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Zwei Theaterprofis übernehmen die Volksbühne

Gründer des Michendorfer Theaters zieht sich zurück Zwei Theaterprofis übernehmen die Volksbühne

Jetzt ist es amtlich: Siegfried Patzer, Gründer der Michendorfer Volksbühne, zieht sich zum Jahresende zurück. Das Theaterhaus in der Potsdamer Straße übernehmen zwei Theaterprofis aus Berlin, die am Mittwoch bereits einen gut gefüllten Spielplan für das erste Jahr unter neuer Leitung präsentierten. Im Januar bringen sie eine Kultfigur aus dem Fernsehen auf die Bühne in Michendorf.

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Wachablösung im Michendorfer Theater: Steffen Löser, Siegfried Patzer und Christian A. Schnell (v. l.).

Quelle: J. Steglich

Michendorf. Zwei Berliner Theaterprofis übernehmen ab Januar 2017 die Michendorfer Volksbühne. Siegfried Patzer, Gründer des Theaters, zieht sich zum Jahresende zurück. Seine Nachfolger Christian A. Schnell und Steffen Löser, die beide auch die Agentur Stageworkers führen, kündigten am Mittwoch bei einem Pressegespräch an, es werde „keine Revolution, sondern eine künstlerische Evolution geben, die auf dem Geschaffenen aufbaut“. Ihre Botschaft: Das Kleinod in Michendorf bleibt erhalten, soll auch ein sozialer Treffpunkt und am besten ein Theater für den ganzen Landkreis Potsdam-Mittelmark werden.

„Wir wollen die Volksbühne auch mit Volkstheater bespielen. Es werden moderne Stücke und Klassiker in einer Sprache auf die Bühne gebracht, die verständlich ist und den Saal füllen kann“, sagte Schnell, der unter anderem an der Deutschen Oper Berlin, der Wiener Staatsoper und dem Kölner Millowitsch-Theater arbeitete. Am Mittwoch präsentierten die beiden, die sich mit dem Satz „Wir sind die Neuen“ vorstellten, bereits einen gut gefüllten Spielplan, der in der ersten Saison 2017 an 110 Abenden eigene Theaterinszenierungen, Gastspiele und anderes mehr bietet. Jedes Jahr soll auch ein Kinderstück für die Grundschulen und Kitas und ein Jugendstück aufgeführt werden. In der Volksbühne wollen sie zudem einen Jugendtheater- und einen Seniorentheaterclub etablieren. Die Ticketpreise sollen niedrig bleiben, allenfalls steigen sie um einen Euro, so Schnell: „Wir müssen Produktionen machen, die Leute ins Theater holen und wir müssen viele Darsteller überreden, zu Gagen aufzutreten, zu denen sie sonst nicht spielen würden.“

Starten wollen die beiden Kulturmanager am 6. Januar mit einer Eröffnungsgala, bei der das neue Ensemble vorgestellt wird „und vielleicht auch der ein oder andere Star dabei ist“, so Schnell, der mit renommierten Darstellern wie Ursela Monn, Gisela May, Renan Demirkan, Sissi Perlinger oder Peter Fricke arbeitete. Bei der ersten Premiere unter neuer Leitung kommt ein Fernseh-Klassiker auf die Bühne. Schnell und Löser sprechen von der „Urmutter“ aller deutschen Comedy-Formate. Die Rede ist von Ekel Alfred und der Kultserie „Eine Herz und eine Seele“. In Michendorf werden Teile davon nach den Originaldrehbüchern von Wolfgang Menge aufgeführt. „Wir haben uns die Rechte gesichert.“ Premiere ist am 13. Januar. Schon am 20. Januar soll die nächste Premiere folgen: „Dinner für Spinner“, eine französische Komödie. Ab 10. März steht der deutsche Lustspielklassiker „Der zerbrochene Krug“ von Kleist auf dem Programm – in einer modernen Version, die Philipp Lang inszeniert, einer der Stars der Theater-Soap „Gutes Wedding – Schlechtes Wedding“ im Prime Time Theater Berlin.

Siegfried Patzer, der das Theaterhaus mit Geld aus seinem Privatvermögen schuf, steigt nicht komplett aus. Möglicherweise werde er ab und an als Schauspieler auf der Bühne stehen. Geplant ist auch, dass Patzer die Inszenierung des Stücks „Mondscheintarif“ nach dem Roman von Ildiko von Kürthy übernimmt, das am 16. Juni Premiere hat. Eine Versöhnung mit seinen früheren Mitstreitern, die in der „Kleinen Bühne“ Michendorf ohne feste Spielstätte Theater machen, ist nicht in Sicht. Wie berichtet, hatten sich Theaterbegründer und der Verein der „Kleinen Bühne“ derart zerstritten, dass sie seit 2015 getrennte Wege gehen. „Wir sind für Gespräche mit jedem offen. Wir planen aber unsere Sachen“, so Schnell. Eine Kooperation mit der „Kleinen Bühne“ sei nicht geplant.

Biografisches

Christian A. Schnell und Steffen Löser gründeten eine gemeinnützige Unternehmensgesellschaft, die Träger des Theaters wird. Der Mietvertrag gilt bis 2022, mit der Option der Verlängerung.

Schnell hat mehr als 50 Inszenierungen – von Oper, Operette, Schauspiel bis zu großen Musicalproduktionen – auf die Bühne gebracht. Löser studierte Musik und Gesang, arbeitete u.a. an Theatern in Halberstadt und Coburg.

Spieljahr 2017 ist schon durchgeplant – im Dezember 2017 kommt „Der Messias“ von Patrick Barlow auf die Bühne, eine liebevoll erzählte Satire auf die Weihnachtsgeschichte. Karten für alles gibt’s bereits ab November 2016.

 

Von Jens Steglich

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