geschäftsführer. „Man kann die Ereignisse zwar nicht verhindern, aber man kann lernen so zu arbeiten, dass die Erlöse aus den Vorjahren den Verlust kompensieren.“ Doch die Bauern haben mit immer mehr Faktoren zu kämpfen. „Die starke Konkurrenz kommt mittlerweile nicht mehr nur aus Deutschland“, so Andreas Jende weiter. Eine Gartenbaukonzeption könne helfen, eine Strategie zu entwickeln, um steigende Arbeitskosten oder Herausforderungen bei der Modernisierung des Betriebes zu bewältigen. „Dazu erwarten wir am Fachtag auch Aussagen vom Ministerium“, erklärt er.

In Hinblick auf die Digitalisierung wird derzeit gemeinsam mit Obstbauern an einem intelligenten Bewässerungssystem geforscht. Es soll den Zeitpunkt und die Menge des Wassers je nach Sorte optimal bestimmen. Über das Smartphone können die Bauern den Startschuss für das Wasser geben, so die Idee. Aber auch Roboter könnten künftig auf den Feldern und Plantagen zum Einsatz kommen. „Es gibt erste Ansätze für autonome Fahrtechnik“, sagt Andreas Jende. Gerade in solchen Bereichen sei ein reger Austausch unter den Bauern essenziell. Das Symposium soll die Plattform dafür bieten. Für Werder sei der Obstanbau nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern habe auch eine große kulturlandschaftliche Bedeutung, so der Verbandschef. Angefangen bei den vielen Festen oder der Selbstpflücke bis hin zur Weinherstellung – in vielen Facetten spiegelt sich die Tradition wider.

Obstweinkeltern wird zum Trend

Immer mehr Werderaner interessieren sich für die Infoveranstaltungen auf dem Frischemarkt, ergänzt Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Auch die Zahl der Werderaner, die aus tollen Früchten sehr ordentliche Obstweine keltern, sei wieder kräftig angewachsen. Dieser Trend war auch bei der diesjährigen Verleihung der Goldenen Kruken vom Werderschen Obst- und Gartenbauverband zu spüren. Die Jury zählte mit 230 Proben so viele wie noch nie zuvor. „Im Garten ist gerade weniger zu tun. Deshalb kann ich nur jedem Hobbygärtner empfehlen, sich den 4. November im Kalender zu notieren“, sagt der Vorsitzende Walter Kassin. Für den Verein sei der Publikumstag eine Gelegenheit, sich noch stärker mit den Hobbygärtnern zu vernetzen.

Politik, Produktion und Vermarktung

Für den Fachtag am Freitag , 3. November, von 9 bis 16 Uhr ist eine Anmeldung erforderlich. Schwerpunktmäßig werden Themen aus Politik, Produktion und Vermarktung nacheinander von acht verschiedenen Referenten abgehandelt.

Der Publikumstag (ohne Anmeldung) für Hobbygärtner und Gartenfreunde beginnt am Sonnabend, 4. November, um 9 Uhr. Unter anderem dabei ist Friedrich Höhne vom Pomologen-Verein und Barbara Jäckel vom Pflanzenschutzamt Berlin.

Das Agrarministerium unterstützt das Symposium mit 10 000 Euro.

Von Luise Fröhlich

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